Pferd ans Haus holen? Pro und Contra? Anfallende Kosten und Arbeit?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

na, das klingt doch alles prima :-)

Bedenke bei der Auswahl der Gesellschaft für Deinen Wallach das Thema Pony + Hufrehe, sonst kannst Du möglicherweise nicht beide gemeinsam auf die Weide stellen. Auch beim Füttern muss man dann unter Umständen immer eine Trennung vornehmen, damit nicht einer mehr bekommt als ihm gut tut.

Bau den geplanten Anbau so effizient wie möglich, das spart Zeit bei der täglichen Arbeit. Soll heißen, kurze Wege vom Futterlagerplatz zum Stall (trotzdem sichere Lagerung - Kraftfutter für die Pferde unerreichbar) und unmittelbarer Platz für das Zubehör wie Schubkarre, Mistgabel und Co. Stromleitungen für Licht und Koppelzaun pferdesicher installieren, statt Glasscheiben Scheiben aus durchsichtigem Plastik usw

Eine riesige Arbeiterleichterung sind Selbsttränken. Entweder nur eine Variante und die dann frostsicher (Balltränken bieten sich da an, die funktionieren ohne Strom) oder zwei Varianten für Sommer (normale Tränkebecken, die man einzeln abstellen kann) und Winter (siehe oben). Die letzte Variante kann man so installieren, dass die Pferde im Sommer nicht unbedingt in den Stall müssen um an die Tränke zu gelangen. Erfahrungsgemäß wird der Stall im Sommer nämlich hauptsächlich als Klo verstanden. Ansonsten die Leitungen so verlegen, dass man mit Traktor o.ä. darüber fahren kann ohne Schaden anzurichten. Apropos Traktor - mit dem muss man überall hin- und durchkommen können, für den Notfall :-(

Befestigung (Paddockplatten o.ä.) rund um den Stall wurde schon gesagt. Darum wirst Du mit Sicherheit nicht herumkommen.

Für den Weidezaun gibt es Überwachungsgeräte, die mangelnde Zaunspannung anzeigen. Die werden an die entfernteste einsehbare Stelle in den Zaun gehängt und ersparen durch weithin sichtbare Blinkanzeige lange Wege.

Seht ihr mehr Positives oder Negatives dabei?

Positiv sind die eigenen Entscheidungen, die man bezüglich der Pferde trifft. Natürlich mit allen Konsequenzen, was genügend eigene Fachkenntnisse voraussetzt.

Negativ? Naja, man ist "gebunden" . . . und zwar 365 Tage im Jahr. Egal ob man einen harten (Arbeits-)tag hinter sich hat oder am nächsten Tag in aller Frühe aufstehen muss - die Pferde müssen versorgt werden. Wenn Du allerdings Familienmitglieder hast, die bei Bedarf mal aushelfen, mag das gehen. 

Ich wünsche Dir viel Spaß bei Deinem Vorhaben. Bedenke aber auch, dass Du im Vorfeld eine Menge investieren musst und sich das nur lohnt, wenn Du lange genug dabei bleibst. Anderenfalls hat Dir die Idee nur Zeit und Geld gekostet.

lg

Ein ganz großes Dankeschön für diese echt ausführliche Antwort:)

Mhm also ich würde mein Pferd auch gerne zu mir stellen, da ich doch immer 15 km fahren muss und es schöner wäre das Pferd direkt am Haus zu haben. Ich stehe momentan in einem Offenstall mit 6 andren Pferdebesitzer n und Rbs. Die Hauptgründe für mich mein Pferd nicht zu mir zu stellen sind Folgende: wir teilen uns das Misten auf, zu hause müsste ich alles alleine machen. Wenn ich im Urlaub oder Krank bin, weiß ich das mein Pferd gut versorgt ist und im Notfall in die Klinik gefahren werden würde. Die Koppeln stellen wir gemeinsam auf und es ist alles vorhanden, (Fuhrpark, Zaun usw.) Das müsste ich alles anschaffen. Wir haben einen Roundpen, was ich bei mir auch nicht habe. Heu, Kraftfutter ist vorhanden und in der Einstellergebühr enthalten. Zudem müsste ich mir ein zweites Pferd anschaffen. Alles in allem wäre es eine treue Angelegenheit das Pferd zu Hause zu halten.

