Nebenkosten: Minol-Abrechnung seit Jahren falsche Zähler

5 Antworten

Für die korrekte Zuordnung der Zähler ist der Vermieter verantwortlich. Mit dem hast du einen Vertrag. Als Laie kannst du nicht feststellen, ob die Zuordnung zu den anderen Wohneinheiten korrekt ist. Das kann in deinem Fall der Energieversorger, oder eine Fachfirma. Wenn du Zweifel an der korrekten Zuordnung der Zähler hast, lass das am besten vom Energieversorger überprüfen. Der Vermieter hat mit Minol einen Vertrag. Minol errechnet nach den Zählerständen den Verbrauch und erstellt die Nebenkostenabrechnung. Auch Minol muss nicht überprüfen, ob die Zuordnung korrekt ist. Die lesen ab und das wars. Eine Nachforderung wegen falscher Zuordnung der Zähler, kann der Vermieter nicht stellen. Vielmehr stellt sich die Frage, wer die Anschlüsse der einzelnen Zähler vorgenommen hat . Meist wird dies von einer Fachfirma erledigt. Ist dieser Firma ein Fehler unterlaufen , was zu falschen Verbrauchsabrechnungen führt, wäre zu prüfen, ob diese Firma regresspflichtig ist.. Um die Neutralität zu wahren, würde ich in diesem Falle den Energieversorger mit der Überprüfung beauftragen. Nicht die Fachfirma, weil es vielleicht spezielle Beziehungen zwischen Vermieter und der Fachfirma geben könnte. Die Fachfirma dann bestätigt, dass alles seine Richtigkeit hat, was du als Laie nicht überprüfen kannst.Stellt sich heraus, dass die Anschlüsse falsch sind und demzufolge über einen längeren Zeitraum falsche Abrechnungen erstellt wurden, wäre das eine rechtliche Frage, wer wem etwas zu erstatten hat, oder Verährung greift.

... ich rate von Fachfirmen ab, denn wer soll die denn bezahlen?

Ich hege den schlimmen Verdacht, daß der Vermieter auf der jeweiligen Etage die Wohnungen vertauscht hat, was ja auch oft der Stromanbieter macht, daher ja immer der Herdtest ist erforderlich. Und somit sollte er zu allererst von den schlaflosen Nächten seines Mieters wissen, oder?

Da die Installation von MINOL vorgenommn wurde, sind diese auch für die korrekte Zuordnung zuständig. Eine Korrektur muss angefertigt werden, wenn du oder ein anderer Nutzer der Meinung ist, dass er benachteiligt wurde. Innerhalb der Abrechnungsfrist, die aber für 2013 am 31.12.2014 abgelaufen ist, hat der Vermieter und Minol ein Nachbesserungsrecht. Nach diesem Termin hat der Nutzer trotzdem ein Anrecht auf eine Korrektur und auch auf die vielleicht resultierende Rückzahlung, ergibt sich aber eine Nachzahlung, so ist diese nicht fällig. Auf jeden Fall musst du jetzt den Vermieter einschalten und ein Überprüfung fordern. Anhand der Zählernummern hast du den Mangel bei dir ja bereits festgestellt. Was da noch im Argen liegt, muss der Messdienst mit dem Vermieter klären. Vertauschte Nutzeinheiten kommt leider öfter vor als man glaubt.

 1. Bin ich dafür Verantwortlich zu kontrollieren ob tatsächlich auch die richtigen Zähler auf meiner Minol-Abrechnung, als Anlage zur Nebenkostenabrechnung des Vermieters, stehen?

Ja, klar. Wer denn sonst? Genau aus diesem Grund bekommst Du ja eine detaillierte Betriebskostenabrechnung. Selbst wenn die Zählernummern gekürzt sind, dann lässt sich ja hieraus trotzdem das jeweilige Gerät zuordnen.

2. Kann der Vermieter auch nach Ablauf der Abrechnungsfrist von 12 Monaten in diesem konkreten Fall auch noch danach eine Nachforderung stellen, da er die falsche Abrechnung ja nicht selbst verschuldet hat - sondern Minol?

Wie meinst Du das? Grundsätzlich kann der Vermieter hier nur keine Korrektur der Abrechnung für 2012 und 2013 erstellen. Auf der anderen Seite kannst Du der falschen Abrechnung für 2012 nicht mehr widersprechen.

