Neue Wohnung - Miete ist aber teurer! Kann das Jobcenter verweigern?

6 Antworten

Hallo,

normalerweise müsste auf dem Merkblatt ersichtlich sein, ob es sich um die Grundmiete, um die Bruttokaltmiete (GM + NK) oder um die Warmmiete (GM + NK + Heizkosten) handelt.

Gehen wir davon aus, du liegst innerhalb der Mietobergrenzen: der Umzug ist erforderlich (aus gesundheitlichen Gründen!) und deshalb müsste dir der Umzug auch genehmigt werden.

Gehen wir davon aus, du liegst über der Mietobergrenzen: das JC würde sagen, dass die neue Wohnung zu teuer ist und daher keine Umzugskosten oder Kaution auf Darlehensbasis übernommen wird. Du bekommst die Miete nur bis zur Obergrenze bezahlt. Legst du aus deinem Regelsatz aber die z. B. 10 oder 15 Euro drauf (angenommen in der Höhe liegst du über der Mietobergrenze), kann das JC dir den Umzug nicht verweigern. Bis zur Mietobergrenze müssen die Kosten immer übernommen werden; nur eben dann z. B. Kaution und Umzugskosten nicht.


MIt 489,00 € Grundmiete würde ich so grad eben innerhalb der Grenzen liegen,Neben,- und Heizkosten belaufen sich auf jeweils 100,00 €

Ich denke mal,es wird darauf hinauslaufen,dass ich darauf poche,aus gesundheitlichen Gründen (alleine schon wegen der Kinder) ausziehen zu müssen - Bilder von den ganzen maroden,schimmeligen Ecken hab ich,soll ich die direkt beim Termin bzgl. Mietangebot zeigen?

@Thorben77

Ah ok, wenn du innerhalb der Grenzen liegst, ist das ja um so besser. Also das Jobcenter prüft immer, ob ein Umzug "erforderlich" ist. Und in eurem Fall ist der Umzug meiner Meinung nach erforderlich, da in der Wohnung in gesundheitsgefährdendem Ausmaß Schimmel vorhanden ist (klingt für mich zumindest so, wie du es schilderst). Vielleicht hat die Wohnung auch bauliche Mängel? (Auch das wäre was, wodurch der Umzug gerechtfertigt wird). Ja, wenn du die Fotos gleich beim nächsten Termin vorlegst, kann das sicher nicht schaden! Vielleicht vereinbart man mit dir noch einen Termin mit dem Außendienst, aber ich finde, ein Umzug ist in eurem Fall mehr als gerechtfertigt.

@BlackWoodruff

War gestern beim Termin,die Sachbearbeiterin meinte,dass entweder die Grundmiete oder die Nebenkosten 50 € runter müssten - und ich soll zuerst dem jetzigen Vermieter eine Frist zur Mängelbeseitigung setzen... Passt mir gar nicht,mich mit dem auseinandersetzen zu müssen :(  Hab der gesagt dass ich sogar Bilder als Beweis sofort zur Hand (USB-Stick) hätte - hat die gar nicht interessiert...

Eigentlich muss das im Merkblatt ersichtlich sein.

Bei uns ist so eine Angabe als Grundmiete inkl. kalter Nebenkosten zu verstehen - also Kaltmiete.

Wenn die zulässige Miete der neuen Wohnung überschritten wird, wird ein Einzug erst gar nicht erlaubt - jedenfalls bei uns.

Sollte es bei Euch möglich sein, die Wohnung zu bekommen, wenn Ihr was draufzahlt, kommt das nächste Problem: Etwaige Nachzahlungen werden nicht übernommen.

Am besten erkundigst Du Dich im Jobcenter,dfenn sowas ist von Jobcenter zu Jobcenter verschieden.

Laut Merkblatt vom Jobcenter hier sind für 4 Personen 85 m² und 500 € angemessen - die Grundmiete der neuen Wohnung wäre 489,00 €

Oft werden alte Mietspiegel zur Berechnung herangezogen.

Ich würde mir einen Beratungshilfeschein für einen Anwalt holen, der die Situation und auch die Notwendigkeit eines Umzuges prüfen kann.

MfG

Johnny

Hast Du den Vermieter schgon schriftlich aufgefordert die Mietmängel zu beseitigen?.. das Du ihm nachweislich eine Nachbesserungsfrist gesetzt und kommt der Schimmel wirklich von der Bausubstanz? 

die Schritte müssen zuerst gegangen werden, erst wenn die erfolglos sind, ihr nicht die Verursacher vom Schimmel seit kann eine Umzugskostenübernahme &&& XXX zugestimmt werden..

ihr könnt natürlich auch ohne Zustimmung umziehen, dann werden weiterhin die bisherigen Kosten getragen und ihr finanziert den Rest, inclv. Umzugskosten

Und wenn die neue Wohnung insgesamt günstiger ist als die jetzige? Muss ich diese ganzen Schritte dann auch gehen?

Der jetzige Vermieter ist nämlich sehr schwierig - die Mieter sind bei dem immer an allem schuld,und er macht NICHTS,wenn man ihm mit Gegenargumenten kommt,kommen Drohungen usw. - der ist von der Sorte "Fordern - nicht entgegenkommen!"

Wir wolen hier einfach nur noch raus ohne große Diskussionen mit dem...


@Thorben77

das solltest Du mit Deinem Fallmanager klären, es wird dann geprüft wie  die Umzugskostenübernahme im  Verhältnis zu der günstigeren Miete stehen, 

die günstigere Miete wird auf jeden Fall übernommen und die Nebenkosten auch, wenn sie im gleichen Rahmen bleiben..

.m. l. G. ;)h

Wie hier schon geschrieben, bezieht sich die angegebene Mietehöhe auf die Kaltmiete. Geh zum Jobcenter in Begleitung eines erfahrenen (!!) Beistands, auch Ämterlotse genannt (dazu gleich mehr). - Google mit

ämterlotse und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls Deiner klein ist.

Wenn auch danach das Jobcenter immer noch behauptet, die Wohnung sei zu teuer, wende Dich bitte an den Deutschen Schutzverband gegen Diskriminierung e.V. (DSD):

Prüfen Sie kostenlos Ihre Möglichkeiten!

http://mehr-hartz4.net/index.php?id=452

Viel Glück!

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Der DSD gab dieser Tage bekannt, dass bei Alleinerziehenden die Bescheide oft falsch sind und empfiehlt, die Bescheide dort kostenlos überprüfen zu lassen (auch wenn Du nicht alleinerziehend bist, kann das nicht verkehrt sein).

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Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtliche Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Wenn Du bei einer Sozialberatung bist, frage dort, ob dort Beistände / Ämterlotsen / Behördenbegleiter ehrenamtlich Dienst machen.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in diesem Fall sehr empfehlenswert.

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