Muss im Job-Center kriechen und buckeln für die paar Kröten, es muss sich grundlegend etwas ändern, was tun?

5 Antworten

Bezieht sich deine Frage nun auf dich persönlich oder ist sie eher allgemein gehalten? Wenn ersteres der Fall ist, wären mehr Informationen hilfreich - von wieviel und welchem Geld ist die Rede? Was beziehst du bisher genau für Gelder (Aufstocker?), wieviele Personen leben in der Bedarfsgemeinschaft, etc?

Es ist übrigens kein Geheimnis und auch nichts neues, dass an Leistungsempfänger billigend zu wenig Gelder gezahlt werden

Wenn die Frage sich darauf bezieht, wie wir das Hartz IV Sklavensystem wieder loswerden könnten, so jedenfalls meine Meinung, wäre ein Grundeinkommen der erste Schritt in die richtige Richtung.

Versuche so dumme Kommentare wie "geh arbeiten" am besten weiterhin zu ignorieren. Die meisten Menschen, die nie vom Jobcenter abhängig waren, wissen leider weder über die Schikane, der viele Leistungsempfänger seitens der Träger ausgesetzt sind Bescheid, noch darüber, wie schnell man seinen Job verlieren, auf der Straße landen oder chronisch krank werden kann und erhalten ihre geistreichen Vorurteile gegen Arbeitslosengeld-Empfänger aus ebenso geistreichen Quellen, wie RTL und Co.

du bekommst leistungen vom jobcenter, weil du arbeitslos bist. die einzige forderung an dich lautet dir selbständig zügig arbeit zu suchen und mitzuwirken daran, dass du was findest. mehr ist es nicht. dazu musst du nicht buckeln, nicht kriechen oder sonstwas. die sache ist gut wie sie läuft und bedarf keiner grundlegenden änderungen.

Meinen Glückwunsch, wenn du selbst Betroffener von Hartz IV bist und noch nie mit nachweislich (!!!) rechtswidrigen Forderungen seitens des Jobcenters konfrontiert oder erpresst wurdest. Ganz so einfach, wie du es darlegst, ist es aber im Allgemeinen nicht - ich bin selbst Leistungsempfänger und seit einigen Monaten Teil eines Beraterteams im Bereich SGB II, III und XII und was ich dort (regelmäßig, nicht vereinzelt!) für Geschichten von Betroffenen zu hören kriege, welche übrigens durch die mitgebrachten Schreiben der Jobcentren untermauert werden, macht mich nicht nur fassungslos, sondern auch wütend.

Da werden Menschen, die an schweren chronischen oder psychischen Erkrankungen leiden, mittels Nötigungen und Erpressungen dazu bewegt, Verträge abzuschließen, unter deren Inhalten sie Arbeit antreten sollen, die laut Gutachten nachweislich unzumutbar und sogar dauerhaft gesundheitsschädigend für die Betroffenen sind. Lehnen sie dies aus verständlichen Gründen ab, wird sofort mit Leistungsentzug gedroht - dieses Vorgehen erfüllt laut § 240 StGB den Tatbestand der Nötigung und stellt eine Straftat dar. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Das Problem ist, dass viele Menschen sich mit den entsprechenden Gesetzen nicht auskennen und seitens der Sachbearbeiter in den Jobcentren eingeschüchtert und mit falsch formulierten/unvollständigen Paragraphen an die Wände genagelt werden.

Es werden billigend und massiv zu wenig Unterkunftskosten gezahlt, sodass Menschen Mietschulden machen, wodurch ihnen nach wenigen Monaten die Obdachlosigkeit droht und dabei ist es dem Träger egal, ob es sich um eine Mutter mit Kindern handelt oder um alte kranke Personen.

