muss mein Freund Kirchensteuer zahlen wenn er nicht kirchlich ist

5 Antworten

Die Kirche darf nur ihre Mitglieder besteuern (BVerfG v. 14.12.1965 - 1 BvR 606/60). Allerdings kann sie in bestimmten Fällen das besondere Kirchgeld erheben, nämlich dann, wenn der kirchenangehörige Ehegatte trotz hohen Einkommens seines kirchenfremden Ehegatten "mangels eigenen Einkommens kirchensteuerfrei bliebe" (ebd., Ziffer C II 2).

Allerdings kümmern sich Kirchen und Finanzbehörden einen feuchten Kehricht um diese Vorgabe des BVerfG und erheben das besondere Kichgeld auch bei Doppelverdienern, sofern es höher ist, als die eigentlich festzusetzende Kircheneinkommensteuer gegen das Kirchenmitglied. Es hängt also u.a. von den Einimmensverhältnissen ab, ob das besonder Kirchgeld zuschlägt oder nicht. Eine Berechnungstabelle findet man bei Kirchgeld-Klage.info, Abschnitt IV 2.1.2.

Das BVerfG hatte wie gesagt diese kirchliche Besteuerung im Urteil 1 BvR 606/60 v. 14.12.1965 für den Fall ermöglicht, dass der kirchenangehörige Ehegatte "ansonsten mangels eigenen Einkommens kirchensteuerfrei bliebe". Lt. BVerfG-Beschluss vom 28.10.2010 - 2 BvR 591/06 gilt diese Rechtslage nach wie vor.

Auf dieser Grundlage hat der BFH am 8.10.2013 im Beschluss I B 109/12 (Ziffer 2 a und b) als "eindeutige Rechtslage" festgestellt, dass das besondere Kirchgeld sich "nur für diese Fallkonstellation" "mangels eigenen Einkommens kirchensteuerfrei" am Lebensführungsaufwand des kirchenangehörigen Ehegatten orientiert, incl. der Bemessung dieses Lebensführungsaufwandes am gemeinsam zu versteuernden Einkommen.

Daran ändern weder die sog. Vergleichsberechnung noch das jeweilige KiStG etwas, entscheidend ist allein die Rechtsprechung des BverfG. Näheres in kirchgeld-klage.info, insbes. im Abschnitt II 6 Rechtslage. Diese Spezialseite hat ca. 60 Urteile zum besonderen Kirchgeld v.a. bei Doppelverdienern analysiert.

Fazit: Bei Alleinverdienern ist das besondere Kirchgeld kaum angreifbar, bei Doppelverdienern sehr. Soweit gerichtliche Entscheidungen das besondere Kirchgeld bei Doppelverdienern bestätigt haben, sieht diese Seite durchweg eindeutige Rechtsmängel. (kirchgeld-klage.info, Kap. III Fragwürdige Urteile)

Nein. Wenn Ihr trotzdem kirchlich getraut werdet, liegt das im Ermessen des Pfarrers. Solagne nicht offiziell eintritt und er keine Konfession in seiner Lohnsteuerkarte stehen hat, passiert da auch nix.

Nein, Kirchensteuern werden nur fällig, wenn man einer der beiden christlichen Religionen angehört und diese auch auf der Lohnsteuerkarte eingetragen ist.

ne wenn er keine Konfission also keine Religionszugehörigkeit hat muss er auch keine Kirchensteuer zahlen .

Nein, wenn er nicht Mitglied einer Kirche ist, muss er keine Kirchensteuer zahlen.Glückwunsch und alles Gute!

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