Muss ich es akzeptieren, das mir der Arbeitnehmen meinen Urlaub auszahlen will!?!?!

5 Antworten

Arbeitnehmer bezahlen sicher keinen Urlaub aus. Wenn überhaupt kämen Arbeitgeber auf die Idee.

Es gibt einen Mindestanspruch an Jahresurlaub den man als Chef auch dadurch nicht umgehen kann, dass man diesen auszahlt. Zumal Urlaubszeit ohnehin wie Arbeitszeit vergütet wird (Urlaubsgeld ist etwas anderes).

Wenn dein Chef nicht einsieht,dass du deinen Urlaub nehmen willst,musst du beim Arbeitsgericht klagen.Der Verlierer dabei ist dein Chef. LG gadus

Top Tipp des Tages. Eine Einstweilige Verfügung wird in einem solchen Fall garantiert nicht erfolgen und bis es zum Gütetermin kommt, ist das Arbeitsverhältnis schon beendet.

Dein Arbeitgeber hat Recht, wenn er sagt, Du hättest das nicht zu entscheiden - er hat das allerdings auch nicht zu entscheiden!

Das Bundesurlaubsgesetz - BUrlG - ist eindeutig: Urlaub muss als "freie Zeit" genommen werden, das gilt selbstverständlich auch für zustehenden (Rest-)Urlaub bei Kündigung (> http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/burlg/gesamt.pdf).

Eine Abgeltung des Urlaubs ist nach dem Gesetz nur erlaubt, wenn der Urlaub nicht mehr genommen werden kann, also z.B. aus zwingenden betrieblichen Gründen oder wegen Erkrankung (BUrlG § 7 abs. 4).

Vielleicht kannst Du Deinen Arbeitgeber mit dem Hinweis, dass Lesen die Wahrheitsfindung erleichtere, auf das Gesetz verweisen.

Lt Gesetz sind es dringende betriebliche Gründe, nicht zwingende. Da liegt ja nun doch noch ein kleiner Unterschied.

Darüber hinaus kann hier nur eine Gerichtliche Entscheidung Abhilfe schaffen, zu welcher man schon aus Kostengründen wegen so einem Tinnef nun wirklich nicht mit gutem Gewissen raten kann. In den allermeisten Fällen wird der ArbN eine solche Entscheidung - wenn auch zähneknirschend - auch im Hinblick auf ein vernünftiges Zeugnis hinnehmen müssen.

@ralosaviv

Ich weiß, dass es im Gesetz "dringend" heißt, aber wenn ein Arbeitgeber alleine schon personal-organisatorische Probleme für "dringend" hält, entsprichend das noch längst nicht dem gesetzlichen "Verständnis" von "dringend" - darum meine Wortwahl "zwingend", die ja auch nicht als Zitat gemeint ist, aber das "dringend" im praktischen Sinne verschärft; ansonsten geht der Disput darüber in Richtung Wortklauberei.

Eine gerichtliche Entscheidung zu suchen habe ich auch nicht angeraten! Es ist ja ohnehin immer abzuwägen zwischen einerseits dem Recht, das man nach Gesetz hat, und wie man andererseits in einer konkreten Situation mit diesem "Recht" umgeht.

Persönlich würde ich es hier auch nicht unbedingt zu einem Konflikt kommen lassen; allerdings geht es mir aber auch "quer runter", dass man selbstherrliche Entscheidungen uneinsichtiger, sturer, wider beseres Recht handelnder Arbeitgeber immer einfach "schlucken" soll!!!!

Im Fall einer Kündigung hat der AG tatsächlich die Möglichkeit, Dir den Urlaub zu verwehren, also nicht zu genehmigen und ihn dafür nach Ende des Arbeitsverhältnisses auszuzahlen. Grundlage dafür ist das Bundesurlaubsgesetz, im Link die Ziffer (4)

http://www.gesetze-im-internet.de/burlg/__7.html

Ich geh davon aus, das Du selbst gekündigt hast. Ansonsten könntest Du schon das Arbeitsgericht bemühen und auf Deiinen Urlaub bestehen. Gegenüber dem Gericht wird das der AG auch stichfest begründen müssen.

Im Fall einer Kündigung hat der AG tatsächlich die Möglichkeit, Dir den Urlaub zu verwehren, also nicht zu genehmigen und ihn dafür nach Ende des Arbeitsverhältnisses auszuzahlen. Grundlage dafür ist das Bundesurlaubsgesetz, im Link die Ziffer (4)

Das stimmt so pauschal nun aber wirklich nicht!!!

Denn nach eben dieser Gesetzesvorschrift ist die Verweigerung nur erlaubt, wenn der Urlaub nicht gewährt werden kann!!!!

@Familiengerd

Ich hab in der Möglichkeitsform geschrieben. Aus welchen Grund der Urlaub nicht gewährt wird entzieht sich unserer Kenntnis.

Bis jetzt ist der AG der Entscheider. Eine rechtliche Möglichkeit habe ich aufgeführt.


Ich kenne wenig AG die über nicht gewährten Urlaub disskutieren. Selbstbeurlaubung ist nicht anzuraten.

Der Arbeitgeber muss seine dringenden betrieblichen Gründe im Zweifel schon darlegen können, wenn er dir den Urlaub nicht mehr natural gewähren will. Es muss glaubhaft gemacht werden können, dass dein Urlaub zu dieser Zeit zu Störungen im betrieblichen Ablauf führen würde. Da das Arbeitsgericht hier ohne Anhörung des ArbG nichts entscheiden wird und ein Termin sicher nicht innerhalb von 3 TAgen zu bekommen ist, sind dir trotz eindeutiger Rechtslage mit hoher Wahrscheinlichkeit die Hände gebunden.

Theorie und Praxis......

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