Ich kann gern weitere Beispiele aufzählen aber stattdessen rate ich dazu, sich erst einmal vernünftig schlau zu machen - sowohl über das gesamte System von ALG II und das SGB als auch über die Jobcentren, Maßnahmeträger und deren dreckigen Tricksereien, um möglichst viele Gelder einzusparen - bevor man lapidar und völlig uninformiert kundtut, dass man sich "ja nur um Arbeit bemühen und mitwirken muss", damit man alles bekommt, was einem zusteht. Denn so ist es eben nicht. Nochmal: ich beglückwünsche jeden, der keine Probleme mit dem Träger hat. Ehrlich.

@Almorgea

Wieso beantragen psychisch Kranke keine Rente?

Ja, um Arbeit bemühen ist schon eine gute Möglichkeit. Ich kann sehr viele Beispiele bringen, wo die Leute zum JC gehen und gleichzeitig "schwarz" arbeiten gehen. Ist das ok? Woher kommen denn die Gelder von Hartz4?

@Lukas220999

Schwarzarbeit ist natürlich nicht okay aber mit Sozialbetrügern zu argumentieren steht meiner Ansicht nach überhaupt nicht in Relation zum Kernproblem. Ich prangere rechtswidriges Verhalten seitens der Behörden an und bin der Ansicht, dass man die Träger und besonders deren bewusst falsch geschulten Mitarbeiter verklagen sollte, sofern einem Unrecht widerfährt und nicht Gleiches mit Gleichem vergelten sollte, indem man sich ebenfalls strafbar macht, wie zB durch Schwarzarbeit oder sonstigen Betrug.

Die Behörden sind nach §§ 13, 14 und 15 SGB I in der Pflicht, Leistungsempfänger umfassend zu beraten, ihnen Auskünfte zu erteilen und sie über alle Bereiche, die mit dem Leistungsbezug nach dem SGB in Verbindung stehen, aufzuklären. Und dazu gehören auch die Rechte von Leistungsempfängern und nicht nur deren Pflichten!

Allein diese Beratung, Aufklärung und Auskunftserteilung findet schon nicht ausreichend genug und erst recht nicht wahrheitsgemäß statt, sodass Betroffenen nichts bleibt, als sich eigenständig durch einen Wust (!) von Paragraphen zu kämpfen, - viel Spaß dabei, wenn man bereits um seine Existenz bangt und im Dauerstress ist - sich anwaltliche Hilfe zu besorgen (wovor viele Angst haben, weil sie mangels Beratung/Aufklärung unsicher sind und befürchten, auf hohen Kosten sitzen zu bleiben oder nicht einmal wissen, dass ihnen Beratungshilfescheine zustehen) oder alles, was die Behörde ihnen auftischt, blind zu glauben. Und wer sich einmal zur Wehr setzt, befindet sich umgehend auf einer natürlich "nicht existenten Liste" der Behörde, auf der man als Querulant vermerkt wird und ab da kann es dann richtig lustig für einen werden.

Ich habe nur darauf gewartet, dass das Thema angekratzt wird... nicht, dass ich dir damit jetzt genau das unterstellen will aber die Frage danach, woher das Geld kommt, sofern sie den "Vorwurf" beinhaltet, die bösen Hartzies leben vom hartverdienten Geld der braven Arbeiter, ist mediengesteuert und - Entschuldigung - kleingeistig.

Gegenfrage: was sollte man denn mit den Arbeitslosen tun? Sie vielleicht unter einer Brücke verhungern lassen? Oder sie in Zwangsarbeit schicken? Das PASSIERT bereits und zwar TROTZ der paar Cent (ja, genau, von dem hartverdienten Geld gehen nicht einmal 3 Euro im Jahr pro Arbeiter ab), die jeder in den Topf wirft, von dem ALG gezahlt wird!

Vielleicht überlegt manch einer erst mal, welche nicht beeinflussbaren Umstände einen JEDEN Menschen von heute auf morgen in die Arbeitslosigkeit und/oder Obdachlosigkeit katapultieren können, bevor er blind das Geschwafel aus den Medien nachplappert und sich damit gegen Arbeitslose aufhetzen lässt.

