Neuer Arbeitsvertrag - Krankmeldung

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Im Fall einer Erkrankung muss er spätestens am Folgetag eine ärztliche Bescheinigung vorlegen.

Das funktioniert sicher nur, wenn die Krankheit auch vom ersten Tag an attestiert wird. Darum muss man davon ausgehen, dass eine AUB ab dem ersten Krankheitstag gewünscht ist.

Ich halte diese Formulierung allerdings auch für ausgesprochen ungeschickt. Unter Berücksichtigung einer gewöhnlichen Postzustellung kann die Bescheinigung fast garnicht am Folgetag beim ArbG vorliegen. Je nach Krankheit, persönlichen Umständen und Entfernung zur Arbeitsstätte wird dem ArbN auch nicht unter allen Umständen eine persönliche Übergabe zugemutet werden können. Allerdings steht dort nichts vom "Original"! Und es sollte durchaus zumutbar sein, eine Krankmeldung am Tag der Ausstellung auf ein Fax zu legen (direkt vom Arzt aus) oder per email an den ArbG zu schicken.

Das heißt, dass du diese Bescheinigung am 2. Tag vorlegen musst. Besorgen musst du sie dir natürlich am ersten Tag. Außerdem ist der Postweg zu berücksichtigen.

Du kannst dich ohne weiteres SOFORT telefonisch krank melden, und dann zum Arzt gehen.

Außerdem ist der Postweg zu berücksichtigen.

genau aus dem Grund halte ich den Teil mit Vorlage spätestens am 2. Tag für unwirksam - schon die Rechtsprechung hält 3 Tage für angemessen. 2 Minuten zu spät auf der Postfiliale oder 5 Minuten zu spät nach der Leerung des Briefkastens und schon ist der 2. Tag dahin

So siehts aus. Wobei 'vorlegen' in dem Falle heißt, die Krankmeldung muss beim Arbeitgeber sein. Was wiederum bedeutet, nicht am 2. Tag bei der Post abgeben.

Nein - die muss spätestens am 2. Tag vorliegen, was nur durch persönliche Abgabe möglich wäre, denn der Postweg ist nach Rechtsprechung bis zu 3 Tagen. Du musst also immer eine Krankmeldung vorlegen, dies am ersten Tag mitteilen und am 2. Tag muss sie schriftlich vorliegen.

Ich halte diese Klausel in Teilen für unwirksam, du kannst nicht garantieren, dass du auch gleich am ersten Tag einen Termin beim Arzt bekommst - man stelle sich vor, du musst zu einem Facharzt, du kannst nicht sicherstellen, dass die AU am 2. Tag in der Firma ist - man stelle sich vor du brichst dir ein Bein und hast sonst niemanden... na machts Klick?

Die Rechtsprechung sieht hier den dritten Tag als angemessen an, würde es also zu Problemen kommen, dann hättest du die besseren Karten

Nicht unbedingt. Im Gesetzestext steht: [...] Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher (als am 4. Tag) zu verlangen. [...]

@deFleescha

Beim Hausarzt bekommt man immer am selben Tag einen Termin, wenn man daraufhin zu einem Facharzt muss, ist man ja bereits krank geschrieben. Als Arbeitnehmer führt im Krankheitsfall der erste Weg IMMER zum Hausarzt und erst dann evtl. zum Facharzt.

Diese Klausel ist keineswegs unwirksam. In sämtlichen Handwerksberufen muss man ab dem ersten Tag eine KRankmeldung vorlegen. BEi Angestellten ist es ab dem 3. Tag.

@deFleescha

Ok welches Gesetz? Paragraph?

der Dritte Tag wäre früher als der vierte und das hält die Rechtsprechung für ausreichend und angemessen, der zweite Tag ist realistisch gesehen fast nicht machbar...

Zudem ist zwischen dem was im Gesetz steht und das was als Rechtens erachtet wird immer ein Unterschied, weniger als vier - ok dann ist der dritte angemessen und der zweite unrealistisch - hängt halt vom Richter ab, aber man folgt i.d.R. der Dreitageregel

@Reiff

Deswegen halte ich sie ja auch nur in Teilen unwirksam...

In sämtlichen Handwerksberufen muss man ab dem ersten Tag eine KRankmeldung vorlegen.

Du hast einen Bilddarmdurchbruch, bist Alleinstehend und hast sonst auch niemand, wie willst du da am ersten Tag die AU vorlegen? Du kommst erst um 17 Uhr beim Doc drann, die Firma macht um 16 zu wie willst du da am ersten Tag die AU vorlegen?

@stelari

Also erstens ist das ein Extrembeispiel für das sicher jeder Arbeitgeber VErständnis hat. Ich meinte jedoch, dass man ab dem ersten Krankheitstag eine Krankmeldung braucht und nicht, dass diese am 1. Tag bei AG seinmuss. War vielleicht muissverständlich ausgedrückt.

UNd mt einem Blinddarmdurchbruch geht niemand mehr selber zu m Hausarzt, da kommt der Rettungswagen. Von dem abgesehen.

@stelari

Entgeltfortzahlungsgesetz §5 ...

http://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__5.html ...

Letztlich ist es immer Auslegungssache. Man sollte sich nur nicht drauf verlassen. Bei einem Extrembeispiel würde ich auch etwas Kulanz meines Arbeitgebers erwarten...

@deFleescha

@reiff,

"In sämtlichen Handwerksberufen muss man ab dem ersten Tag eine KRankmeldung vorlegen. "

Ab dem ersten Tag heißt, dass man für jede Erkrankung ein Attest braucht, es heißt aber nicht, dass diese schon am ersten Tag vorliegen muss. Was aus praktischen Gründen (Postweg) ja auch nicht möglich ist.

Außerdem - wenn es so ist wie du schreibst, dann ignoriert eine komplette Branche (Handwerkerberufe) dis gesetzliche Regelung, dass ein Attest erst ab dem 4. Tag nötig ist. Scheinbar unterstellt man den Beschäftigten grundsätzlich, dass sie unberechtigt blau machen.

Nein, das bedeutet, dass Du ab dem ersten Fehltag eine Krankmeldung benötigst und diese Krankmeldung spätestens am nächsten Tag beim AG vorliegen muss.

Du benötigst also ab dem ERSTEN Kranktag eine Krankmeldung vom Arzt.

Ganz genau ! :)

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