Muss man bei Bewerbung den Schwerbehindertenausweis angeben?

5 Antworten

Bei einer Bewerbung sicher nicht. Wenn du aber einen Personalbogen zu Einstellung ausfüllst, und diese wichtige Einzelheit "vergisst" oder falsch ausfüllst, ist das ein schwerwiegender Vertrauensbruch, der auch nach der Probezeit zur Kündigung berechtigt.

Dies aber nur, wenn man gleichzeitig seine Rechte aus dem Ausweis herleiten möchte. Wenn ich keine Rechte ableiten möchte und genauso gestellt bin wie jeder andere, warum dass Vertrauensbruch? Ich verzichte auf extra Urlaub etc.

du solltest ihn dazu tun weil du dann ehrlichgesagt bessere chancen auf den job hast (es gibt in großen firmen einen mindest prozentsatz an behinderten die die einstellen müssen)

Mein Prof. hat gesagt, am besten Behindertenausweis zurückgeben, weil man dann überhaupt keine Chance mehr auf den Job hat. Die Firmen müssen so wenig bezahlen, wenn sie die Quote nicht erfüllen, dass sie lieber einen nicht behinderten einstellen.

Das trifft nur bei öffentlichen Verwaltungen zu. Die müssen ein Bewerbungsgespräch machen.

Den würde ich auf jeden Fall vorher mit angeben; wenn Du wartest, bis die Probezeit abgelaufen ist, könnte man Dir Übles nachsagen, weil Schwerbehinderte ein Sonderkündigungsrecht haben!

Nicht bis Probezeit abgelaufen ist, sondern kurz vor der Probezeit.

@lachs4709

Das ändert nichts am Gesamteindruck, den der Chef dann bekommen könnte! Ich würde es von Anfang an mit angeben!

@NSanio

Dann bekommt man aber die Stelle nicht.

@lachs4709

Wenn ich jetzt meine Meinung schreibe, werden mich Tausende von GF-Nutzern zerreissen, weil ich ein ach so schlechter Mensch bin! Ich riskiere es trotzdem: So wie ich die Sache bisher verstehe, hast Du bis jetzt in der Firma gearbeitet und die Probezeit läuft nun aus. Offenbar besteht Anlass zu glauben, dass die Stelle nicht verlängert wird, weil Du jetzt damit herausrückst, mit dem Behinderten-Ausweis zu winken. Sollte ich mich jetzt täuschen, tut es mir leid, aber ich glaube fast, Du setzt Deinen Chef jetzt über das Behindertenrecht unter Druck und willst so in die Firma hineinkommen. Ich fände so eine Masche abgrundtief berechnend und unfair denen gegenüber, die gleich mit offenen Karten spielen. Aber vielleicht verstehe ich ja auch etwas nur ganz falsch.

@NSanio

Ja, Du hast es falsch verstanden. So weit bin ich noch nicht. Ich habe aber gelesen, dass man rein rechtlich den Behindertenausweis erst kurz vor der Probezeit vorzeigen muss. Im übrigen würde ich auch auf die Privilegien, extra 1 Woche Urlaub mehr verzichten. Also ich bin kein Schmarotzer. ich möchte nur arbeiten und sonst meine Ruhe haben. Aber wenn es so schwierig ist werde ich meinen Behindertenausweis zurückgeben. Es wird mir wenig nützen, wenn ich einen Tag vor der Probezeit gekündigt werde. ich möchte eine faire Arbeit haben und sonst nichts. Der Arzt hat mir geraten, ich solle das verschweigen mit der Behinderung, ansonsten bekomme ich die Stelle nicht. Das Dumme ist aber das dies auffliegt, da der AG von der RV eine Mitteilung bekommt und dann erfährt, dass ich im Rentenbezug war. Wann die Meldung raus geht kann ich nicht genau sagen. Irgendwie weiß ich nicht mehr was ich machen soll. Ich darf auch leider kein Praktikum für 700Euro machen, wegen Verstoß des Mindestlohns, da dieser bei 8,50Euro liegt. Ich bin Meister, Techniker, Betriebswirt und Ingenieur und darf nicht für 4,25Euro arbeiten. Das ist das Problem, weil ich kein eingeschriebener Student bin, sondern Absolvent.

@NSanio

Ich habe aber gefragt, ob man den Ausweis vorlegen muss. Offensichtlich nicht, nur wenn man daraus Rechte herleiten möchte.

@lachs4709

Was nützt es dir, wenn du die Stelle bekommst, wirst dann aber wegen Vertrauensbruch FRISTLOS gekündigt?

@DerHans

Man muss den Behindertenausweis nicht angeben, hat dann allerdings auch keine Rechte, welche aus diesem Ausweis resultieren, z.B. 1 Woche mehr Urlaub etc. Wenn man den nicht angeben muss und auf seine Rechte verzichtet, dann darf man aber auch nicht fristlos wegen Vertrauensbruch gekündigt werden. Ich kann ja nicht für was bestraft werden, was ich nicht in Anspruch nehme. Es wäre allerdings was anderes, wenn der AG speziell danach fragt. Dann muss ich auch ehrlich antworten und spätestens vor der Probezeit diese Mitteilung abgeben. Aber eine fristlose Kündigung ist nicht statthaft, wobei man natürlich während der Probezeit immer, je nach Vertragsgestaltung, mit der angegebenen Frist kündigen kann.

Eine Schwerbehinderung muss vom Bewerber angegeben werden, wenn die Aufgabenausübung bzw. Tätigkeiten behindert werden und eine Schwerbehinderung von über 50% GdB (Grad der Behinderung) bzw. eine Gleichstellung vorliegt.

Quelle: berufszentrum.de

Ich habe Grad der Behinderung von 70Prozent. Kann aber im betriebswirtschaftlichen und Ingenieursbereich alles machen. Kann nur meinen alten Beruf als Schreiner nicht mehr ausüben. Muss ich es dann trotzdem auch angeben oder reicht es noch kurz bevor Probezeit abgelaufen ist?

@lachs4709

Was genau war an der blendend formulierten Antwort nicht zu verstehen?

Für einen Akademiker doch eigentlich gar nichts.

Gruß aus Berlin, Gerd

@GerdausBerlin

Welche Antwort meinen Sie? Diese. "Wenn eine volle Erwerbsminderungsrente bezahlt wird, besteht kein Anspruch auf Alog I. Sofern nur eine teilweise EM-Rente bezogen wird, gilt der Anspruch auf Alog 1 als Einkommen. somit wird die Em-Rentenzahlung durch das Einkommen vermutlich auf Null gekürzt. Daher stimmt die obige Aussage: beide Leistungen zugleich können nicht bezogen werden, da immer eines auf das andere angerechnet wird."

Die EM-Rentenzahlung wird durch das Einkommen eben nicht auf null gekürzt, sonst würde ich ja keine 1/3 Rente mehr bekommen. Es gibt 4 Grenzen bei mir, bei der Hinzuverdienstgrenze. Die letzte ist 2050Euro. Wenn ich aber nur 2000Euro verdiene, dann hätte ich diese 1/3 Rente, was ca. 200Euro entspricht. Deshalb stimmt die Aussage nicht, dass beide Leistungen nicht gleichzeitig bezogen werden können.

Eine Schwerbehinderung muss nicht in der Bewerbung und auch hinterher nicht angegeben werden, wenn sie den Arbeitnehmer bei der vorgesehenen Arbeit nicht behindert, und die Vorteile, wie Sonderurlaub und besonderen Kündigungsschutz, nicht beansprucht werden.

Du musst deinen Schwerbehindertenausweis deshalb aber nicht zurückgeben.

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