Pflichtteil Bestattungskosten

4 Antworten

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Bestattungskosten immer und unter allen zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Dies ist gesetzlich so geregelt - also Pflicht eines jeden Familienangehörigen.

Ja, aber nur, wenn der Nachlasss und die Sterbegeldversicherung die Kosten nicht trägt.

Es ist keinesweg so, daß die Erben den Hut rumgehen lassen können und ihr Erbe ungeschmälert einbehalten können :-)

G imager761

@imager761

Das hat Steinschlag ja auch nicht behauptet. Sie sind sicher unheimlich kompetent und ich persönlich freue mich immer sehr, wenn Sie meine Fragen beantworten, weil mir das durchaus eine teure Beratung beim Anwalt erspart, aber Ihre Kommentierungen sind mitunter nicht so dolle....

@imager761

Au wei- ja die Logik... Was bitte besagt denn " Sterbegeldversicherung"???? Logisch - das die Hinterbliebenen nicht zahlen , wenn es solch eine Versicherung in entsprechender Höhe gibt.(!?) Ist solch eine Versicherung nicht aus diesem Grund abgeschlossen worden, damit sie dann diese Kosten begleicht? Ob die Kinder vom Nachlass, über ihren Dispo zahlen, sich das Geld leihen ,ist da vollkommen nebensächlich und es interessiert das Beerdigungsinstitut nicht im mindesten und - das ist doch auch egal. Sie müssen immer bezahlen und zu gleichen Teilen. (Wenn sie " nachweislich" kein Geld haben , sieht es anders aus.) Laut Gesetz - in Deutschland, darf ein Toter nur eine ganz bestimmte Anzahl an Tagen noch " über der Erde stehen". Bis der Nachlass zum Tragen kommt, ist der Tote doch lange schon beerdigt.

Und - " Es ist keinesweg so, daß die Erben den Hut rumgehen lassen können und ihr Erbe ungeschmälert einbehalten können :-) Was für ein intelligenter Satz- Letzten Endes bedeutet es doch das, was ich geschrieben habe! Natürlich können sie - auch ihr Leben lang den Hut rumgehen lassen und - sie zahlen auf jeden Fall - wenn sie Geld haben.

@almutweber

Das hat Steinschlag ja auch nicht behauptet.

Tatsächlich hat er das: "... Dass die Bestattungskosten immer und unter allen zu gleichen Teilen aufgeteilt wird." ist eben in zweierlei Hinsicht falsch:

  1. Sie fallen als Erbfallverbindlichkeit dem Erblasser, mithin dessen Nachlass an. Erb- wie Pflichtteilsrecht bemessen sich an dem nach Abzug verbliebenem Reinnachlass. Es macht sowohl für Gebühren (Erbschein) wie individueller Belastung etwaiger Schenkungs- oder Erbschaftssteuer einen signifikanten Unterschied, ob ich von einem ausbezahlten "Bruttoerbe" meinen Bestattungskostenanteil zahle oder eben nach dessen Begleichung aus dem Vermögen des Verstorbenen eine geringere "Nettoerbquote" ausgezahlt bekomme :-)
  2. Im übrigen zahlen die Erben nicht gleichmäßig anteilig, sondern im Verhältnis der Einkünfte aller Bestattuhngsverpflichteten: Die alleinerzihende Tochter deutlich webniger, die Witwenrentenbezieherin u. U. garnichts, der besserverdienende alleinstehende Sohn die wesentlichen Kosten.

G imager761


Dies ist gesetzlich so geregelt

Ist es nicht. Die Bestattungskosten falle zunächst dem Nachlass zur Last. Damit erhält jeder Erbe entsprechend seiner Erbquote weniger.

Ist das Erbe nicht ausreichend, greift die Unterhaltspflicht. Hierbei müssen die Unterhaltspflichtigten im Verhältnis ihrer Leistungsfährigkeit zahlen also nicht etwa alle zu gleichen Teilen.

