Nachmieter will Ablöse und Kaution nicht zahlen

3 Antworten

Hier solltest du den Charakter der bestehenden Mietverträge oder des Mietvertrages der Mieterpartei erklären. Durch welchen Rechtsschritt scheidet die Vormieterin aus dem Mietvertrag? Bei einem Einzelmietvertrag ist eine Kündigung oder MV- Auflösung möglich. Bei einem Mietvertrag der Mieterpartei kann ein Einzelner Mieter nicht allein kündigen.

Deshalb sind die Angelegenheiten zwischen Vormieter und Nachmieter erst zu klären, wenn hier die vorgenannten Mietverhältnisse erklärt wurden. Das betrifft auch die Kautionszahlung und deren Rückzahlung.

Im neuen Vertrag ist klar geregelt, dass die ausscheidende Mieterin durch die Nachmieterin ersetzt wird und somit ein neuer Vertrag zwischen der Nachmieterin und den restlichen Mitbewohnern vereinbart wurde.

@Aha90

Die restlichen Mitbewohner sind die Mieterpartei, die hier als Vermieter gegenüber der neuen Untermieterin auftritt. Die Vermieter lösen den bestehenden MV mit der scheidenden Mieterin auf und schließen einen neuen MV mit der (Nach)mieterin ab. Das wäre die konsequente Durchsetzung des Mietgesetzes.

Im neuen Mietvertrag ist kein Platz für die scheidende Mieterin. Sie ist nicht Vertragspartei.

Vereinbarungen zwischen der Vormieterin und der Nachmieterin können den MV- Abschluss flankieren, werden aber nicht MV-Bestandteil. Wenn ein mündlicher Vertrag zur Übernahme von Mobilar geschlossen wurde, dann muss das zwischen den Vertragspartnern ausgefochten werden.

Durch die Konstellation Mieterpartei-Untermieter hat die Scheidende Anspruch auf Rückgabe der Kaution nach Abrechnung der Mieterpartei als Vermieter. Wenn die Vermieter von der Zuziehenden keine Kaution vertraglich einfordern sondern sich auf die Position zurück ziehen, die Neue solle die Kaution an die Scheidende übergeben, damit deren Anspruch erlöschen soll, dann erwächst hier kein Anspruch auf die Kaution durch die Mieterpartei. Die Scheidende hat den Vorteil, dass sie die Kaution von der Mieterpartei fordern kann, falls es nur mündliche Absprachen gibt, die nicht durch geeignete Beweise (Zeugen) gestützt werden.

In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Kündigung Arbeitsplatz) können Verträge auch mündlich geschlossen werden. Problem ist dann nur die Beweisführung im Klagefall (daher das Sprichwort: "Was du schwarz auf weiß besitzt, kannst du getrost nach Hause tragen"). Und um einen solchen scheint es sich zu handeln, wenn sich der Nachmieter nicht an seine Zusagen an den Vormieter hält. Viel Erfolg bei Gericht!

Orakele besser: Kein Erfolg vor Gericht!

Und wie sieht die ganze Sache mit Vertrag aus? Die Nachmieterin hat mir nun schriftlich unterschrieben und versichert, mir meine Kaution und Ablöse zu bezahlen. Jedoch kommen seit drei Wochen immer wieder neue Ausreden und das Geld habe ich immer noch nicht. Wäre ein Rechtsanwalt sinnvoll? Und wer übernimmt die Rechtsanwaltskosten?

Sieht schlecht aus - ich glaube nicht dass da was zu holen ist.

Der eigentliche Fehler ist bei der Übergabe und der Gestaltung des Mietvertrages passiert. Die Rückzahlung der Kaution an den Vormieter und die Zahlung der neuen Kaution wäre besser durch einen neuen Mietvertrag geregelt worden.

Ansonsten gilt: "Nur bares ist wahres!" Hätte irgendwann einer meiner Nachmieter bei der Übergabe keine Kohle dabei würde ich die Übergabe einfach platzen lassen.

Aber dafür ist es jetzt bei dir zu spät und Du wirst die Kohle niemals sehen.

Was möchtest Du wissen?