Offene Hauptforderung direkt an Amazon überweisen?

5 Antworten

Solange nicht ausdrücklich geschrieben wurde von Amazon, dass es die Forderung verkauft oder abgetreten hat, solange darfst du schuldbefreiend auch direkt an Amazon bezahlen. Im Endeffekt ist es aber egal, an wen du zahlst. Wichtig ist der Verwendungszweck.

Wenn du überweist mit Verwendungszweck "Nur Hauptforderung, Zinsen, Mahngebühren", darf auch nicht anders verrechnet werden. Egal ob du ans Inkasso zahlst.

Ansonsten empfiehlt sich ein klärender Brief (Einschreiben). Beispielsweise:

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Wertes Inkasso.

Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich bestreite, dass sie jemals eine Rechtsdienstleistung erbringen. Stattdessen handelt es sich bei Ihrer Tätigkeit um echtes/unechtes Factoring im Sinne des BGH, 21.03.2018 - VIII ZR 17/17.

Es steht Ihnen frei, mir durch Vorlage des vollständigen mit Gläubiger geschlossenen Vertragswerkes, eines ausführlichen Tätigkeitsnachweises und eines Kontoauszuges, dass die Inkassokosten in meinem Fall vom Gläubiger bezahlt wurden, das Gegenteil nachzuweisen.

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Man erzeugt damit eine Patt-Situation. Man verweigert sich nicht komplett. Stattdessen will man die Verträge und Unterlagen einsehen. Verweigert einem die Gegenseite das, kann sie klagen, wie sie will. Ihr obliegt dann der schwarze Peter, die Korrektheit der Forderung beweisen zu müssen. Damit liegt man auf einer Linie mit den Gesetzen und dem Bundesgerichtshof. besser geht es nicht.

In der Praxis hat der AK Inkassowatch mit dieser Argumentation schon mehr als ein Dutzend erfolgreicher negativer Feststellungsklagen geführt. Die Inkassos können und wollen nicht beweisen, dass sie überhaupt etwas sinnvolles getan haben. Sie probieren es gar nicht erst. Man bekommt die Verträge nie zu Gesicht. Lieber verlieren sie vor Gericht.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Da du es erst hast soweit kommen lassen, dass bereits an Inkassounternehmen eingeschaltet ist, bedeutet dass das Amazon seine Forderung an dieses Inkassounternehmen abgetreten hat und somit musst du selbstverständlich Forderung an das Inkassounternehmen bezahlen. Amazon ist an dieser Stelle raus,.

Wäre die Forderung wirklich abgetreten, würde das Inkasso in eigenem Namen tätig werden. Anstelle des Gläubigers.

Das bedeutet: Es findet keine Inkassodienstleistung mehr statt (siehe RDG).

Das wiederum bedeutet: Inkassokosten betragen grundsätzlich 0,00€. Alles andere wäre strafrechtlich relevant (Betrug, Nötigung u.ä.)

Hier ist gar nichts abgetreten. Und solange das auch nicht ausdrücklich vom Gläubiger behauptet wird, ist jede Zahlung an den Gläubiger selbst immer auch schuldbefreiend. So will es das Gesetz und Amazon kann sich nicht über das BGB stellen.

Die Inkasso-Kanzlei ist schon eingeschaltet + tätig geworden, sie wurde eingeschaltet. Sie kriegen jetzt schon Geld uns das übernimmt Amazon nicht. Du hast zu lange gewartet.

Nur weil Inkassos etwas wollen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie es auch kriegen oder dass es eingeklagt werden kann.

@mepeisen

Er schreibt nicht von Unschuld, Ungerechtigkeit, gar nicht bestellt oder doch schon bezahlt.  Amazon hat hier wohl einen offenen Fall, so liest sich seine Frage.  Dann steht wohl eine berechtigte Forderung im Raum. Wer nichts hat, kann nicht zahlen. Hier wird aber nach dem Recht gefragt ("MUSS ich"). Und Recht kann eingeklagt werden.

@suedhoern

Die Inkassokosten sind in vielen Fällen gerade nicht einklagbar. Beispielsweise urteilt das der Bundesgerichtshof am 21.03.2018 - VIII ZR 17/17.