Nochmal, nur es klarzustellen: ich will dir persönlich nichts unterstellen! Der obrige Text richtet sich generell an die Menschen, die mit stumpfsinnigen und undurchdachten Argumenten gegen ALG-Bezieher hetzen. Wer sich aber über Sozialbetrüger aufregt, hat meinen Segen - man sollte nur die einen nicht mit den anderen in denselben Topf werfen.

@Almorgea

In Deutschland braucht keiner zu hungern oder Obdachlos sein. Keiner verlangt, dass sie unter der Brücke schlafen.

Das mit den 3€ habe ich nicht verstanden.

Genau, nicht immer jeden mist glauben, den so Hartz4 Gegner schreiben. Die Ämter arbeiten schon nach Richtlinien, aber wie oft werden sie da auch veräppelt. 2 Personen leben in einer Wohnung seit vielen Jahren und sind keine Bedarfsgemeinschaft....

Hier wird nur darüber gehetzt, dass die Behörden alle nicht ordentlich arbeiten und kein Geld ausgeben wollen und wenn, dann geben sie immer zu wenig. Dem ist ganz gewiss nicht so.

@webya

Ich "glaube" nicht den Mist, den deine sogenannten Hartz IV-Gegner schreiben, ich erlebe es seit Monaten selbst aber das hättest du bereits in Erfahrung gebracht, hättest du denn meinen ersten Kommentar in dieser Unterhaltung hier aufmerksam gelesen ;)

Dass, wie du schreibst, IMMER zu wenig gezahlt wird ist tatsächlich nicht so aber hier hat auch niemand behauptet, dass dem so wäre. Dennoch: ich rate mal dazu, einen Blick auf die offiziellen Statistiken der BA zu werfen. Zum Beispiel bezüglich Klagen, Widersprüchen und sich darauf beziehende Kostenerstattungen, seis durch richterliche Beschlüsse oder aufgrund interner Anweisungen. Hier mal die Seite, die zum Excel-Download für den August 2018 deutschlandweit:

https://statistik.arbeitsagentur.de/nn_1021952/SiteGlobals/Forms/Rubrikensuche/Rubrikensuche_Form.html?view=processForm&resourceId=210368&input_=&pageLocale=de&topicId=485672&year_month=201808&year_month.GROUP=1&search=Suchen

Es sagt sich immer furchtbar leicht, dass hier niemand hungern oder obdachlos sein muss - nichtsdestotrotz gibt es aber nun mal Unmengen an Obdachlosen und Menschen, die nicht genug Geld haben, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Glaubst du, diese Menschen wählen freiwillig den Weg in die Armut, weil das bequemer ist, als sich Hilfe zu suchen oder weil sie einfach nur zu faul sind? Hast du eine Ahnung, was es für einen Stress bedeutet, um seine Existenz zu fürchten, bis man schließlich resigniert, weil man sich vor lauter Angst und Unsicherheit nicht mehr anders zu helfen weiß?

Natürlich nicht, du hast ein Dach über dem Kopf und hungerst nicht.

Sicher ist es THEORETISCH "einfach", aus der Obdachlosigkeit zu kommen aber viele vergessen leider bei ihrem aus Halb- oder Unwissen bestehenden Gerede, dass Betroffene oft aus diversen Gründen depressiv und ohne Hoffnung sind, sich schämen und/oder weder Freunde, noch Familie haben, die ihnen wenigstens seelisch eine Stütze sein könnten. Wer nicht aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, VÖLLIG allein zu sein, NICHTS zu haben, der sollte diesen armen Schweinen nicht auch noch auf die Füße treten oder mit dem Finger auf sie zeigen, weil sie ja "selbst Schuld sind".

Dieser Satz "niemand muss hungern oder obdachlos sein" ist nichts weiter als ein Vorwurf an die Betroffenen selbst, nur schön durch die Blume gesprochen.

@Almorgea

Es gibt immer die Tafel und da kann sich Essen geholt werden. Also hungern muss nun niemand in Deutschland.

