Nachteile eines Umlageverfahrens (Rentenversicherung)

5 Antworten

Der größte Nachteil liegt natürlich darin, dass hier keine Kapitalansammlung stattfindet. Es werden also keine Zinsen erwirtschaftet.

Bei kapitalfinanzierten Systemen treten aber gerade jetzt in Zeiter der Finanzkrise die ebenfalls hohen Risiken hervor. Rentenfonds haben natürlich vorwiegend (fast ausschließlich) in absolut sicheren Staatsanleihen investiert. Man ging immer davon aus, das Staaten nicht pleite gehen können. Das Ergebnis kannst du seit drei Jahren jeden Tag in der Zeitung nachverfolgen.

Andere wirklich sichere Anlagemöglichkeiten gibt es ebenfalls nicht. Wenn ein Staat pleite geht, reißt das sämtliche "sicheren" Anlagen mit in den Abgrund.

Das Umlageverfahren ist ein politisches Instrument. Es wird keine Verzinsung erzielt und damit ist der individuelle Besitz eines Anspruches ausgeschlossen.

Bei dem Umlageverfahren kann nur das verteilt werden was durch die aktiven Umlageteilnehmer gerade einzahlen und was die Politik gerade aus politischen Gründen verteilen will. Die Verteilung und Einsammlung der Gelder ist also aus Sicht des Versicherten fremdbestimmt.

Man sieht das sehr deutlich an dem deutschen Rentenversicherungssystem. Aus dem per Umlage eingesammelten Geldern werden auch Renten bezahlt für Leute die nie in das System eingezahlt haben (Vertriebene, Aussiedler aus dem Ostblock, Flüchtlinge aus der DDR). Es werden Leistungen bezahlt die bei einer individuellen Entscheidung nicht berücksicht werden würden. Beispiel: Witwen und Waisenrenten wären z.B. für Homosexuelle kein individuelles Absicherungsthema. Es findet bei einem Umlageverfahren auch eine Vermischung von Leistungen statt die sich den jeweiligen politischen Machtverhältnissen anpassen. Leistungen für Hinterbliebene oder für die Wiedereingliederung von Kranken werden erhöht oder gesenkt je nach dem welche Partei mit welchem Hintergrund gerade die Regierung stellt.

Hier ein kleines Rechenbeispiel: Ein Arbeitnehmer zahlt 40 Jahre lang den Durchschnittsbeitrag ein und erhält dann mit dem 65., als Beispiel 1.200 Euro brutto Rente.

Ist der dann zu seinem Tode verheiratet bekommt die Witwe eine Wtwenrente.

Lebt er zum Todeszeitpunkt "nur" mit einer Freundin zusammen bekommt diese nichts.

Hätte er zu diesem Zeitpunkt noch minderjährige Kinder bekämen diese eine Waisenrente.

Also obwohl verschiedene Arbeitnehmer die gleichen Beiträge in das Umlageverfahren gezahlt haben ist die Leistung für seine Erben und Umfeld komplett anders - es werden unterschiedlich hohe Leistungen dem Umlagetopf entnommen.

All das führt zu einem Vermenge von Leistungen und Verpflichtungen bei dem die Rendite meiner eingezahlten Beiträge nicht mehr sauber gerechnet werden kann bzw. bei dem wenig oder keine Verzinsung herauskommt.

Und natürlich gibt es einen gravierenden Unterschied in der Generationenfolge. Wenn ich selber für mich ein Häuschen anspare und dazu ein gutes Polster für die Rente wird das Geld nach meinem Tod meinen Erben zu gute kommen. Die können dann darauf aufbauen und so entsteht nach und nach über die Generationen Familienbesitz.

Wenn ich dagegen einen Großteil meiner Sparfähigkeit in einen gemeinsamen Topf bezahle dessen Zahlungen mit meinem Tod enden habe ich Möglichkeit der Vererbung nicht.

Ein Nachteil ist auch, dass man die Rentenversicherungsbeiträge nicht für sich selbst anspart, sondern diese direkt an die Heutigen Rentner fließen. Dadurch ist keine Verzinsung möglich. (Wie dies bei priv. Rentenversicherungen der Fall ist)

der größte Nachteil des Umlageverfahrens sind die Auswirkungen geburtenschwacher Jahre so wie i.M. Und in Zukunft wird es immer weniger junge Arbeitende geben die die Alten bezahlen.

Da s Argument gilt auch für ein kapitalbezogenes System. Wenn da nicht immer wieder neue Geldgeber kommen, trägt sich das auch nicht. Außerdem müssen für diese Gelder ja auch Anlage möglichkeiten vorhanden sein. Staatsanleihen, sind ja auch nicht mehr das "Gelbe vom Ei"

Umlageverfahren hat mehrere Nachteile,

immer an aktuelle Beitragszahler gebunden - dadurch keine Rücklagenbildung für schwächere Zeiten, in Deutschland heisst das die Jungen finanzieren jetzt die Rente der Alten aber ihre eigene Rente wird wesentlich spärlicher ausfallen.

Während der fetten Jahre wurde das eingezahlte Kapital der Rentenkassen für andere Aufgaben genommen, siehe Kosten der deutschen Einheit ( heisst aber nicht das die Ossis die Renten der Wessis verballern sondern es war der Wille des Teams um Kohl, leider. Jetzt wird es noch härter: durch den temporären Mangel leiht sich der Staat dann das fehlende Kapital bei Versicherungen und Banken und zahlt dafür stattliche Zinsen wodurch der Mangel natürlich größer wird. Eine Lösung wäre zum Beispiel eine Abgabe der Wirtschaft auf die Produktion zu Gunsten der Rentenkassen, daß bezahlen wir dann auch alle -aber die Einkünfte der Rentenkassen würden dann mit dem BIP steigen.

Na dann viel Glück, aber welche Vorteile hat denn das Umlageverfahren?

Genau diese Frage habe ich mir beim Lesen der Frage auch gestellt :D

In der Schweiz z.B. funktioniert das Umlageverfahren weitaus besser. Da gibt es aber auch keine Beitragsbemessungsgrenze und JEDE ART von Einkommen wird einbezogen. Dagegen kommt die RV mit** weniger als dem halben Beitragssatz** aus.

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