Ohne Arbeitsvertrag für 3 Tage gearbeitet, danach gekündigt, jetzt möchte sie einen Arbeitsvertrag zurück - was soll ich antworten?

2 Antworten

Also natürlich hat der Arbeitgeber ein Recht auf einen unterschriebenen Arbeitsvertrag da du ja effektiv dort gearbeitet hat. Es ist zwar kein schriftlicher Vertrag notwenig aber dennoch üblich.

Deine Whatsappnachricht ist keine Kündigung. Du hast bist also der Arbeit unerlaubt und unentschuldigt fern geblieben. Da du keinen schriftlichen Vertrag bisher abgegeben hast hast du einen mündlichen Vertrag mit den gesetzlichen Fristen. Das BGB besagt 2 Wochen Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit. Diese hättest du einhalten müssen. Du hast dich also vertragswidrig verhalten. Das der Arbeitgeber nun den Lohn einbehält ist ein zumutbares Druckmittel. Nachdem du den Vertrag also geschickt hast und sie den ablegen können wirde deine Lohnforderung bearbeitet. Ob tatsächliche eine Forferung deinerseits bestehen kann da du in der Kündigungsfrist ja unentschuldigt nicht mehr erschienen bist bleibt jedoch abzuwarten.

Das der Arbeitgeber nun den Lohn einbehält ist ein zumutbares Druckmittel.

Das ist kein "zumutbares Druckmittel", sondern blanker Unsinn:

Für die gearbeitete Zeit steht dem Fragesteller selbstverständlich Entgelt zu, das hat mit nicht formgerechter Kündigung oder nicht eingehaltener Kündigungsfrist nichts zu tun!

Für die Zeit des unentschuldigten Fehlens (wegen faktisch nicht erfolgter Kündigung) kann der Arbeitgeber selbstverständlich das eigentlich zu zahlende Entgelt selbstverständlich einbehalten.

Es bleibt ihm auch unbenommen, Schadenersatzansprüche - sofern ein Schaden tatsächlich entstanden und detailliert nachweisbar ist - vor dem Arbeitsgericht geltend zu machen.

@Familiengerd

Richtig, da hab ich mich missverständlich ausgedrückt.

Der Arbeitgeber wird den Lohn erst berechnen wenn allle Unterlagen vorliegen. Dies ist soweit sein gutes Recht. Das er zahlen muss steht ausser Frage. Bei der Schadensersatzforderung
kann er da nicht den noch nicht gezahlten Lohn "verrechnen"?

@augsburgchris

Bei der Schadensersatzforderung
kann er da nicht den noch nicht gezahlten Lohn "verrechnen"?

Ob eine solche "Aufrechnung" gegenseitiger Forderungen aus unterschiedlichem Anlass grundsätzlich erlaubt ist, kann ich nicht beantworten.

Eine solche Aufrechnung würde im konkreten Fall (und meist auch allgemein) allerdings schon aus folgenden Gründen scheitern oder nicht erlaubt sein:

Erstens muss der Arbeitgeber nachweisen, dass tatsächlich ein Schaden entstanden ist, der in ursächlichem Zusammenhang steht mit dem unentschuldigten Fernbleiben/der nicht eingehaltenen Kündigungsfrist (gelegentlich wird von Gerichten auch noch dagegen gehalten: der aber nicht auch entstanden wäre, wenn der Arbeitgeber z.B. erkrankt wäre - was ja in der Konsequenz auf das gleiche Problem für den Arbeitgeber hinaus läuft).

Zweitens muss der Arbeitgeber einen entstandenen Schaden genau belegen und beziffern können.

Drittens müssten bei einer Verrechnung des Schadens mit ausstehendem Lohn Pfändungsfreigrenzen eingehalten werden, bis zu denen auf Lohn nicht zugegriffen werden darf; diese liegt bei einer alleinstehenden Person aktuell bei 1.079,99 €/mtl.

Dann bekommst du keinen Lohn weil es dann Schwarzarbeit ist! Sie muss nachweisen das du dort gearbeitet hast genauso wie du!

Wie kommst du denn auf den Blödsinn mit der Schwarzarbeit? Ein Arbeitsvertrag muss doch nicht schrifftlich sein.

Das ist kein Blödsinn! Wenn er behauptet das es auch keine Mündlichen Vereinbarung gab steht Aussage gegen Aussage. Somit ist die Cheffin in der Beweispflicht. Kann sie das nicht ist es Schwarzarbeit ;)

Die Behauptung von "Schwarzarbeit" ist und bleibt Blödsinn!

Mach es nicht noch schlimmer. Wenn der Vertrag mündlich geschlossen wurde gelten die gesetzlichen Regeln im BGB. Und durch die Annahme der Arbeit, die ja geleistet wurde ist automatisch ein Vertrag zustande gekommen. Weder kann die Arbeitnehmerin behaupten sie wusste nix davon (hat ja gearbeitet) noch die Arbeitgeberin (hat ja offenbar höhere Leistung gefordert) also wussten beide das gearbeitet wird und somit ist der Vertrags rechtskräftig.

Versteht ihr mich nicht oder wollt ihr es nicht verstehen? Ich spreche davon wenn er/sie Geld fordern würde, es aber keinen Mündl./Schriftl. Vertrag gibt weil er/sie es abstreitet. Dann verlangt er/sie also Auszahlung des Lohns ohne Steuerabgaben! Das ist Schwarzarbeit. Ich habe nicht geschrieben das es Schwarzarbeit ist. Wenn ich einen Polen zu mir ins Haus hole der streichen soll und ich ihn bezahle aber ohne das er Steuern zahlt ist das Schwarzarbeit. Fakt ist entweder verzichtet er/sie auf das Geld oder er/sie beendet seine Mündlich geschlossenen Vertrag.

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