Pflegebedürftige Menschen + Seniorenheim = Abschiebung?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Von "Abschiebung" reden immer nur Außenstehende, die sich mit diesem Thema als Unbeteiligte befassen. Betroffene denken darüber anders.

Die allgemeine Vorstellung ist, dass die Hauptaufgabe der Pflegeeinrichtung, die berühmten

"drei S" (Sicherheit, satt und sauber) einzuhalten, nicht genügt.

Das lässt sich aber mit liebevoller Zuwendung von Angehörigen oder wohltätiger Einrichtungen kompensieren, allein schon durch die Besuchsmöglichkeit in Pflegeeinrichtungen.

Professionelle Altenpflegepersonen sollen nach ihrem Arbeitstag emotional abschalten können, damit sie nicht neben der körperlichen Belastung einen seelischen Schaden bekommen.

Angehörige können bei Dauerpflege zu Hause meist nicht abschalten, besonders bei dementen Personen. Hier den richtigen Umgang mit der jeweiligen Situation zu finden, ist schwierig und ist je nach charakterlichen und körperlichen Eigenschaften der Betroffenen unterschiedlich individuell zu lösen.

Angehörige sollten immer entlastet werden, entweder durch ambulante oder stationäre Pflegeeinrichtungen, wenn sie überfordert sind.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Merci !

Weil es in den meisten Fällen eben genau das ist. Es gibt nicht ein Argument dafür, sich nicht um seine eigene Familie zu kümmern.

Die Altenheime sind der letzte Dreck. Wir haben in unserer Stadt ca. 7 Stück. Die alten Menschen werden dort nahezu gequält. Sie müssen frieren, bekommen nicht genug zu essen, ein älterer Mann hat so wenig trinken bekommen, dass er daran verstorben ist, usw.

Ich werde meine Eltern nie in ein Altenheim geben. Ich würde damit das Recht verspielen, mich als guten Menschen bezeichnen zu dürfen!

Sicher gibt es gute Altenheime, wo die Pfleger sich wirklich bemühen. Aber 9 von 10 Altenheime betrifft das leider nicht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Der "Trick" ist, dass man als Angehöriger im Blick behält, ob man das eine oder eins der neun anderen Heime erwischt hat - und im Zweifel eben einschreitet.

Hast du schon mal erlebt, was es bedeutet, z.B. einen dementen Menschen zu pflegen? Hast du schon mal Fälle mitbekommen, wo die eigentlich lieben Angehörigen irgendwann so mit den Nerven runter waren, dass es auch in diesem Umfeld zu massiven Misshandlungen kam? Das ist alles echt kein Zuckerschlecken! Da kann es tatsächlich die bessere Lösung sein, das "Grobe" an Profis abzugeben und die eigene Zeit und Energie vor allem in ausgedehnte, regelmäßige Besuche und die "persönliche Ansprache" des Angehörigen zu stecken.

@HappyMe1984

Ja habe ich alles schon gesehen, meine Oma, mein Opa, meine Uromas, mein Onkel.

Würde dennoch niemals ein Altenheim vorziehen. Wenn man für sowas nicht stark genug ist, ist es sicher sehr schwer und macht die Person selber auch kaputt. Da würde ich jemanden einstellen, der jeden Tag zu uns nach Hause kommt.

Aber selbst wenn ich aufs Zahnfleisch gehe (und das bin ich auch schon), sehe ich mich als Blutsverwandter einfach dazu verpflichtet.

@Donut26

Ein solcher Pflegedienst ist aber nicht 24 Stunden und somit auch nachts da, wenn der demente Patient schreit, herumirrt, den Herd anstellt oder gar das Haus verlässt. Wenn man dann nach so einer Nacht am nächsten Tag zum Beispiel zur Arbeit fahren muss (bei Rente mit 67 sind sehr viele noch voll berufstätig, wenn die Eltern pflegebdürftig werden!), bringt man dort sicherlich keine Höchstleistungen. Zumal man dann selbst auch nicht mehr blutjung ist und das easy wegsteckt...