@ichweisnix

Komisch - dann haben 3 Anwälte und die Stadt, die den Totenschein für die Beerdigung erhält, wohl keine Ahnung. Ich hatte auch nicht zum Nachlaß geschrieben, sondern zu den reinen Bestattungskosten. ( siehe mein Text!) Wenn eine Sterbegeldversicherung die Kosten trägt, wäre die Frage sicher anders gewesen. Die Bezeichnung "Sterbegeldversicherung " sagt es doch schon. Und für die Personen, die der festen Meinung sind "Ist es nicht", kann ich nur wärmstens empfehlen erst googlen und lesen, dann Meinung abgeben. Bis heute ist das Gesetz immer noch gültig. Die Kinder müssen die Kosten zu gleichenTeilen tragen. Fehlt einem das Geld, muß man möglicherweise zum Sozialamt gehen. Selbst das Ausschlagen des Erbes ändert nichts daran. ( Wenn der Tote Schulden hinterläßt/vererbt, so kann sich die Person die erbt ,den Schulden enziehen, wenn sie das Erbe ablehnt. Das nötige Schreiben setzt ein Anwalt für kleineres Geld auf. ) Die nächsten Angehörigen zahlen. Ob das nun letztlich jeder vom Erbe zahlt oder sein Konto überzieht, oder das Sparschwein schlachtet, bleibt doch gleich, sie müssen zahlen - so oder so. Da gibt es so manche Gerichtsurteile. Bei z.B. 3000.- € Beerdigungskosten und drei Kindern, muß jedes Kind 1000.- € aufbringen. Ist ein Kind dabei, dass sich weigert, übernimmt das Sozialamt diesen Anteil und holt sich das Geld Postwendent vom besagten Kind zurück - auch über eine Klage bei Gericht. Wer das Geld nicht aufbringen kann, zahlt dann das Sozialamt. bis zu einer bestimmten Höhe.Die finanziellen Verhältnisse werden natürlich geprüft. Ist bei keinem Geld für die Beerdigung, so übernimmt das Sozialamt die Kosten für die preiswerteste Beerdigung. Bis gerade eben war und ist dies so gesetzlich geregelt.

Der Pflichtteilsberechtigte muss die Beerdigungs- und Grabkosten nicht mittragen. Diese Kosten fallen nur den Erben zur Last.

Nein, das ist falsch :-(

Erstens trüge er die die Bestattungskosten indirekt mit, weil sich sein Pflichtteilsrecht dementsprechend verringert und zweitens wäre er auch zu den Kosten im Rahmen seiner Unterhaltsfähigkeit als Familienangehöriger heranzuziehen, gäbe der Nachlass und die Versicherung die angemessenen Kosten nicht her.

G imager761

@imager761

Dann impliziert Ihre Antwort aber auch - und so ist es ja auch und nicht anders war es von mir gemeint - dass diese Kosten ERST dem Nachlass zu entnehmen sind, womit sich dieser ja wohl auch verringert! Somit trägt der Pflichtteilsberechtigte die Bestattungskosten WOHL indirekt mit. Ihre weiteren Ausführungen mit Unterhaltsfähigkeit etc. stehen überhaupt nicht im Zusammenhang mit meiner Antwort!!!

um welche Schulden geht es denn hier? Schulden des Erblassers?

Beerdigungskosten sind sog. Erbfallverbindlichkeiten. Wie alle Schulden, fallen die Bestattungskosten einschl, Bewirtung der Trauergemeinde, Grabstein und angemesse Grabpflegekosten für die Nutzungsdauer der Grabstätte dem Nachlass des Verstorbenen zu; d. h. sie wären (etwa aus der Sterbegeldversicherung und sonstigem Vermögen) zunächst dem Nachlass zu entnehmen.

Somit fällt der verbliebene Reinnachlass für die Erbquote und als Berechnungsgrundlage der Pflichtteilsrechte entsprechend geringer aus.

G imager761

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