Platz die Immobilienblase irgendwann?

5 Antworten

du musst das so sehen. Wer ein Haus hat, zahlt den Kredit ab. 25 oder 30 Jahre - vielleicht auch bis zum Tot. Dennoch ist das Haus dann seine. Der Betrag ist, wenn man einen guten Kredit hat auch nicht so hoch und auch variierbar. Wenn du jetzt 30 Jahre zur Miete wohnst, bist du am selben Punkt, hast unterm Strich vielleicht für eine grroße Wohnung genausoviel ausgegeben, dennoch ist die Wohnung nicht deine.

Wir haben vor 3 Jahren ein Haus 140m² mit großen Grundstück gekauft. Wir zahlen weniger in Summe (warm) als eine 4 Raum Wohnung mit 100m². Ich kann machen was ich will. Muss aber natürlich Sanierungsarbeiten selbst bezahlen. Das kommt noch dazu. Wenn alles so bleibt, bin ist 55 Jahre alt und hab dann alles abbezahlt, hatte bis dahin ein eigenes Haus und konnte noch debei in den Urlaub fahren. Bis zur Rente habe ich noch genügend Luft, so das es auch unkritisch ist, wenn sich die Schlussrate paar Jahre nach hinten verschiebt, wenn was unvorhersehbares kommt oder die Zinsen steigen. Das sind einfach die Puffer, die man sich einbauen muss.

Ob die Rechnung dann im Leben aufgeht, wird sich zeigen und ist durch Lage, Beruf und weite Faktoren abhängig.

Unterm Strich muss das jeder für sich selbst ausmachen.

Von einer Blase spricht man wenn die Käuferseite nicht für den eigenen Bedarf kauft sondern eine überwiegende Anzahl der Käufer nur aufgrund der Erwartung eines höheren Verkaufspreises kauft.

Das ist derzeit eindeutig nicht der Fall.

Eine andere Definition definiert eine Blase mit einer großen Abweichung zwischen Kaufpreis und innerem Wert.

Auch das trifft auf die meisten Immobilien nicht zu. 

Beispiel. Ein 120 qm Reihenhaus kostet in Erding ca. 500.000 Euro (wenn es denn am Markt angeboten wird) - bei einem Zinssatz von 2% kostet also das Haus an Zinsen im ersten Jahr 10.000 Euro. Ein vergleichbares Haus zur Miete (gibt es nicht) würde ca. 1.500 Euro netto kosten also 18.000 Euro.

Gut der Käufer muss auch tilgen - aber Tilgung ist wie sparen. Jeder Euro der eingezahlt wird vermehrt sein Nettovermögen. Gut die Nebenkosten sind vielleicht mit einem Mietobjekt nicht identisch - aber fast und der Hausherr kann sich auch selbst realisieren und so die Nebenkosten kleiner halten.

Also für einen Gutverdiener der die Wahl zwischen einem Mietobjekt dieser Größenordnung und einem Kauf hat ist das keine Spekulationsblase sondern einfach nur eine bessere Alternative.

Sicher werden die Preise stagnieren oder vielleicht auch um 10% sinken wenn die Zinsen deutlich ansteigen - aber für Käufer von heute gelten die aktuellen Zinsen und die werden sich die meisten auch entsprechend ihren Erwartungen für längere Zeit sichern.

Und wann der Tag der höheren Zinsen kommt? Mal sehen - der neue Zentralbankchef in den USA wird es auch nicht sofort machen.

Und im übrigen hilft es Dir auch nicht wenn die Immobilien um 10% fallen und dafür der Zins wieder bei 4% ist - außer Du hast alles auf dem Sparbuch.

Naja, du vergisst bei deinem "Tilgung=Sparen" die Revitalisierung. Das Objekt verliert während der Betriebsphase an Wert (Abnutzung, Veraltung) und nach 20, spätestens 30 Jahren müssen erhebliche Revitalisierungsmaßnahmen eingeplant werden, nur um den Wert zu erhalten. Deine Rechnung geht also nicht wirklich auf ;)

@nersd

Ich habe auch nicht Werterhalt /-steigerung durch steigende Preise nicht wirklich berücksichtigt sondern mich auf die Frage nach der Blase konzentriert.

Aus den aktuellen Preisen kann man in Bestlagen sicherlich von Überhitzung reden - deshalb ist da vielleicht auch ein Rücksetzer möglich aber niemals von Blase.

Man muss bei der Fragen nach einer Blase auch noch etwas anderes einkalkulieren. Eine breite Schicht der Bevölkerung hat aktuell und seit einigen Jahren einen relativ sicheren Arbeitsplatz aufgrund der guten Konjunktur. 

