Pferdekauf / AKU

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In aller Regel zahlt der Käufer, denn der sollte auch seinen Tierarzt bestellen, damit ausgeschlossen ist, dass doch mal ein nicht ganz sauberer Tierarzt einem Pferd eine bessere AKU ausstellt als es normal hätte.

AKU ist immer ein Standardverfahren. Es testet nach vorgegebenem Ablauf das komplette Pferd. Es gibt die sogenannte "große AKU", wo ganz bestimmte Röntgenbilder eingeschlossen sind. Über 70% Aller Spaterkrankungen können mit diesen Standardbildern nicht gefunden werden, weil der Spat eben nicht immer gleich sitzt und die Sprungelenke vom Standardverfahren eben nur aus einem ganz bestimmten Winkel geröngt werden. Da findet die Beugeprobe mehr, die in der kleinen ohne bildgebende Verfahren schon enthalten ist. Weitere Bilder können nur mit Einverständnis des Verkäufers gemacht werden, wie jede andere Untersuchung, die über den vorgegebenen Rahmen der AKU hinausgeht. Sehnengeschichten werden mit Röntgenverfahren gar nicht sichtbar, die würde man, wenn überhaupt, nur mit Ultraschall sichtbar machen können. Doch einer Ultraschalluntersuchung wird der Verkäufer nicht zustimmen, da wird er lieber auf den Verkauf verzichten, denn dazu werden die Beine rasiert (sonst sieht man nichts) und wenn der Käufer dann doch nicht kauft, weil ihm irgendwas nicht ganz so gefällt, steht er mit einem rasierten Pferd da und kann es eigentlich erst wieder anbieten, wenn das Fell nachgewachsen ist.

Ich persönlich lasse keine AKU mehr machen. Die Herz-Kreislauftests, die da gemacht werden, kann ich so weit selbst machen, wenn der Verkäufer interessiert genug an einem Verkauf ist, dass er mich ran lässt und mir deckt die AKU im Bereich Bewegungsapparat nicht genug auf. Ich frage den Verkäufer höflich, ob er damit einverstanden wäre, dass im Vorfeld des Kaufs mal eine manuelle Therapie gemacht wird, also ein Komplettcheck durch eine auf manuelle Therapien spezialisierte Tierärztin. Da sie immer das Gesamtbild Pferd betrachtet, wird sie Auffälligkeiten, die bei der AKU sichtbar würden, immer auch sehen und mir mitteilen, den Konditionscheck, der nur Puls und Atmung vor und nach Belastung und eine bestimmte Zeit nach Belastung kontrolliert, kann ich auch selbst machen, dazu brauche ich keinen Tierarzt. Man muss halt wissen, wie man beides kontrolliert und wie die Belastung bei der AKU auszusehen hat, das kann man erfragen.

Ich hatte hier in der Gegend mal nach der kleinen AKU (also ohne Bilder) gefragt und in 10 Kliniken 10 verschiedene Preise genannt bekommen. Da lag schon die Anfahrt zwischen 0 und 25 Euro (aber nicht, dass die nähest beim Pferd liegende Klinik das wenigste verlangt hätte, sondern das schien willkürlich zu sein) und die Preise für ein Standardverfahren nach Gebührenordnung hatten interessanterweise auch eine Spanne von 180 bis 460 Euro. Röntgenbilder habe ich bereits benötigt für meine Pferde, da lag jedes Bild bei 70 bis 80 Euro, je nach verwendetem Gerät. Für ein komplettes Bein ohne Vorbefund (also quasi durchsuchen des Beins) benötigt der Tierarzt mit seinem mobilen Gerät ca. 5 Bilder von außen (ich setze mal die durchschnittliche Bildplattengröße an, die die haben), 4 Bilder von vorne bzw. hinten und nochmal 4 für schräg, also so pi mal Daumen ist mit 15 Bildern á 75 Euro zu rechnen und somit wird das als unsinnig ausscheiden, zumal ich das Pferd dieser Strahlenbelastung auch nicht aussetzen wollen würde. Wenn ein manueller Tierarzt mit seinen Händen durch checkt, ist das Pferd hinterher so gesund wie vorher und er sagt mir auch, was Sache ist, kann sogar solche Arthrosen finden, die für Röntgenbilder immer verborgen bleiben werden, weil sie einfach selten "dämlich" (im Sinne der Röntgenuntersuchung) sitzen.

