Nebengewerbe mit Mehrwertsteuer oder ohne? Vorauszahlungen?

4 Antworten

Was für dich Wirtschaftlicher ist, hängt von der Menge der Ausgaben (für Waren und Betriebsmittel) ab und von der Art der Kunden (selbst vorsteuerabzugsberechtigt oder nicht). Argumente für und gegen Kleinunternehmer-Regelung: http://klicktipps.de/gewerbe-faq.php#kleinunternehmer-sinnvoll

Ich fürchte die möglichen Vorauszahlungen!!!! Wie funktioniert das?

Die Zahlungen für die Umsatzsteuer finden (bei nicht-Kleinunternehmern) monatlich statt: Man gibt in der Umsatzsteuer-Voranmeldung an, was man an USt eingenommen hat, und was man an USt. gezahlt hat. Die Differenz wird sofort ans FA gezahlt.

Diese Voraussahlungen machen mir Angst.

Dabei gibt es nichts zu fürchten, wenn Du die von den Kunden vereinnahmte MwSt/USt immer(!) so bahandelst, als gehöre sie Dir gar nicht und sie z. B. gleich auf einem Tagesgeld-Konto parkst.


Einkommensteuer

Du musst mal googeln mit Steuerrechner online Grenzsteuersatz und zu Deinem jetzigen Gehalt den Grenzsteuersatz ermittlen (= der Steuersatz "für die nächsten 100 EUR). Dann legst Du von dem Gewinn (= Einnahmen- Ausgaben) aus Deinem Gewerbe diesen Satz ebenfalls zurück. Nach der nächsten Einkommensteuererklärung will das Finanzamt das dann haben. Über den gaaaaaanz Dicken Daumen: Mit 35% vom Gewinn liegt man nie sehr weit von der Realität weg.

Nach der nächsten Einkommensteuererklärung setzt das FA auch Einkommensteuervorauszahlungen für das dann laufende Jahr fest. Auch die sind nicht beängstigend, wenn man sich regelmäßig Geld für Umsatzsteuer und Einkommensteuer zurücklegt.

Den großen und für ein Gewerbe tödlichen Schlag tut es immer nur dann, wenn man fröhlich (und sehr naiv) gedacht hat, dass man alles eingenommene Geld behalten kann und man es lausgibt, statt was für die Steuer zurückzulegen.

Gewerbesteuer wird erst ab einem Gewinn von 24.500 EUR fällig.

Die IHK will ab einem Gewinn von ca. 5000 EUR einen Anteil von 0,1% abbekommen.

Vielen Dank für die ausführliche und sehr hilfreiche Antwort!

Das musst du das Finanzamt fragen.

Wenn du Mehrwertsteuer kassierst, dann kannst du sie ja beiseitelegen und davon die Vorsteuer bezahlen.

Mein Mann hatte mal ein Kleingewerbe und sollte auch Vorsteuer zahlen. Er hat mit dem FA gesprochen und sie haben ihm dann die Vorsteuer erlassen, weil er belegen konnte, dass er vermutlich deutlich unter dem Einkommen des geltenden Steuersatzens bliebe. Bis da´hin zahlte er 30 € pro Monat.

Unsinnige Antwort.

Als Kleinunternehmer (max. 17500 € Umsatz im ersten und 50.000 € in den Folgejahren) kannst du dich von der Umsatzsteuer befreien lassen. Das macht aber nur Sinn, wenn du überwiegend Lohnleistungen anbietest. Musst du sehr viel Material kaufen, kannst du dann nämlich auch keine Vorsteuer mehr abziehen.

Als Existenzgründer musst du monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen vornehmen. Liegt dein Jahresaufkommen der Umsatzsteuer unter 7500 €, wird man von dir ab dem 3. Jahr nur noch vierteljährliche Voranmeldungen verlangen.

Zahlbar ist die Umsatzsteuer immer bis zum 3. des Folgemonats.

Bei der Besteuerung hast du die Wahl zwischen Soll- und Ist-Besteuerung. Die Soll-Besteuerung wird fällig, sobald du eine Rechnung (=Forderung) erstellt hast. Die Ist-Besteuerung wird erst mit Erhalt des Geldes fällig.

Als Existenzgründer würde ich mich für die Ist-Besteuerung entscheiden.

Danke, aber wie könnte es konkret aussehen? Diese Voraussahlungen machen mir Angst. Mein Geld Ende des Monats ist schon jetzt ziemlich knapp. Das Nebengewerbe soll ja meine Kasse "beleben". Aber was nun mit den geschätzten Vorauszahlungen? Solange ich sie erst nach dem kassieren zahlen muss, ok, ich tue sie auf Seite... aber was nun wenn ich sie aus meinem Privatgeld zahlen muss? Ist dieses Szenario möglich oder bilde ich mir diese Albträume nur ein?

@ale75

Es gibt keine Vorauszahlungen !

Du musst nur deinen geschätzten Umsatz voranmelden. Ende Oktober meldest du, dass du im November 10.000 € Umsatz machen wirst. Ende November stellst du fest, dass es nur 8000 € waren und zahlst dafür die Umsatzsteuer, die du deinen Kunden in Rechnung gestellt hast. Fertig !

@Elektriker2000

Rücklagen musst du nur für die Gewerbesteuer bilden. Die wird bei Existenzgründern die ersten 2 Jahre aufgeschoben, damit das Geschäft erstmal anlaufen kann. Im 3. Jahr zahlst du dann rückwirkend.

So pi mal Daumen sind das regional unterschiedlich 3-4% vom Gewinn.

@Elektriker2000

Das hört sich gut an. Wenn ich z.B. jetzt anmelde (eben Klein-/Nebengewerbe mit mwst-pflicht) und dann aber langsam geht und die ersten Monate (bsp. bis Juni) kein Auftrag bekomme, sollte ich ja dann bis dahin nichts an Steuer zahlen, oder? Gilt es auch für das 2. Jahr?

@ale75

Richtig - du zahlst nur Steuern auf tatsächliche Einnahmen/Gewinne. Das in den ersten Monaten kein Gewinn erzielt wird, ist normal.

Bei der Umsatzsteuer gibt es keine Vorauszahlungen sondern Voranmeldungen. Du meldest die vereinnahmte, bzw. die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer jeden Monat ans Finanzamt und führst die auch ab.

Hast Du keine Rechnungen geschrieben, gibt es auch keine Umsatzsteuer.

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