Und so sind im Verein mit steigenden Mietpreisen viele Menschen geneigter über Wohnungseigentum nachzudenken. Was gut ist denn Deutschland hat eine grottenschlechte Eigentumsquote. Das sind alles Selbstnutzer die nicht aus Spekulation kaufen. 

Ferner sind etliche Großeltern für ihre Enkel, Urenkel, Neffen und Nichten aufgrund der geringen Zinsen auf der Suche nach Wohnungseigentum. Entweder direkt z.B. als Studentenbude oder indirekt durch eine Eigenkapitalspritze für die Abkömmlinge. Auch hier steht die langfristige Selbstnutzung im Vordergrund. 

Und dann kommt noch der Wunsch von Senioren sich etwas zu leisten was zu ihrem Alter passt - also senirorengerechtes Wohnen oder so.

Auch hier sind Immobilien die man vererben aber auch selbstnutzen kann eine Alternative zum Sparbuch. Und wenn die Deutschen mal anfangen ihr Sparbuch zu plündern dann gibt es eine riesige Geldschwemme.

Aber zu Deiner Bemerkung wegen der Revitalisierung:

Wenn Du mietest (und das war mein Vergleich) zahlst Du auch für diese Kosten innerhalb der Nebenkostenabrechnung oder bei Modernisierungsumlagen. Vielleicht nicht zu 100%. Aber ich habe auch geschrieben, dass die Nebenkosten von Kauf und Miete in etwa gleich sind (Eigenleistung mal ausgenommen).

Im übrigen ist Miete und Kauf ein Vergleich wie zwischen Äpfel und Birnen. Beides ist Obst und beides macht satt. Aber um zurückzukommen es gibt für beides unterschiedliche Risiken und Nebenwirkungen. 

Nur wer glaubt er könnte in ein paar Jahren Immobilien zur Hälfte kaufen der irrt sich aus meiner Sicht.

Aber es ist auch klar. Es gibt jede Menge Immobilien die irgendwo am Markt vorbei gebaut worden sind und auch jetzt schwer verkäuflich sind. Man kann durch einige ostdeutsche Städte gehen und wird immer noch Wohnungen finden die nur deutlich unter den Preisen von 1995, wenn überhaupt, verkaufbar sind.

Platz die Immobilienblase irgendwann?

Welche Blase denn? Solange die Nachfrage größer ist als das Angebot, ist da weit und breit keine Blase zu sehen.

in den letzten 10 Jahren sind ja die Immobilienpreise in den Städten
explodiert.

Stimmt. Dafür waren sie aber 10 Jahre lang zuvor wenig bis gar nicht gestiegen. Pech für den, der zum falschen Zeitpunkt gekauft hat.

Als Normalverdiener ist es daher kaum noch möglich

Definiere "Normalverdiener". Dort, wo die Preise entsprechend hoch sind, ist ja auch der durchschnittliche Verdienst weit höher als im bundesweiten Schnitt.

dort irgendwie zu bauen oder zu investieren

Kommt immer darauf an, wo und wie. Man kann auch heute noch günstig kaufen.

und wer es doch macht, zahlt viel zu viel und wird sein Geld wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen.

Unsinn. Wer falsch kauft, zahlt natürlich drauf - zumindest mittelfristig.Aber Immobilien sind immer ein langfristiges Investment, mit einem Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren.

Denn die wenigsten werden bis zum Schluss ihren Kredit abzahlen,

Unsinn.

sei es wegen privater Probleme oder einfach weil die finanzielle Belastung
höher ist, als gedacht.

Wer nicht rechnen kann, kann bei deutlich anziehenden Zinsen sicher Probleme bekommen. Das ist aber auch nicht anders als bei jedem anderen Investment.

Wird die Blase also bald platzen?

Welche Blase?

Zumindest in den deutschen Großstädten scheint es erste Indizien zu geben. 

Träum weiter. Gerade dort wird sich m.E. sicher die Preissteigerungsrate abflachen (das war zwischen 1990 und 2000 genau so), aber billiger wird´s nicht werden.

Wie kommst du darauf, dass es eine Blase gäbe?

So lange sich grundsätzlich an der Situation mehr Bewerber als Wohnraum an den besagten Standorten nichts ändert wird da auch nichts "platzen".

Es gibt sehr wohl noch gute Standorte zum Wohnen und auch zum Investieren wo die Preise noch erschwinglich sind man aber auch die Chancen auf Rendite hat.

Alles eine Frage der Zeit und ja irgendwann wird das wieder passieren, genauso wie eine Finanzkriese wieder kommen wird.

Das hat ganz einfach mit dem Angebot und der Nachfrage zu tun. 

Wann das aber passieren wird, kann dir keiner sagen. 

Ich persönlich hoffe natürlich bald, da wie meine Vorredner schon sagten, ich somit billig an Immobilien kommen, denn der Markt wird sich auf dauer auch wieder erhohlen. (Im Normalfall)

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