Wenn du dir die Pflege zutraust, wenn es für dich aus freien Stücken die richtige Entscheidung ist, das selbst zu erledigen, wunderbar, dann mach das ruhig! Aber überleg vielleicht noch mal in Ruhe, ob du nicht doch etwas zu pauschal negativ diejenigen verurteilst, die eben doch den anderen Weg nehmen. Und ob es für den nicht ebenso sehr gute Gründe geben kann.

@HappyMe1984

Ich verurteile niemanden, der es nicht kann. Ich verurteile die Pflegeheime und ihre doch recht menschenunwürdige Handhabung. Wären die nicht so ungebildet in ihrem Job, würde ich auch ein Heim in Erwägung ziehen. Aber so wie es jetzt ist, nicht.

Ich würde es mir einfach nie verzeihen, wenn ich meine Eltern, oder irgendwen sonst, die restlichen paar Jährchen in die Hölle schicke, wo sie wie ein Stück Vieh behandelt werden. Da quäle ich mich lieber selber.

Die Altenheime sind der letzte Dreck.

Ich betrachte diese Äußerung als beleidigend für meine Kollegen, die in den Heimen arbeiten. Fast alle Pflegekräfte und Heimmitarbeiter bemühen sich nach Kräften. Missstände kommen vor, sind aber Einzelfälle.

Unterhalte dich lieber mal mit Mitarbeitern der Ambulanten Dienste. Im häuslichen Bereich ist gefährliche Pflege viel häufiger. Manche Menschen vegetieren dort nur vor sich hin. Viele Angehörige geben sie nichts ins Heim, weil es das Erbe schmälern würde.

Ich kenne andere Altenheime

Da ich es persönlich vorziehe, mich nicht von meinen Angehörigen pflegen zu lassen, werde ich, so Gott will, meine letzten Tage in einen Seniorenheim verbringen.

Als Beschäftigter in der Pflege halte ich hauptsächlich sozialromantisches Denken für die Ursache. Viele Leute, die sich auf dem Gebiet nicht auskennen, träumen von einem Familienideal, dass es wohl nie gegeben hat.

Es stehen aber auch politische Überlegungen dahinter. Pflege durch Angehörige ist für den Staat billiger, man benötigt auch weniger Pflegekräfte.

Eine Teilschuld tragen auch die Medien. Zwar wird gern und häufig über Missstände im Heim berichtet. Was Mitarbeiter der Ambulanten Dienste so zu sehen bekommen, wird totgeschwiegen.

Weil es für den alten Menschen die Aufgabe der eigenen vier Wände und der eigenen Entscheidungen ist.

Man muss das essen, was es gibt. Man muss aufstehen, wenn man geweckt wird. Man wird geduscht, auf die Toilette begleitet ...

Allerdings finde ich es vermessen, von seinen Angehörigen zu erwarten, dass diese die Pflege übernehmen. Die meisten sind ja noch berufstätig, haben selbst Familie und/oder sind selbst nicht mehr die Jüngsten.

Ganz davon abgesehen, dass bei Demenz oder Alzheimer eine häusliche Pflege durch nicht ausgebildete Kräfte nicht zu leisten ist.

Es gibt Heime und Heime. Die Guten sind aber teuer, da ist man leicht mit 2.500 - 3.000 EUR im Monat dabei. Da ist es gut, wenn die Leute für ihr Alter vorgesorgt haben.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Viele behaupten es ist die Aufgabe der Kinder sich um die Eltern zu kümmern.

Persönlich sehe ich es anders: Eltern kümmern sich um die Kinder. Meine Grosseltern um meine Eltern, meine Eltern sich um mich, ich um meine Kinder usw.

Was natürlich nicht heisst, dass ich meinen Eltern nicht helfe. Sofern es mir möglich ist, tue ich dies natürlich auch.

