Mutter verstorben was passiert mit der Wohnung?

5 Antworten

Zunächst mein Beileid!

Grundsätzlich könnt Ihr in der Wohnung bleiben, auch wenn Ihr das Erbe ablehnt.

Gemäß § 563 BGB treten Personen, die mit dem Hauptmieter einen Haushalt bewohnt haben, in das Mietverhältnis ein.

Nun meine Frage rein theoretisch sind es ja nicht unsere schulden und auch nicht unser Vertrag könnten wir den nicht einfach um melden auf meinen Namen oder so.

 

Wenn Ihr das Erbe nicht antretet, könnt Ihr für die Schulden auch nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Ihr solltet dann aber davon ausgehen, dass Ihr ab dem 18. dennoch keinen Strom haben werdet.

Der Anbieter will hier sicher erst einmal einen Nachweis des Nachlassgerichts haben, dass Ihr tatsächlich ausgeschlagen habt.

was die wohnung angeht, so ist das ganz einfach. ihr seit als erbengemeinschaft rechtsachfolger eurer Mutter.

das heißt ihr habt grundlegend zwei optionen. die Miete weiter zu zahlen dann übernehmt ihr den Mietvertrag, oder die Wohnung im Zuge eines Sonderkündigungsrechts aufzugeben.

das gleiche gilt leider auch für den Vermieter. er hat aber sogar 2½ Optionen!

er kann euch als Nachmieter sang- und klanglos akzeptieren. er kann aber auch ebenfalls von seinem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen und die wohnung neu vermieten. vielleicht auch an euch und zwar zu neuen Kondtionen. das nennt sich dann Änderungskündigung. das ist zwar vielleicht etwas unmoralisch aber leider gesetzlich erlaubt.

einen kleinen Lichtblick gibt es allerdings. eine Änderungskündigung müsst ihr nicht akzeptiren. die erfolgt nämlich in zwei rechtlich von einander getrennten abschnitten. zum einen die Kündigung des bestehenden Vertrages, zum anderen das Aufsetzen eines neuen. könnt und oder wollt ihr die neuen Vertragsbedingungen nicht akzeptieren, dann ist es eine normale Kündigung.

kommen wir zur Stromgeschichte: wenn ihr das Erbe eurer Mutter annehmt, dann nehmt ihr auch alle vertraglichen Verbindlichkeiten an. dazu gehöhren leider auch die Stromschulden. ihr solltet euch am besten über auskunftsteien wie die Schufa etc. über die genauen verhältnisse informieren lassen. das setzt natürlich den Nachweis über den Tod der Mutter vorraus.

in der Regel kann auch der Bestatter beratend tätig werden oder zumindest Beratungsstellen vermitteln.

mein Beileid - Anna

 er kann aber auch ebenfalls von seinem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen und die wohnung neu vermieten. vielleicht auch an euch und zwar zu neuen Kondtionen. das nennt sich dann Änderungskündigung. das ist zwar vielleicht etwas unmoralisch aber leider gesetzlich erlaubt.

 

Erstens gibt es im Mietrecht keine Änderungskündigung, zweitens ist das gesetzlich nicht erlaubt.

Nach § 563 (3) BGB kann der Vermieter nur kündigen, wenn in den eingetretenen Personen ein guter Grund vorliegt (Verstöße gegen Hausordnung, Lärmbelästigungen, etc.).

Die Kinder, welche die Wohnung derzeit bewohnen, können einfach in der Wohnung bleiben, ohne das der Vermieter hier einen neuen Vertrag vereinbaren kann.

@ChristianLE

"Die Kinder, welche die Wohnung derzeit bewohnen, können einfach in der
Wohnung bleiben, ohne das der Vermieter hier einen neuen Vertrag
vereinbaren kann."

Aber nicht, wenn die Kinder volljährig sind und der Mietvertrag auf die Mutter läuft.

@chatley

Aber nicht, wenn die Kinder volljährig sind und der Mietvertrag auf die Mutter läuft.

 

Warum liest Du Dir den § 563 BGB nicht einfach mal durch?

Da steht geschrieben:

Leben in dem gemeinsamen Haushalt Kinder des Mieters, treten diese mit dem Tod des Mieters in das Mietverhältnis ein, wenn nicht der Ehegatte oder Lebenspartner eintritt.

 

Handelt es sich hierbei um eine Eigentums Wohnung? Oder doch um eine Mietwohnung. 

Also bei einer Mietswohnung, kommt es in erster darauf an wer im Mietvertrag als Haupt Mieter steht. Das könntet ihr aber auch mit dem Vermieter besprechen. 

Bei einer  Eigentumswohnung ist es etwas Komplizierter. Wenn ihr das Eeben abgelehnt  habt, habt ihr auch kein Anrecht auf ihren Besitz. 

Euch bleibt die Möglicheit eine Gutwm Anwalt zu suchen der euch zumindest die Wohnung rausschlagen kann. ... Sonst fällt mir als leihe zum Tgemacht recht aber Leider nicht ein! 

Der Mietvertrag würde mich euch Haushaltsangehörigen fortgesetzt, wenn ihr dass dem VM erklärt, § 563 I BGB.

Allerdings dürfte der VM "innerhalb eines Monats, nachdem er von dem endgültigen Eintritt in das Mietverhältnis Kenntnis erlangt hat, außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen, wenn in der Person des Eingetretenen ein
wichtiger Grund vorliegt."

Kündigt er einem, dann allen; mit den verbleibenden darf er keinen MV fortführen oder einen neuen abschließen.

Ein wichtiger Grund wäre, dass er persönlich mit euch nicht auskommt, dass das Mietergefüge oder der Mieterfrieden mit euch allein im Haus gefährdet ist, ihr eure vertraglichen Pflichten nicht unerheblich schuldhaft verletzt habt (Ruhestörung, mangelde Treppenhausreinigung, fehlenden Rücksichtnahme, ...) oder er Eigenbedarf geltend macht.

G imager761


Mein Beileid!

Ihr wollt das Erbe ausschlagen? Gibt es dafür so gute und viele Gründe?

Wenn ihr das Erbe ausschlagt, fällt alles, was die Mutter hinterlassen hat, an den Staat. Das bedeutet, dass ihr theoretisch die gesamte Wohnungseinrichtung mit allen Geräten raus rücken müßt, wenn jemand danach fragt. Allerdings müßte erst bewiesen werden, dass die Geräte tatsächlich der Mutter gehörten und außerdem will sie vermutlich sowieso keiner.

Aber wie sieht es aus mit evtl. Wertgegenständen, wie z. B. Schmuck? Ist da noch was da? Mit verstecktem Bargeld dürfte es eher schlecht aussehen.

Die Wohnung dürft ihr erst mal behalten, auch wenn ihr das Erbe ausschlagt, weil ihr die Kinder seid, wenn auch schon volljährig.

Allerdings stellt sich die Frage, ob nicht außer der Stromrechnung auch schon die Miete rückständig ist. Falls ein Mietrückstand besteht, z. B. für den Januar und ihr bezahlt den Februar nicht, seid ihr draussen, denn das kann ich mir gut vorstellen, dass Euch der Vermieter bei dem wahnsinns günstigen Mietpreis leiber heute als morgen raus haben will.

Wenn das Amt die Miete bezahlt, wird sie sich auch um den Strom kümmern. Der Versorger darf diesen nicht abstellen, wenn die Schuldnerin nicht mehr lebt. Sprecht dringend mit dem Versorger.

Alles Gute! Zu dritt schafft ihr das. Haltet gut zusammen.

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