Muss ich eine MPU machen und kann ich diese umgehen?

5 Antworten

Hallo,

ist ja ein interessantes Thema, diese MPU zu umgehen. Die vielen verschiedenen Meinungen machen es aber auch sehr schwierig den Überblick zu behalten.

Es gibt die 3. Führerscheinrichtlinie (Richtlinie 2006/126/EG), die die vorangegangene Richtlinie (91/439/EWG) am 19.01.2013 aufgehoben hat. (Quelle: Artikel 17 der 3. Führerscheinrichtlinie,  )

Nun gibt es in dieser Richtlinie den Artikel 11, der einen viel zitierten Absatz enthält, der besagt, dass es den Einzelstaaten gestattet sein soll die Anerkennung eines Führerscheins aus einem anderen EU Staat unter Umständen abzulehnen. Dieser Artikel 11 galt jedoch schon ab dem 19.01.2009. Also schon seit mehr als 6 Jahren. 2012 wurde dann folgendes Urteil vom europäischen Gerichtshof gefällt. Also während Artikel 11 schon galt!

"Zur Anerkennung eines außerhalb einer Sperrfrist erteilten EU-Führerscheins bei Einhaltung des Wohnsitzprinzips"

So wurde für Recht erklärt: "Die Art. 2 Abs. 1 und 11 Abs. 4 Unterabs. 2 der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Führerschein (Neufassung) sind dahin auszulegen, dass sie es einem Mitgliedstaat verwehren, die Anerkennung der Gültigkeit des einer Person, die Inhaber einer ihr in seinem Hoheitsgebiet entzogenen früheren Fahrerlaubnis war, außerhalb einer ihr auferlegten Sperrfrist für die Neuerteilung dieser Fahrerlaubnis von einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten Führerscheins auch dann abzulehnen, wenn die Voraussetzung eines ordentlichen Wohnsitzes im Hoheitsgebiet des letztgenannten Mitgliedstaats eingehalten wurde."

Wenn man sich damit auseinandersetzt oder einen professionellen juristischen Rat bei einem Anwalt einholt, kommt man bestimmt weiter. Einfach mal mpu umgehen oder sowas suchen, da gibt es bestimmt was, wo man Infos bekommt.

Lg

Dog

Hallo Mel,

man kann in der Tat die MPU umgehen. Es ist zwar ein umstrittenes Thema im Internet, aber die Rechtsprechung des europäischen Gerichtshofes ist eindeutig.

"Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Zweite Kammer) für Recht erkannt:

Die Art. 2 Abs. 1 und 11 Abs. 4 Unterabs. 2 der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Führerschein (Neufassung) sind dahin auszulegen, dass sie es einem Mitgliedstaat verwehren, die Anerkennung der Gültigkeit des einer Person, die Inhaber einer ihr in seinem Hoheitsgebiet entzogenen früheren Fahrerlaubnis war, außerhalb einer ihr auferlegten Sperrfrist für die Neuerteilung dieser Fahrerlaubnis von einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten Führerscheins auch dann abzulehnen, wenn die Voraussetzung eines ordentlichen Wohnsitzes im Hoheitsgebiet des letztgenannten Mitgliedstaats eingehalten wurde."

Quelle: http://www.burhoff.de/insert/?/asp_weitere_beschluesse/inhalte/1716.htm 

Solange man sich an die Regeln mit der Sperrfrist und dem Wohnsitz hält, darf der Staat laut Urteil nichts gegen den Führerschein sagen.
Aber wenn du unsicher bist, dann frage einen Anwalt, um nochmal sicher zu gehen, dass man die mpu umgehen kann.

Viele Grüße

das liegt jetzt ganz an deinen Blutwerten.

du wirst wahrscheinlich zuerst ein ärztliches Gutachten (keine MPU) machen müssen, dazu mal eine Erläuterung. Damit du weißt um was es sich da dreht:

Fahrerlaubnisrechtlich werden drei verschiedene Stufen von Cannabis-Konsum unterschieden: einmal, gelegentlich, regelmäßig. Wenn du regelmäßig konsumierst, bist du automatisch die Fahrerlaubnis los, sobald die Behörde das erfährt.

Wenn du gelegentlich konsumierst, kannst du die Fahrerlaubnis behalten, solange du den Konsum vom Autofahren trennen kannst. Das heißt, du darfst dich nicht unter Cannabiseinfluss am Steuer erwischen lassen. Du hast dich aber erwischen lassen.

Die einzige Rettung wäre also, wenn man dir abnimmt, dass du nur diese eine Mal Cannabis konsumiert hast. Dann könntest du nämlich den Führerschein behalten. Ein deftiges Bußgeld, Punkte und ein befristetes Fahrverbot gibt es aber auch dann.

Die Untersuchung soll nun ergeben, in welcher dieser drei Klassen du einzusortieren bist. Wenn du den Führerschein behalten willst, ist deine einzige Rettung, dass du als Einmalkonsument durchgehst. Natürlich ist dafür günstig, wenn deine Blutwerte so niedrig wie möglich sind.

erst wenn du dieses äG versemmelst wird eine MPU angeordnet.

solltest du die Frist zur Beibringung des äG oder der MPU nicht einhalten, oder deine MPU wird negativ, wird dir die Fahrerlaubnis kostenpflichtig entzogen.

Durch die Entziehung der Fahrerlaubnis werden alle Punkte für vorher begangene Verstöße gelöscht (allerdings nur die Punkte, die Verstöße selber bleiben bis zum Erreichen der Tilgungsfrist im Verkehrszentralregister eingetragen). Nach der Entziehung hättest du also 0 (Null) Punkte.

Danke für deinen Kommentar, allerdings gelten bei chemischen Drogen andere regeln als bei cannabis. Lg

was soll der brief an die "chefin der kfz zulasungsbehörde" bringen?

ich geh davon aus, das es dazu noch zusätzlich ein schreiben geben wird.

bei bussgeld.de kann man sich etws informieren, allerdings kommt es auf den einzelfall an

Hab doch geschrieben was das bringen soll. Eine Freundin hat das gemacht, einen Termin bekommen, klar gemacht das sie nicht abhängig ist und musste keine machen... Egal. Trotzdem danke für deinen Kommentar. Lg

MPU wirst du machen müssen. Wenns nicht gerade Alkohol war, macht der Tüv kurzen Prozess.

macht der Tüv kurzen Prozess.

die MPU ordnet der TÜV nicht an, sondern die Fsst nach §14 FeV

@ginatilan

Wieder was gelernt :)

Was möchtest Du wissen?