Es liegt erst mal an Amazon, zu beweisen, dass überhaupt eine Rechtsdienstleistung stattfand. Ein Ding der Unmöglichkeit im Masseninkasso.

Der AK Inkassowatch hat eine ganze Reihe von negativen Feststellungsklagen erfolgreich geführt, in denen die Inkassos sich verweigert haben, irgendwie sachlich oder anhand der Vertragswerke zu begründen, was sie da eigentlich für eine Gebühr verdient haben wollen. Denk mal kurz drüber nach, warum dem so ist.

Es wundert mich immer wieder, woher diese Falschinfos kommen, die in Bezug auf Inkassokosten in Foren verbreitet werden. Wo hast du diese Falschinfos bloß her?

@mepeisen

Ich dachte schon vor meiner Antwort darüber nach. Ich spreche hier nicht von Beweisen, sondern auch von Moral. Könnte ja sein, dass Amazon es beweisen kann. Könnte auch sein, dass das Inkasso eine Tätigkeit nachweist. Vielleicht ist es denen zu viel Arbeit oder die Summe ist auch zu klein. Sogar ganz ohne Beweise darf ich klagen, das ist nicht verboten.  Und durch die ursprünglich offene Forderung würde sie - wahrscheinlich - sogar zugelassen. Du erzeugst nur vorerst eine Patt-Situation. Ich würde gut finden, wenn man einfach bezahlt, was man kauft, hier nicht nachfragt, wie man elegant rauskommt + man ihm - der wohl ohne zu zahlen gekauft hat - nicht noch eine Handvoll schlauer Anwaltstricks auf den Weg gibt, wie er sich da geschickt herauswindet. Am Ende entscheidet ein Richter, nicht ein Widerspruch. Was ich gut oder nicht gut finde, kann Dir natürlich völlig egal sein. Allerdings würde ich auch gut finden, wenn Du nicht versuchen würdest, andere, nur ganz einfach ehrlich gemeinte Antworten als grundsätzlich falsch zu kommentieren + uns andere als Blödmänner hinzustellen, weil wir Zeche prellen doof finden. Inkassokanzleien sind Haie, logisch, aber nicht illegal. Wegen Käufern,  die nicht zahlen können, wurden sie erfunden. Die fallen der Gerichtsbarkeit + auch der Steuer + dem Staat (das sind z. B. Du + ich) zur Last. 

@suedhoern

Welche Moral meinst du? Die Moral einer jenseits der gesetzlichen Richtlinien operierenden Branche Geld zu schenken? Ich verrate dir mal ein "Geheimnis". In den großen Vertragswerken der Inkassos werden den Gläubigern versprochen, dass diese 0,00€ Kosten haben werden. Die Inkassos arbeiten also kostenlos.

Trotzdem werden die Schuldner dann offen angelogen, dass den Firmen wie Amazon u.ä. ja angeblich ein Schaden entstehen würde und der Schuldner, der ach so böse Schuldner, diesen Schaden zu ersetzen habe.

Die Frage ist nun: Kann man solchen Firmen, die die Menschen direkt ins Gesicht lügen, um sich selbst schicke Sportwagen vor die Tür zu stellen, wirklich mit Moral begegnen?

Am Ende entscheidet ein Richter

Nur, wenn geklagt wird. Was im Normalfall bei übrig bleibenden Inkassogebühren nie passiert. Überlege mal, wieso das so gut wie nie passiert... Weils nicht durchsetzbar ist ;-)

uns andere als Blödmänner hinzustellen,

Das habe ich nie getan. Ich habe deutlich gefragt, wo du diesen Blödsinn her hast. Letztendlich hast du nicht geschrieben "Aus moralischer Sicht zahle". Dann hätte ich auch nie so geantwortet. Du hast voller Überzeugung behauptet, dass das alles rechtens wäre und man einfach Pech gehabt hat.

Wegen Käufern, die nicht zahlen können, wurden sie erfunden

Das rechtfertigt nicht das systematische Umgehen aller Gesetze, die es dazu gibt. Mein Argument ist nicht, dass man Inkassobüros doof finden soll oder aus Prinzip nicht bezahlen soll. gerade kleine Handwerker u.ä. sind auf Inkassos angewiesen und da darf auch die volle Gebühr verlangt werden. Eben weil das Inkasso auch alles dafür tut im sogenannten Individualinkasso.

