Notebookgehäuse verbogen - Gewährleistung oder klarer Sachmangel? Beweislast bei mir?

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5 Antworten

Einen Paragrafen kann ich dir nicht bieten, aber den brauchst Du wohl auch nicht. Für mich sieht es auf den Bildern aus, als wenn Du mit dem Notebook irgendwo gegen geschlagen bist (siehe die Stelle seitlich des Bildschirms). Daher würde ich dir das Gerät auch nicht tauschen oder kostenlos reparieren.

Kann nicht sein, rechts ist alles noch ok

Man erkennt einen deutlichen Kratzer/Beschädigung an der Seite des Bildschirms, die durch einen Schlag hervorgerufen wurde.

ist ein Fleck vo einem Sticker oder was ähnlichem, hab ich grad weggewischt

Das Notebook hat sich von selbst so verformt?? Das bezweifle ich doch mal stark! Bei so einer deutlichen Verformung wirst du den Beweis erbringen müssen, dass es von Anfang an so gewesen ist. Eine solche Verformung entsteht nicht mal eben über Nacht.

ja, über ein Jahr. Ich bin doch nicht blöd und schlage das Notebook gegen alles. Ging halt nach und nach ab

@leoll

Das sagt doch auch keiner, aber einmal versehentlich irgendwo anschlagen, das kann schon mal passieren und reicht dann auch! Mir ist mein Laptop sogar schon einmal heruntergefallen, deshalb betrachte ich mich trotzdem nicht als blöd. Ich hatte nur Glück und es ist nichts kaputt gegangen.

Außerdem wolltest Du hören, was andere dazu sagen. Wenn Du andere Ansichten als die deinige nicht akzeptierst, warum fragst Du dann?

@Rainman007

Warum ist das schwarte Plastik denn länger als das silberne oben? irgendwas muss sich da verformt haben, das kann nicht vom Sturz kommen

@leoll

Ich schätze, Du bist ein Opfer der perspektivischen Verzerrung geworden. Denn da ist nichts länger geworden, wie auf den anderen Bildern deutlich zu sehen ist.

@Rainman007

Ich sitz ja davor... das schwarte ragt ca. 1/2cm über den Rand, sowas kann doch nicht sein, rechts ist es gerade

@leoll

Ups, ich habe übersehen, dass Du der Fragesteller bist, dass ist natürlich etwas anderes. Ich vermutete, dass hier jemand aufgrund der Bilder zu diesem Schluss gekommen ist.

Hallo, Vorab: Ich nehme an, dass Dell eine 2-jahres-Garantie gibt. Derartige Garantien sind auf freiwilliger Basis und dabei sind solche Schäden zumeist ausgeschlossen. Da müsstest du mal die Garantiebedingungen von Dell prüfen, sieht aber schlecht aus.

Aber: wenn Sie der Meinung sind, dass Sie nichts zu der Verformung beigetragen haben, müsste ein Gewährleistungsfall tatsächlich auch vorliegen. Denn ein Mangel liegt vor, wenn die Kaufsache bei Kauf nicht die übliche oder vereinbarte Beschaffenheit hat, § 434 BGB. Verformt sich die Kaufsache also z.B. aufgrund eines Materialfehlers, liegt ein Mangel vor. Entsprechend stünden Ihnen die Gewährleistungsrechte aus § 437 BGB zu. Soweit die Theorie. In der Praxis - der Anspruch muss ja auch durchgesetzt werden - ist zu beachten:

Der Mangel wird als solcher vermutet, wenn Sie den Laptop als Verbraucher (nicht als Unternehmer) von einem Unternehmer gekauft haben und der Kauf noch nicht länger als 6 Monate her ist, § 476 BGB, die sog. Beweislastumkehr. Der Verkäufer müsste dann beweisen, dass er nicht für den Mangel verantwortlich ist, z.B. durch ein Sachverständigengutachten. Sind seit dem Kauf mehr als 6 Monate vergangen, müssten Sie den Beweis führen, dass der Mangel nicht von Ihnen verursacht wurde (vereinfacht gesagt). Für die erste Alternative ist wichtig, dass Sie innerhalb dieses halben Jahres auch den Anspruch gerichtlich geltend machen. Es kommt dabei auf den Zeitpunkt der Klageerhebung an.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben, schauen Sie doch auc einmal auf meiner Website vorbei, unter

