Nicht unterschriebener Arbeitsvertrag bei Nichtantritt der Arbeit am ersten Tag gültig oder nichtig?

6 Antworten

Nennen wir die 3 doch lieber AG, AN und JC - das macht es einfacher.

Rein theoretisch ist ein Arbeitsvertrag entstanden: Arbeitsverträge bedürfen (im Gegensatz zur Kündigung!) nicht der Schriftform, sondern können auch mündlich oder durch konkludentes Handeln entstehen.

Der AN hätte also - mangels Kündigung - am ersten Tag zur Arbeit erscheinen müssen. Das ist er aber nicht, somit könnte der AG den AN sogar auf Schadensersatz verklagen (z.B. weil er einen Auftrag angenommen hat, der durch nur den neuen AN ausgeführt werden kann).

In der Praxis wird eine solche Klage aber oft wegen Beweismangel (Aussage gegen Aussage) keinen Erfolg haben.

Der AG kann aber durchaus JC über das Fehlverhalten von AN informieren - und das kann durchaus Sanktionen ergreifen.

Nein, es ist kein gültiger Arbeitsvertrag zustande gekommen. Zwar können Arbeitsverträge auch mündlich abgeschlossen werden, wobei dies natürlich schwer zu beweisen ist.

Der AG hat nur einen Arbeitsvertrag mitgeben, der AN hat keinerlei Zusage gemacht, dass er die Stelle antreten möchte, ich sehe auch keinerlei schlüssiges Verhalten. Die Mitgabe eines Vertrages ist für mich niemals ein Beweis, dass beide Parteien damit einverstanden sind. Vielmehr deute ich es so, dass die andere Partei aufgefordert wird, den Inhalt durchzulesen und dann annehmen oder ablehnen.

Das Jobcenter wird dennoch Stress machen, falls es Wind davon bekommt. Durch falschen Verhalten des AN ist kein Arbeitsvertrag zustande gekommen und der AN braucht nun eine verdammt gute Ausrede, warum er es nicht tat.

Arbeitsverträge sind grundsätzlich formfrei möglich. Auch eine mündliche Zusage könnte einen rechtsverbindlichen Arbeitsvertrag begründet haben.

Die Frage ist daher mit den vorliegenden Informationen nicht abschließend zu beantworten.

Wenn das JC allerdings davon Wind bekommt, dass A eine zumutbare Arbeitsstelle nicht angenommen hat, muss er mit Sanktionen rechnen.

Wenn der Arbeitnehmer den Job nicht angetreten und den Arbeitsvertrag auch nicht unterschrieben hat, ist kein Arbeitsverhältnis zustande gekommen.

Falls "C" nichts vom Jobangebot weiß, hat das keine Folgen. Wenn allerdings bekannt wird, dass "A" nicht arbeiten will, obwohl er einen Job hätte haben können, wird es sehr wahrscheinlich Sanktionen geben. "A" ist dann selbstverschuldet noch arbeitslos.

Vor lauter ABC wird einem ja ganz Wirr!

Nein, ein gültiger Arbeitsvertrag ist nicht entstanden, da er nicht unterschrieben wurde.

Ja, C könnte Probleme in Form einer Sperre machen.

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