Wie immer, top Antwort!

Ich lasse auch keine AKU mehr machen. Die letzte - inklusive Röntgenbilder inklusive Sprunggelenke - hat mich vor 20 Jahren 500 Mark gekostet. Alles war gut. Ich habe das Pferd gekauft, 4 Wochen später war es lahm. In der Klinik die Diagnose: Spat im fortgeschrittenen Stadium. Das Pferd war erst 5 Jahre alt. Eine OP hätte 3500 Mark gekostet. Und die AKU-Röntgenbilder wurden in meiner Klinik angezweifelt, ob es überhaupt das gleiche Pferd sei... Außerdem wurde mir erzählt, dass das Pferd von Anfang an hätte lahm sein müssen, denn Spat entwickelt sich nicht in 4 Wochen. Es wurde gemutmaßt, dass das Pferd gespritzt worden war vor der AKU. Das nur mal dazu. Gott sei Dank konnte ich das Pferd zurückgeben. Das war ein Aufzüchter in Niedersachsen, der es aber mit der Wahrheit offenbar nicht so genau nahm... Hätte ich das Pferd drei Monate besessen, hätte ich mich nicht wieder davon trennen können!

Für das Folgepferd musste ich was draufzahlen - zusätzlich zu den Klinikkosten und dem Transport, den das alte Pferd noch verursacht hat. War ganz schön teuer. Seitdem habe ich noch drei Weitere Pferde gekauft (habe jetzt vier), alle ohne AKU. Lasse aber von meinem TA einen groben Check machen: Augen o.k., Atmung o.k., äußere Gliedmaße ohne Befund usw. Das dauert vielleicht 20 Minuten, kostet nicht viel und reicht völlig.

Aber ich habe das Pferd zuvor mehrfach beim Verkäufer besucht, ja auch Probe geritten. Da würde mir auffallen, wenn etwas nicht stimmt.

@Tangstedt

Danke, Tangstedt! Dann bin ich nicht die einzige "durchgeknallte", die immer alles anders haben muss als andere :-P

Zahlen tut der Käufer, der auch bestimmt, was gemacht werden soll. Den Preis für Röntgenbilder kann man beim TA erfragen.

Die AKU bezahlt üblicherweise der Käufer bzw. Derjenige, der sie beauftragt.

Eine große AKU d.h. mit Röntgenbilder kostet bei uns in der Region ca. 400-500€.

Okay das habe ich schon ungefähr vermutet, also von den Kosten. Aber das sollte einem wohl wert sein, damit man nachher nicht den Ärger hat ;-)

ich würde denken, der käufer zahlt, was er gemacht haben will.. warum sollte das der VK machen? i

Damit er auf der sicheren Seite ist und im Nachhinein der Käufer nicht sagen kann "Du hast mir ein krankes Pferd verkauft"??

@M0naMaus

das kann der käufer immer, aber

das macht es für mich nicht plausibel, dass der VK bei jedem interessenten eine untersuchung nach käuferwunsch in auftrag geben soll... was für ein stress für das tier darüber hinaus!

es steht doch dem käufer frei, untersuchen zu lassen, was ihm wichtig ist.. nicht umgekehrt?

@BenWish

Vor allem würde ich nix glauben, was mir der Verkäufer vorlegt - ich kann ja nicht wissen, wie gut der mit dem Tierarzt befreundet ist, der das ausgestellt hat - und beschissen wird ja teilweise völlig unverschämt...

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