Mein Argument ist folgendes: Die großen Konzerne haben hier eine billige Gelddruckmaschine erfunden und ziehen das durch. Sie lagern etwas, was sie problemlos und kostengünstig (Mahnungen schreiben) selbst machen können, aus. Die Inkassos machen damit Milliardengewinne mittlerweile. Da fragte ich mich, wo so etwas herkommt. Wenn es nur drum ginge, kostendeckend zu arbeiten, wo kommen dann diese Milliardengewinne her? Wieso klopft sich der Otto-Konzern in Wirtschaftsmagazinen selbst auf die Schulter und präsentiert die eigene Inkasso-Tochter als am stärksten wachsendes Unternehmen über ein Jahrzehnt?

Wieso müssen Inkassos offen lügen und Gesetze brechen, um ihre Gewinne zu maximieren? Das ist es, was ich anprangere. Und ja, ich gebe Tipps, wie man das umgeht. Die Inkassos haben zu lange Milliardengewinne gemacht mit einer Methode, die nichts anderes ist als moderne Wegelagerei.

Die fallen der Gerichtsbarkeit + auch der Steuer + dem Staat (das sind z. B. Du + ich) zur Last. 

Auch das ist völliger Blödsinn. Sorry, aber weißt du, was ein gerichtliches Mahnverfahren ist? Weißt du, dass Amazon das problemlos völlig automatisiert beantragen könnte? Dass die Gerichte das auch so weit professionalisiert haben, dass die Gerichtskosten kostendeckend sind? Wozu braucht Amazon ein Inkasso, was mindestens 70,20€ für einen Mahnbrief verlangt? Das hat absolut nichts mit "Fällt dem Steuerzahler zur Last" zu tun.

@mepeisen

Du kennst diesen Fall also vollständig + komplett bis ins Detail. Dann muss er ja kein Patt erzeugen. Dann kann er sich ja komplett verweigern. Dann sind es ja nur ein paar Dutzend Fälle. Und es sind dann ja nicht nur viele Fälle, sondern alle. "Sie" muss dann beweisen … Du schließt aus, dass sie es noch tut. Mit jedem Satz hältst Du Dir eine Hintertür offen, um mich mit meiner anderen Meinung auszuzählen.  Sie drucken Geld, lügen, brechen Gesetze, maximieren Gewinne, Aber für kleine Handwerker dürfen Sie volle Gebühr verlangen? Und wenn ich den Handwerker nicht bezahle, sind sie plötzlich Wegelagerer. Selbstverständlich muss geklagt werden, damit ein Richter entscheidet. Du weißt nur nicht, ob das Inkasso es in seinem Fall noch tut. Was ich anprangere, sind Hilfestellungen,  Entschuldigungen oder auch nur Relativierungen  für Unehrlichkeit. Durch solche gut gemeinten Aufklärungen werden Täter zu Opfern.

Die dunkle Seite der Macht kotzt mich genauso an wie Dich. Ich bin nicht mit denen verheiratet, kenne nicht mal eines. Schlag die Zeitung auf, sieh fern.  Schulkinder verhungern im 15. Stock: Versagen der Polizei, mangelnde Kontrolle des Sozialamt, Fahrlässigkeit des Schulamt … Alle, nur nicht die Eltern. Ich habe keinen Grund, den Amazonkunden hier in Sicherheit zu wiegen. Diese Moral meine ich. Es gibt eigentlich nur eine. Du wirst jetzt das letzte Wort haben. Was ich zu sagen hatte, kann nicht deutlicher gemacht werden + ich bleibe auch dabei. Zahlt er nur den Kaufpreis nach, ist es ja legitim, erst nicht zu zahlen + die ganze Maschinerie am Laufen zu halten, die unser aller Geld kostet.

Hallo.Amason Arbeit mit den Inkassounternehmen nach dem Erfolgsprinzip.

Die bekommen die Gebühren und Amazon das Geld dann vom unternehmen direkt.

So wurde mir das am Fernsehen geschildert.

Mit Gruß

Bley 1914

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

selbst Inkassokosten können eingefordert werden

nö, können sie im Regelfall gerade nicht. Siehe BGH 21.03.2018 - VIII ZR 17/17  

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