Was viele nicht sehen wollen, auf ihrem hohen Ross: Pflege kann schnell zu einer Ganztagesbetreuung werden. Dies können die meissten Menschen schlicht nicht leisten. Sei es wegen der Arbeit (Zeit) oder wegen der psychischen Belastung.

Davon abgesehen tut man den Eltern oft auch keinen Gefallen, wenn man ohne entsprechendes Wissen, mangelnder Zeit und ohne entsprechendes Material versucht sie zu hause zu pflegen.

Davon abgesehen: Selbst wenn man Zeit und Wissen hat, ist es für die pflegende Person oft nicht gut. Meine Mutter hat meine Grossmutter (starkes Alzheimer), bis fast zum Tod daheim gepflegt. Ich habe gesehen wie es meine Mutter körperlich und psychisch kaputt gemacht hat. Seither habe ich mir vorgenommen, dass wenn ich zum Pflegefall werde, freiwillig in ein Heim gehe. Ich will das den Menschen die ich Liebe nicht antun.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Mit meiner Mutter haben wir auch die Vereinbarung, dass sie im Fall der Fälle NICHT von uns gepflegt wird - auf ihren Wunsch! Eben weil sie nicht zuletzt durch ihren Beruf als Ärztin weiß, was Pflege bedeutet... Und das Heim soll dann an meinem dann aktuellen Wohnort oder dem meiner Schwester sein, damit wir problemlos im Blick behalten können, dass dort auch ordentlich gearbeitet wird (gibt ja leider mehr als genug Skandale dahingehend...).

Ach, und dann hat sie sich noch gewünscht, dass wir ihr Cookies mit "besonderer Zutat" einschmuggeln, wenn sie zu einer unentspannten oder gar garstigen Person werden sollte ;). Jetzt hoffen wir natürlich stark darauf, dass die Legalisierung durchgesetzt wird, bevor es soweit kommt :D.

Elternpflege : kann man jemanden in ein Heim "ausquartieren"?

Hallo,

ich wohne mit meiner pflegebedürftigen Mutter zusammen. Das Zusammenleben ist von wiederkehrendem Streit und Vorwürfen geprägt. Für beide Seiten der Horror. Sie will nicht freiwillig ausziehen und reagiert auf das Thema "Pflegeheim" äußert gereizt und empfindlich. Sie würde lieber sterben wollen als "dahin" müssen.

Sie klammert, obwohl ich ihr oft zu verstehen gebe, dass es nicht funktioniert und dass ich mit meinen knapp 40 Jahren gerne mal ein "eigenes Leben" hätte. Ich bin doch keine Leibeigene, über die man verfügen kann wie man lustig ist.....

An meinen frustrierten Worten erkennt Ihr vielleicht, dass es mir wirklich ernst ist sie "auszuquartieren". Mir reicht es jetzt langsam wirklich.

Nur : welche rechtliche Grundlage gibt es für mich ? Lassen wir mal beiseite, dass sie mir nie verzeihen wird (aber damit kann ich ganz sicher leber).

Sie wohnt bei mir, nicht ich bei ihr. Die Wohnung ist nur von mir angemietet worden. Ich habe sie aus Gutmütigkeit bei mir wohnen lassen, weil sie den Alltag ganz allein nicht mehr bewältigen kann. Sie kann seit Jahren die Wohnung nicht mehr verlassen wegen Schmerzen am Gelenkapparat.

Würde mich über Eure Tipps freuen. Bitte keine Vorwürfe ich sei ein undankbares Kind. Das höre ich schon oft genug von ihr......der Verwandtschaft kann ich mich nicht anvertrauen, die werden nicht auf meiner Seite sein (sie haben ja auch gut reden, weil sie ca. 500 km weit weg wohnen und nur telefonisch Kontakt zu meiner Mutter haben).

Danke !!

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