Pfandbon "abgelaufen", jedoch kein Datum vorhanden?

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Probier es doch einfach. Geh in dem Laden einkaufen und gib an der Kasse die Pfandbons ab. Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht. Auf mündliche Aussagen kannst du dich nur selten verlassen. Allerdings ist es schon ungewöhnlich, einen Pfandbon fast ein Dreivierteljahr rumliegen zu lassen. Ich löse die Dinger normalerweise noch am selben Tag ein.

Viele Märkte und Konzerne versuchen, sich hier das Eigentum des Kunden unter den Nagel zu reißen, indem sie in den AGB Klauseln unterbringen, dass der Pfandbon innerhalb eines Tages, einer Woche oder zwei Wochen einzulösen ist.

Insofern ist dein Markt noch ziemlich kulant, wenn er dir zwei Wochen gewährt. :)

Allerdings handelt es sich dabei um ein Schuldverhältnis, das dir lt. BGB § 195 eine Verjährungsfrist von 3 Jahren gewährt. Dein Pfandbon ist also rein rechtlich bis zum 31. Dezember 2015 gültig.

Und nach § 812 hast du einen rechtswirksamen Herausgabeanspruch.

Klauseln, die dieses Recht einschränken, bringen den Konzernen Milliarden ein, weil sich viele Leute einfach nicht wehren, wenn man ihnen die AGB unter die Nase hält.

Mein Tipp: Mach den Lauten! Geh direkt in den Markt. Stelle dich an die Kasse und verlange, falls der/die Kassierer(in) zickt, unmittelbar den Geschäftsführer/Filalleiter. Wenn der nicht kommt (weil er - in solchen Situationen - gern gerade auf "Dienstreise" oder in einer "Sitzung" ist), verhandle mit der Kassiererin weiter. Lasse dich nicht abweisen, ohne eine Auskunft über das weitere Verfahren zu erhalten.

Im Zuge der Argumentation rate ich dazu, laut (aber nicht handgreiflich!) zu werden. Das zieht (fast) immer, denn es wird für die Mitarbeiter sehr peinlich, wenn du dein Recht lautstark einfordern musst. (Außerdem könnten auch andere Leute auf die gleiche Idee kommen.)

Erwähne, dass das BGB diese Vorschriften verpflichtend in den §§ 195 und 812 stehen hat, und dass du dich gegen den Diebstahl deines Eigentums genauso zur Wehr setzen wirst, wie man das mit Ladendieben in diesem Geschäft zu tun pflegt. Das nervt die Angestellten und man wird dir i.d.R. den Betrag erstatten.

Manchmal verweist man dich auch an den Justiziar des Konzerns. In diesem Fall ohne zu zögern anrufen und nachfragen: Hier aber ruhig bleiben, der Mann macht nur seinen Job und er wird dich schnell bestätigen. (Falls nicht: Namen notieren und der Verbraucherzentrale mitteilen.)

Wenn es gar nicht anders geht, kündige rechtliche Schritte an und laufe direkt zur Verbraucherzentrale. Die können das Geschäft abmahnen, was die Karriere des Geschäftsführers/Filialleiters deutlich knicken dürfte.

Das ist zweifellos nicht die feine englische Art, aber manchmal muss man eben aufstehen, wenn man sein Recht durchgesetzt sehen will.

Argumente, die du brüllen kannst:

  • "Flaschen gegen Pfandbon" ist ein rechtsgültiger Vertrag
  • Es tritt ein Schuldverhätnis ein (Der Laden schuldet dir dein Geld, das er ja vorübergehend, da der Automat nicht direkt auszahlt, über den Pfandbon transportiert)
  • Mithin ist Pfandbon gegen Geld einzutauschen
  • Dies hat nach BGB innerhalb von 3 Jahren zum Ende des Jahres, in dem das Schuldverhältnis eingegangen wird, zu erfolgen
  • Darüber hinaus ist der Laden nach dem gleichen BGB zur Herausgabe verpflichtet.
  • AGB-Klauseln, die das BGB aushebeln, sind rechtsunwirksam

Das beliebte Gegenargument der "Fälschungs- und Missbrauchsgefahr", das gern verwendet wird, ist ebenfalls unwirksam: In diesem Fall hat der Laden selbst dafür zu sorgen, dass dieser Gefahr vorgebeugt wird - und zwar im Rahmen des Bürgerlichen Rechts der Bundesrepublik Deutschland (beispielsweise durch das Aufstellen von Automaten, die das Geld direkt auszahlen), und nicht mit einer Unterstellung, du würdest nun auch noch als Fälscher oder Betrüger verdächtigt oder gar bezeichnet werden (in der Öffentlichkeit geäußert ist dies strafrechtlich relevant, wenn der "begründete Verdacht" fehlt; fahre ihm/ihr also gleich bei der ersten Andeutung brutal über den Mund und weise sie darauf hin, dass in diesem Fall zusätzlich eine entsprechende Klage anhängig werden wird.)

Nach so einem lautstarken Argumentaustausch hat sich i.d.R. ein ganzer Haufen Kunden versammelt. Das sind alles Leute, die potenziell demnächst den Filialleiter nerven werden (und er weiß das ;)). Also wird er entweder beschwichtigen und dir das Geld geben, oder dich rauswerfen und dir Hausverbot erteilen.

Falls du rausfliegst, nimm's ihm/ihr nicht persönlich übel (und halte dich daran, denn die haben nun einmal das Hausrecht), sondern wackle direkt zur Verbraucherzentrale. Den Rest erledigen die dort. Ich habe das allerdings noch nie erlebt. Im Gegenteil: Meine Pfandbons wurden teilweise auch nach 2 Jahren (und auch schon mal mitgewaschen), ja sogar in anderen Filialen desselben Konzerns noch eingelöst...

geh zu der filiale,wo der bon erstellt wurde und probier dein glück.wirst ja sehen ob sie ihn annehmen.

Naja, das Problem ist mal so "hingehen und schauen obs geht" ist eig nicht so cool.. Würde dann mit Auto hin müssen.. 20 min Fahrt.. für die Bons.. aber werds heut auf jeden Fall tun.. Solang da kein Verfallsdatum drauf steht (wovon ich eh noch nie etwas gehört habe) werde ich auch mein Geld fordern! :-) Danke trotzdem für eure Tipps.

@swiss2650

bitte gern...es ist dein flaschengeld,was dir zusteht....hauptsache man kann alles noch deutlich lesen und ein verfallsdatum für leergut hab ich auch noch nie gehört.LG

Probiers einfach.

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