Das sind schon mal supergute Grundbedingungen. Allerdings gibt es doch einiges zu beachten:

- Du brauchst beim Stall eine Möglichkeit der Mistentsorgung. Dies sollte praktisch sein und nicht die Nachbarn stören.

- Du brauchst Zaun für die Weide, Pfosten, Tore, Strom für den Weidezaun.

- Du brauchst einen befestigten(!) Platz vor dem Stall (sonst hast Du im Winter bald nur noch Matsch.)

- Du brauchst einen guten Anbindeplatz, wenn Hufpfleger oder Tierarzt kommt.

- Du mußt die Tränke (auch auf der Koppel) organisieren.

Und bedenke, Du brauchst Zeit. Wenn alles eingerichtet ist und funktioniert brauchst Du bei zwei Pferden morgens und abends ne Stunde zum misten/ füttern/ Koppel abäpfeln.

Dazu kommen diverse Wochenendarbeitseinsätze. Mist wegbringen, Koppelzaun defekt - neu machen etc. Das heißt Du brauchst Mitstreiter mit Pferdeverstand, die Dich auch mal vertreten, wenn Du in den Urlaub gehst oder krank bist.

Summa Sumarum: Viel Arbeit - Viel Freude. Aber ich würde es tun :-)

Hi Konfou,

jo das geht, haben wir früher auch gemacht. Nur hatten wir 2 Kleinpferde. Meine Eltern haben damals ein paar Weiden angepachtet, es kam ein Offenstall drauf und es wurde auch eine Koppel bzw. Winterpaddock abgezäunt.

Ein Pferd/Pony sollte man aber nicht alleine halten, das sind Herdentiere und eine Einzelhaltung wäre für das Pferd eine Qual und kein schönes Leben. Vielleicht findet Ihr ja jemanden, der sein Pony/Pferd auch bei Euch mit dazustellen will - er/sie kommt dann für die Kosten ihres Pferdes auf und dann braucht Ihr kein 2. Pferd zu kaufen.

LG Bage

Ja natürlich, wäre es günstiger, einen Einsteller zu holen, aber dieser hat dann vielleicht Wiese andere Ansprüche, Ansichten und Vorstellungen u d da hab ich einfach schon zu viel Schlechtes gehört. Alleine könnte ich einfach alles so machen,wie es mir gefällt und ich es für richtig halte.

Ich hatte sowieso schon eine Weile den Wunsch nach einem zweiten Pferd, aber es wäre mir dann doch zu teuer, gleich für zwei Pferde die Stallmiete zu zahlen. Aber sollte ich meinen Wallach zu mir holen, wäre das ja eine Möglichkeit und natürlich auch der perfekte Grund.

Da ich nicht kommentieren kann:

Wenn Dir bewusst ist, dass Du die Kosten nicht so viel senken können wirst, weil man in großen Mengen eben auch günstiger an Zaunmaterial etc. kommt, kommt mir auch nur der Gedanke mit der Beistellerwahl, dass Du es am leichtesten hast, wenn die von der Fütterung in etwa zusammenpassen, also einen ähnlichen Bedarf haben. Sonst musst sie immer irgendwie trennen, wo das eine Pferd fressen kann und das andere eben nicht, dass Dir nicht eines zum Übergewichtspatienten mit allen Auswirkungen auf Stoffwechsel (Hufrehe, EMS etc.), Gelenke, Herz-Kreislaufsystem etc. wird und das andere dennoch kraftlos dünn ist.

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