Nachteile wenn dritte Person zum Hauptmieter wird und nicht zum Untermieter?

2 Antworten

Der Vermieter hat einen eindeutigen Vorteil, nämlich einen weiteren vollhaftenden Mieter. Seine Sicherheit wird dadurch erhöht.

Für Euch als Mieter gibt es aber nur einen Nachteil und der ist entscheidend.

Wenn ihr irgendwann aus der Wohnung auszieht und auch aus dem Mietvertrag raus wollt, kann der Vermieter und auch der Mitmieter das verweigern. Ihr seid dann so lange als Hauptmieter im Mietvertrag, bis irgendwann auch mal der Mitmieter ausziehen und den Vertrag kündigen will.

Angenommen er wohnt noch weitere 2 oder 3 Jahre drin, hat noch zwei oder drei Untermieter dazu genommen, von denen er fleissig die Miete kassiert, selbst aber nicht mehr an den Vermieter zahlt, dann seid ihr dran und müsst zahlen, obwohl Ihr mit der Wohnung ansonsten längst nichts mehr zu tun habt.

Dann lass die Situation entstehen, dass die Untermieter Gäste zu einer Party empfangen. Danach ist die Wohnung ruiniert und die Verursacher nicht greifbar. Zum Beispiel zertrümmertes WC, zertrümmerte Fliesen, Badewanne verkratzt, Waschbecken gesprungen und Duschkabine zerbrochen. Das Bad muss komplett saniert werden und ihr seid mit rund 10000 € dabei. Auch in diesem Fall wärt ihr in der Haftpflicht gegenüber dem Vermieter, obwohl ihr gar nichts gemacht habt.

Also, am besten nehmt ihr ihn als Untermieter auf und nicht als Hauptmieter. Sicher ist sicher.

Nun kam die Idee, noch einen Dritten mit einziehen zu lassen, der ein deutlich kleineres Zimmer bekommt und demnach auch weniger Miete bezahlen muss.

Das geht nur mit Einverständnis des Vermieters.

Meine aktuelle Mitbewohnerin ist der Meinung, er solle auch Hauptmieter und nicht Untermieter werden.

Der Vermieter ist allerdings gesetzlich nicht dazu verpflichtet einen weiteren Hauptmieter in einem gemeinsamen Mietvertrag aufzunehmen.

Für die Untervermietung ist die ausdrückliche Genehmigung des Vermieters erforderlich. Liegt diese nicht vor, droht die fristlose Kündigung.

Grundsätzlich haften die Hauptmieter bei einem gemeinsamen Mietvertrag gesamtschuldnerisch genüber dem Vermieter und können auch nur gemeinsam das Mietverhältnis kündigen.

Wenn beide Hauptmieter nun untervermieten, werden sie Vermieter mit allen Rechten und Pflichten. So können sie dem Untermieter nur kündigen, wenn sie berechtigte Gründe haben. 

Oder ist das zu vermietetende Zimmer bereits voll möbliert und mit Euren Einrichtungsgegenständen ausgestattet?

Also unser Vermieter ist schon in Kenntniss darüber, dass wir einen weiteren Miter bei uns einziehen lassen wollen(Noch nicht, ob Haupt-oder Untermieter).

Das zu vermietende Zimmer ist nicht möbliert.

Ich hätte aber gerne noch weitere Vor-und Nachteile gewusst, die damit einhergehen. Für mich persönlich bei diesen und jenem Fall, was passieren könnte.

@Terrorchilly

Hauptmieter haften bei einem gemeinsamen Mietvertrag gegenüber dem Vermieter gesamtschuldnerisch, und zwar auch dann, da sie den Mietvertrag nicht allein kündigen können, wenn sie bereits ausgezogen sind.

Einen gemeinsamen Mietvertrag kann man nur gemeinsam kündigen (jetzt wären es noch 2 Personen, nachher 3) oder die weiteren Hauptmieter und der Vermieter stimmen der Entlassung eines Hauptmieters aus dem Mietvertrag ausdrücklich zu.

Das zu vermietende Zimmer ist nicht möbliert

Grundsätzlich macht das deutsche Mietrecht keinen Unterschied zwischen Haupt- oder Untermieter. Da das Zimmer nicht möbliert könnte auch nicht die verkürzte Kündigungsfrist gem. § 549 BGB greifen. Der Untermieter würde insoweit vollen Mieterschutz genießen und könnte nur gem. § 573 a BGB oder § 573 c BGB ordentlich gekündigt werden.

Heißt im Klartext: der Vermieter benötigt gem. § 573 c BGB einen berechtigten Grund, wie z.B. Eigenbedarf. Die gesetzliche ordentliche Kündigungsfrist würde hier 3 Mon. betragen. Oder der Vermieter/also die Hauptmieter könnten, wenn sie mit dem Untermieter in einer Wohnung wohnen, den Mietvertrag ohne Angabe von Gründen kündigen, müßten dann aber eine um 3 Mon. längere Kündigungsfrist also auf 6 Mon. in Kauf nehmen.

Scenario: Kündigen z.B. die beiden Hauptmieter gemeinsam bei ihrem Vermieter ihren Mietvertrag, würde auch das Untermietverhältnis enden. Der Untermieter hat keinen Rechtsanspruch als neuer Mieter auf die Wohnung. Er hat mit dem Hauptvermieter kein Vertragsverhältnis. Wenn die Hauptmieter ihren Mietvertrag beim Vermieter kündigen würden, müßten sie auch ihrem Untermieter kündigen, das Untermietverhältnis endet nicht automatisch. Evtl. wäre ja nach Sachlage sogar die längere Kündigungsfrist gem. § 573a BGB zu beachten.

Wenn wir nun annehmen, daß die Kündigungen fristgerecht erfolgten, der Untermieter sich aber weigert auszuziehen, würden die Hauptmieter gegenüber dem Vermieter für die fristgerechte Räumung, Wohnungs- und Schlüsselübergabe der Wohnung haften und müßten wenn sich der Untermieter weigert auszuziehen, die Kosten einer Räumungsklage übernehmen.

Wenn wir annehmen, daß der Vermieter den beiden Hauptmietern wegen schwerem Vertragsverstoß z.B. Mietrückständen die Wohnung fristlos kündigen würde, würden die beiden Hauptmieter nicht nur gegenüber dem Vermieter für die fristgerechte Räumung haften, sondern müßten auch, die Kosten für eine eventuelle Räumungsklage übernehmen. (mehrere 1000 €) und dem Vermieter den Mietausfallschaden für max. 3 Mon. ersetzen. Aber nicht nur der Hauptvermieter könnte Ansprüche geltend machen, nein auch der Untermieter. Gegenüber diesem werden die Hauptmieter wegen Entziehung der Mietsache schadenersatzpflichtig.



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