Nebenkostenabrechnung für nicht einheitlichen Zeitraum; ist das zulässig?

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Nebenkosten sind Betriebskosten und sonstige Kosten. Betriebskosten sind umlagefähige Kosten (auf den Mieter umlagefähig) und sonstige Kosten sind nicht umlagefähig (muss also der Vermieter tragen). Betriebskosten teilen sich auf in warme Betriebskosten und kalte Betriebskosten. Warme Betriebskosten sind Heizkosten und Kosten die durch die Beheizung entstehen etc., kalte Betriebskosten sind z. B. Müllentsorgung, Straßenreinigung, Versicherung etc.. Ob es für die kalten und warmen Betriebskosten zwei getrennte Abrechnungen gibt, ergibt sich aus dem Mietvertrag. Hierin können für die "Neben"kosten zwei Beträge als monatlicher Abschlag vereinbart sein: z. B. Heizkosten 110 € und "Betriebs"kosten 100 €. Vollkommen in Ordnung ist es, dass es für getrennte Abrechnungen auch getrennte Abrechnungszeiträume geben kann (muss aber nicht). Entscheidend ist, dass der Abrechnungszeitraum immer ein volles Jahr umfasst. Dieses ist gesetzlich so vorgeschrieben, damit der Mieter Abrechnungen, die er Jahr für Jahr erhält, besser miteinander vergleichen kann (Zur Nachvollziehbarkeit der Abrechnung gibt es also Grundsätze). Sollte nach einem Einzug oder Auszug nicht gerade zufällig eine volles Jahr begonnen, bzw. beendet worden sein, muss dennoch für ein volles Jahr abgerechnet worden sein, allerdings müssen dann die Zeiträume vor Einzug oder nach Auszug berücksichtigt werden und "herausgerechnet" werden: Bsp. Beginn für Heizkostenberechnung 01.01.2011, Einzug am 01.10.2011, Ende Heizkostenberechnung 31.12.2011. Abgerechnet werden 365 Tage Heizkosten, aber berücksichtigt für den Mieter ab 01.10.2011 werden nur 92 Tage. Die verbleibenden 273 Tage werden dem Vormieter berechnet - der ebenfalls eine Abrechnung für den vollständigen Zeitraum von einem Jahr erhält, aber eben nur den Zeitraum vom 01.01.2011 bis zum 30.09.2011 zu zahlen hat. Sollte eine Wohnung für einen gewissen Zeitraum leerstehen, darf dieser Zeitraum nicht auf die Mieter umgelegt werden.

Dass es erlaubt ist, zwei unterschiedliche Zeiträume zu machen, haben Dir andere schon mitgeteilt. Die interne Aufteilung könnt ihr über die Gradzahlen vornehmen. Diese stehen normalerweise auf der Heizkostenabrechnung des Serviceunternehmens (Techem, Brunata, ISTA etc.). Sie gibt Auskunt darüber auf welchen Monat wieviele Heizkosten umzulegen sind. Damit läßt sich einfach ermitteln, welcher Anteil der gesamten Heizkosten auf den Zeitraum fällt, der Dich nicht mehr betrifft. Diesen Anteil rausrechnen und den Rest auf die Bewohner aufteilen.

der Vermieter macht der WG die Abrechnung, und wie die WG die Kosten intern teilt, ist deren Sache.

Das ist klar, aber dass die Zeiträume divergieren, ist ja wohl mehr als seltsam, oder nicht?

Ja, das ist zulässig, der Vermieter muss nicht alle Positionen in eine einzige Abrechnung packen, er darf einzelne Positionen in einzelne Abrechnungen fassen und die auch für unterschiedliche Zeiträume abrechnen, sofern diese jährlich immer gleich sind und immer genau ein Jahr betragen...

Genau so ist es!

Es ist zwar ungewöhnlich das Heiz- und Nebenkosten mit unterschiedlichen Zeiträumen abgerechnet werden, ab nicht unzulässig.

Du mußt doch nur für Deinen Nutzungszeitraum zahlen.

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