@Almorgea

redest du immer soviel ausgegorenen unsinn? keiner wird mit rechtswidrigen forderungen belegt und dort wird auch keiner erpresst. was ist denn mit dir nicht in ordnung?

@markusher

Du befindest dich im Zeitalter der Information, also mache doch einfach mal Gebrauch davon, anstatt Sprüche zu klopfen, die schlicht und nachweislich unwahr sind!

Das Netz (wenn man denn mal zu suchen anfängt) ist voll von Informationen. Zigtausende Erfahrungsberichte, Tipps, wie man sich gegen rechtwidriges Verhalten der Behörde zur Wehr setzen kann (und davon ist nur ein Bruchteil Reichsbürger-Gelaber, dem ich persönlich sehr kritisch gegenüberstehe), Richterurteile und Gesetzestexte. Oder guck dich doch für den Anfang mal im Elo-Forum um oder such auf Youtube nach Reportagen - Anlaufstellen gibt es ohne Ende.

Danach können wir gern weiterreden, was hälst du davon?

@Almorgea

Im Netz steht immer nur die eine Seite der Medaille. Die andere Wahrheit wird da nicht geschrieben.

Es sind nicht immer alle Bescheide richtig, aber die Antragsteller versuchen leider auch viel zu tricksen. Liest du hier ja auch immer wieder. Lieber bleibe ich zuhause als arbeiten zu gehen. Das lohnt sich doch sehr viel mehr.....

Ja es muss sich auf jedenfall etwas ändern. Falls du aus Hessen kommen solltest, wähle bei der Landtagswahl am 28. Oktober, das bedingungslose Grundeinkommen.

und was bringt das Grundeinkommen? Dann bekommst du 1000€ und musst davon Miete, Nebenkosten und deine Lebensmittel bezahlen. Da hast du weniger als vorher. Das ist dir schon klar???

Das Grundeinkommen gibt es auch nur für 12 Monate. Wie lange bekommst du denn schon Unterstützung?

@Realist111

Nein das gibt es nicht nur für ein Jahr. Frage mich wo du den Schwachsinn her hast. Das BGE ersetzt dann das sittenwidrige Hartz4. Ist mir klar, dass es dir nicht passt! Ich z.B. hätte nicht weniger sondern mehr.

@herzilein35

Weiterhin kann jeder soviel dazu verdienen wie ere mag ohne Anrechnung.

@herzilein35

Finnland hat das BGE.

Wie kommst du darauf, dass es länger als ein Jahr bezahlt wird?

und was ist an Hartz4 anders als am BGE? Da musst du dich in der Zeit auch um Arbeit bemühen. Z

Zusammen mit den Mietkosten bekommst du dann auch weniger. Wie oben schon geschrieben. Hast du bei Hartz4 mehr.

ein solches einkommen kann es nie geben. es gibt immer bedingungen daran geknüpft. du bekommst hilfe, wenn du arbeitslos oder krank bist. wenn nicht musst du dir selbst helfen. so ist nun mal das leben. es gibt genügend arbeit, du musst nur suchen.

@markusher

Ihr werdets sehen, dass es das bald gibt! Dann lass dir schon mal was neues einfallen wie du die Armen Menschen kritisierst.

@herzilein35

du wirst sehen, dass es das nicht geben wird. es ist nicht finanzierbar, so wie auch marxsche ideen nicht finanzierbar waren.

@herzilein35

Dann heißt Hartz4 nur anders (z.B. Grundeinkommen). Das Grundeinkommen ist da nichts anderes als Hartz4. Der Satz ist nicht höher (da ja auch noch Miete und NK bezhalt wird), gibt es nur für 12 Monate. Was soll da bitte besser dran sein?

Es gibt in Deutschland Arbeit und du kannst nicht immer nur nach deinem "Traumjob" schauen. Das geht nicht. Das Leben ist kein Ponyhof....

Einfache Lösung: Du gehst arbeiten. Dann brauchst du nicht mehr zum JC. Wo ist das Problem?

Dagegen hilft nur eines - arbeiten!

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