Muss man bei einer Vorladung als Zeuge bei der Polizei erscheinen?

4 Antworten

Du bist verpflichtet, einer Vorladung der Staatsanwaltschaft Folge zu leisten (§ 161a Abs. 1 Satz 1 StPO), nicht aber einer Vorladung der Polizei. Es handelt sich dabei lediglich um eine Einladung, um ggf. neue Erkenntnisse bei der Ermittlung einer Straftat zu erhalten. Zwingen können sie dich nicht.

Die StA aber sehr wohl ;)

Vielen Dank! Dass die StA das kann weiß ich, mich interessiert vor allem ob es auf dem Schreiben vermerkt wäre, wenn die StA das angeordnet hat. Oder ob ich eben, wenn da kein solcher Vermerk ist, davon ausgehen kann dass das nur ne "Einladung" der Polizei ist.

@profanity

Der Link ist meiner Meinung nach nicht aktualisiert.

Einer polizeilichen Vorladung musst du grundsätzlich nich folge leisten. Wenn die Staatsanwaltschaft die Vernehmung angeordnet hätte, dann würde das im Schreiben explizit genannt, bzw. du würdest die Vorladung direkt von der Staatsanwaltschaft bekommen. Darin wären auch die Erscheinungspflicht sowie die Folgen des Fernbleibens erläutert.

Es ist im übrigen dennoch angebracht bescheid zu geben, wenn man den Termin für die Vorladung nicht wahrnehmen möchte. Die Leute haben auch wichtigeres zu tun als auf Termine zu warten die nicht erscheinen wollen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Rein rechtlich musst du den Termin nicht absagen, kannst es aber aus Höflichkeit tun :)

Nach neuer Rechtslage vom August 2017 müssen Zeugen der Vorladung durch die Polizei Folge leisten.

Eine dementsprechende Rechtsbelehrung sollte auf der "Einladung" zu finden sein.

Ansonsten liest man es lieber nach.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/neue-rechtslage-zeugen-muessen-ab-sofort-zur-aussage-bei-der-polizei-erscheinen-und-aussagen_069447.html

Gruß S.

Vielen Dank für die Antwort.

Genau daraus ergibt sich meine Frage. Im Internet sind widersprüchliche Angaben zu finden, die einen sagen man muss dem Folge leisten, die anderen sagen man muss das nur, wenn ein Auftrag der Staatsanwaltschaft vorliegt. Da ist dann eben die Frage müsste dieser Auftrag auf dem Schreiben vermerkt sein? Oder muss ich davon ausgehen, unabhängig davon, ob es vermerkt ist, dass ein solcher Auftrag vorliegt und bei nicht erscheinen mit der Verhängung von Ordnungsgeldern etc. rechnen?

Über eine weiterführende Beantwortung wäre ich dankbar.

Was ich noch ergänzen sollte: EIn Hinweis, dass ich erscheinen muss und sonst mit Konsequenzen rechnen muss fehlt. Ich werde lediglich gebeten, falls ich an dem Termin nicht kann anzurufen, damit ein neuer Termin vereinbart werden kann. Ansonsten steht da als Überschrift zwar Vorladung, weiter heißt es dann dass ich "gebeten werde im Amtszimmer [...] vorzusprechen". Eine Rechtsbelehrung erfolgt nur in sofern, dass da noch steht, dass ich einen Anwalt mitbringen darf.

@g1234711

Die Polizei wird dich ja auch nicht direkt zwangsvorladen, nur, weil du an dem gegebenen Termin nicht kannst. Wenn du den auf der Vorladung genannten Sachbearbeiter anrufst und um eine Verlegung des Termin bittest, wird er dem auch nachkommen, wenn es möglich ist.

Man kann sich auch abführen lassen, hat man einen Weg gespart aber zurück bringen sie dich nicht.

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