Hallo Christian, danke für deine Antworten.

zu 1.) Ich bin mir da nicht so sicher. Hast du dazu evtl. auch Urteil? Ich bin zwar kein Jurist, aber grundsätzlich sehe ich da viele Angriffspunkte. Z.B. Steht auf dem Wasserzähler nicht nur eine Zahl, diese sind zudem länger als vier Stellen und auch ohne Bezeichnung. Zudem werden Zähler teilweise ja auch schon elektronisch abgelesen, woher soll ich wissen welche Zahlen dabei noch übertragen werden?! Ich als Mieter kann erstmal nur feststellen, dass keine der Zahlen auf dem Zähler mit der Gerätenummer auf der Abrechnung übereinstimmen. Zudem kann ich auch gar nicht wissen ob der Zählen den ich mir anschauen überhaupt der richtige bzw. meiner ist. Das steht ja auch nicht dran. Eine (schriftlich) Einweisung des Vermieters gab es dazu auch nicht. Zudem ist genau der falsch abgelesene Wasserzähler (des anderen Mieters) auch noch in meinem Kellerraum ... 

Zu 2.) Da ich immer was zurück bekommen habe, will ich zumindest nix beanstanden. Aber wie hier steht: http://www.gevestor.de/details/betriebskostenabrechnung-trotz-fristablauf-duerfen-vermieter-offensichtliche-fehler-korrigieren-711749.html kann in Aunahmefällen auch nach Ablauf der Frist eine Nebenkostenabrechnung korrigiert werden. Was ist also wenn der Vermieter irgendwann merkt, dass etwas die letzten Jahre nicht gestimmt hat. Kann er dann doch noch "alles" nachfordern? 

@luckystriker86

Ich als Mieter kann erstmal nur feststellen, dass keine der Zahlen auf dem Zähler mit der Gerätenummer auf der Abrechnung übereinstimmen.

Dann würde ich hier stutzig werden und den Vermieter fragen, bzw. der Abrechnung sofort widersprechen. Grundsätzlich muss eine Abrechnung - laut diverser Urteile - für den durchschnittlich gebildeten Mieter verständlich sein. Das die Abrechnung für Wasser und Heizung nicht immer leicht zu verstehen ist, hat der Mieter das Recht auf Einsicht der Originalbelege, bzw. auf Erläuterung durch den Vermieter.

Wenn Du diverse Angriffspunkte siehst, heißt das doch, dass Du die Rechnung irgendwie auf inhaltliche Richtigkeit geprüft hast, oder? Bei der kleinsten Unregelmäßigkeit würde ich das hinterfragen.

Was ist also wenn der Vermieter irgendwann merkt, dass etwas die letzten Jahre nicht gestimmt hat. Kann er dann doch noch "alles" nachfordern?

unter § 556 BGB steht geschrieben: Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten.

Der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung aber zu vertreten: Er hat dem von ihn beauftragten Ableseunternehmen Minol die falschen Daten zur Verfügung gestellt, bzw. die falschen Abrechnungen nicht geprüft. Sein Pech!

Nicht zu vertreten hätte er beispielsweise, wenn ihm ein korrigierter Grundsteuerbescheid der Gemeinde ins Haus flattert. Die Kosten kann er dann auch im Nachgang an den Mieter weitergeben.

@ChristianLE

... aber wie kann denn ein Erfassungsgerät falsch abgelesen werden?

@schleudermaxe

Diese Frage sollte dem Vermieter gestellt werden.

...also, mit solchen Behauptungen wäre ich mehr als vorsichtig. Warum bitte sollten denn die Dir irgendwelche Erfassungsgeräte unterjubeln? .. auch in unseren Hütten haben wir u.a. diesen Wärmeßdienst und dem Vermieter obliegt es doch, die benötigten Angaben zur Verfügung zu stellen. Der Mieter darf gerne so eine AR auch anschauen und die ihm bekannten Ablesewerte mit der AR vergleichen. Und wenn der Vermieter die Etagen vertauscht, weil er anders zählt, ist der doch fällig, oder? Was sagt der denn überhaupt dazu?

Geh zum mieterschutz. Das ist sehr speziell!  

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