MwSt. ausweisbar?

5 Antworten

Du musst hier

die unterschiedlichen Arten der Besteuerung

auseinander halten:

Die Kosten für das Handy kann er als Betriebsausgaben selbstverständlich von seinem zu versteuernden Einkommen aus gewerblich/selbständiger Tätigkeit absetzen.

Aber es spielt in diesem Fall ja nicht nur die Steuer auf das Betriebliche Einkommen / den betrieblichen Gewinn eine Rolle, sondern auch die Steuer auf die Werterhöhung der Waren bzw. Leistungen eine Rolle, die so genannte

Mehrwertsteuer (MwSt.):

  1. Die MwSt., die Dein Kollege beim Einkauf mit bezahlt, bekommt er als so genannte Vorsteuer vom FiAmt zurück erstattet.
  2. Die beim Verkauf seiner Waren/Leistungen seinen Kunden in Rechnung gestellte Mwst. hingegen darf Dein Kollege nicht behalten, sondern muss sie ans FiAmt als so genannte Umsatzsteuer abführen.

Wenn Dein Kollege also Waren von Lieferern bezieht, die selbst nicht umsatzsteuerpflichtig sind, bekommt er also beim Einkauf auch keine MwSt. in Rechnung gestellt. Da er in einem solchen Fall demzufolge von vornherein gar keine Vorsteuer bezahlte, kann er sie natürlich auch nicht zurückerstattet bekommen.

Aber er kann selbstverständlich im Rahmen seiner jährlichen Steuererklärung des Einkommens aus gewerblicher/selbständiger Tätigkeit die reinen Warenkosten als Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen absetzen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Wenn die MWSt nicht ausgewiesen wird (wäre bei Kleinunternehmern evtl. so), dann kann sie als Vorsteuer nicht geltend gemacht werden. Wie sollte das denn geschehen?

Sag deinem Kollegen, als Gewerbetreibender ist es sein Job, sich über diese Basics zu informieren.

MwSt. ist nicht absetzbar. Dein Kollege darf sie lediglich als Vorsteuer mit später abzuführender Umsatzsteuer verrechnen. Bezahlt wird die MwSt. am Ende immer.

Zu deiner Frage:

  1. In den Fällen ist eine Verrechnung nicht möglich. Die Umsatzsteuer ist bereits abgeführt und wird kein weiteres Mal erhoben.
  2. Auch hier geht dein Kollege leer aus. §25 a UStG gilt nur für Wiederverkäufer. Da kein Kumpel das Handy vermutlich behalten will, zahlt er MwSt..

Nö, Differenzbesteuerung bedeutet: Kein Vorsteuerabzug beim Käufer, da der Verkäufer nur seine Gewinnmarge der Umsatzsteuerunterworfen hat.

D.h. der Vekäufer hatte keinen Vorsteuerabzug aus dem Einkauf des Handy´s, weil er es entweder von einer Privatperson, einem Kleinunternehmer, oder selbst differenzbesteuert eingekauft hat.

Wenn keine Mwst. ausgewiesen ist, wird auch keine erhoben. Üblich ist das bei Unternehmen mit geringem Umsatz nach der Kleinunternehmerregelung.

Absetzen kann man die übrigens nicht, nur mit Umsatzsteuer, die man selbst zu zahlen hat, verrechnen.

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