www.anwaltskanzlei-wue.de

viele Grüße Peter Lamprecht

Die Beweislastumkehr greift nach dem BGH allerdings nur in zeitlicher Hinsicht und nicht für das Vorliegen eines Mangels. D.h. der Verbraucher müsste doch zunächst beweisen, dass es sich überhaupt um einen Mangel und keinen Bedienungsfehler handelt oder liege ich mit meiner Annahme falsch?

@Punky0815

@Punky0815 hm, da gibt es widersprüchliche Rechtsprechung, u.a. ein Urteil, bei dem sich der BGH wohl etwas vergalloppiert hat. Dort war ein Opel, Modell weiß ich nicht mehr, der einen Getriebeschaden hatte. Ein Gutachter stellte fest, dass unsicher sei, ob dieser materialbedingt oder durch falsche Bedienung verursacht worden war. Damit wurde die Klage abgelehnt, der Mangel sei nicht bewiesen. In der Literatur wird dieses Urteil bis heute zu Recht stark kritisiert. Denn der § 476 BGB erstetze VerbrGKRL 5 III, wonach die Vertragswidrigkeit schon zum Zeitpunkt der Lieferung bestand, wenn sie innerhalb von 6 Monaten danach auftritt, vgl. Palandt, § 476, Rn. 1. Danach wurde also bereits die Vertragswidrigkeit - also der Mangel selbst- vermutet. Außerdem ist unklar, was denn von der Vorschrift übrigbleibt, wenn sich die Beweislastumkehr rein auf die zeitliche Komponente beschränkt, denn der Mangel definiert sich ja als vertragswidriger Zustand bei Gefahrenübergang. Ich meine, der BGH hat in einem neueren Urteil die genannte Rechtsprechung auch schon wieder relativiert, aber kann das Urteil leider nicht finden gerade. Unter dem Strich eine juristisch sehr schwierige Frage!

viele Grüße

@PeterLamprecht

Zeigt sich bei einem gebrauchten Kraftfahrzeug, das ein Verbraucher von einem Unternehmer gekauft hat, innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe an den Käufer ein Mangel (hier: defekte Zylinderkopfdichtung, gerissene Ventilstege) und können die dafür als ursächlich in Frage kommenden Umstände (Überhitzung des Motors infolge zu geringen Kühlmittelstands oder Überbeanspruchung) auf einen Fahr- oder Bedienungsfehler des Käufers zurückzuführen, ebenso gut aber auch bereits vor der Übergabe des Fahrzeugs an den Käufer eingetreten sein, so begründet § 476 BGB die Vermutung, dass der Mangel bereits bei Gefahrübergang vorhanden war.

BGH, Urteil vom 18. 7. 2007 - VIII ZR 259/06; (http://lexetius.com/2007,1957)

Meinst du dieses?

@Ratirat

@RATIRAT: GENAU dieses meine ich, tausend Dank!!!!

viele grüße Peter

Hallo leoll,

wenn diese Verformung, wie Du sagst, ohne Fremdeinwirkung von außen aufgetreten ist, kannst Du Dich damit an Deine Hausratversicherung oder Elektronikversicherung wenden. Die werden das dann von einem Gutachter besichtigen lassen und Dir den Zeitwert ersetzen. Ist das Geräüt noch innerhalb der Hersteller-Garantie, geh damit zum Fachhändler und besteht auf eine Begutachtung und Ersatz. Markenhersteller legen Wert auf einen guten Ruf und werden, bei berechtigter Beanstandung innerhalb der Gewährleistungszeit, Ersatz leisten.

Wenn ich mir die Bilder so ansehe, tippe ich allerdings eher auf einen Schaden durch Sturz. Hat evtl. jemand in Deiner Abwesenheit das Gerät benutzt und den Schaden verursacht?

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