Muss ich die Kündigungsfrist einhalten, wenn ich einen solventen Nachmieter habe?

16 Antworten

Ich sehe es so, dass es in diesem Falle darauf ankommt, ob Du eine Ersatzmieter-Klausel in Deinem Vertrag hast. Ist das der Fall, hast Du das Recht, einen Nachmieter zu suchen, der vom Vermieter in der Regel auch akzeptiert werden muss (es zwar einige Dinge, die ich davon befreien, aber der von Dir beschriebene Nachmieter scheint davon eher nicht betroffen).

Hast Du diese Regelung nicht im Mietvertrag, hast Du normalerweise zumindest kein Recht darauf, einen Nachmieter zu stellen - aber ggf. lohnt sich dann einfach ein Gespräch mit dem Vermieter.

Da bist Du voll & ganz auf das Entgegenkommen des Vermieters angewiesen. Er ist nicht verpflichtet, einen von Dir gefundenen Nachmieter zu akzeptieren (es sei denn, dies ist ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart).

Du solltest möglichst umgehend das Gespräch mit Deinem Vermieter suchen.

Du kannst nur fristgerecht kündigen. Natürlich kann man dem Vermieter einen Interessenten vorschlagen und auch signalisieren, dass man schon eher aus der Wohnung auszieht und somit gerne ermöglicht, dass ein Nachmieter schon früher einziehen könnte.

Aber der Vermieter entscheidet, was mit der Wohnung passiert. Selbst wenn man 100 solvente Nachmieter präsentiert.

Der Vermieter kann auch entscheiden die Wohnung gar nicht mehr zu vermieten und z. B. in einem halben Jahr die Tochter einziehen zu lassen. Der Mieter hat da kein Mitspracherecht. Er hat eine Kündigungsfrist und diese ist einzuhalten.

Ausziehen kann er jederzeit aber die Kosten sind bis Vertragsende zu bezahlen. Alles andere ist Kulanz des Vermieters und auszuhandeln. Verpflichtet ist der Vermieter nicht, Dir da entgegen zu kommen.

Weder hast Du einen gesetzlichen Anspruch darauf, daß der Vermieter einen von Dir vorgeschlagenen Nachmieter akzeptieren muß, noch muß er seine Ablehnung gegenüber Dir begründen. Im übrigen hätte der Vermieter eine 3 mon. Frist um zu überlegen, ob oder welchen vorgeschlagenen Nachmieter er akzeptiert.

Ein berufsbedingter Umzug ist mietrechtlich auch kein außerordentlicher bzw. fristloser Kündigungsgrund. 

Ein evtl. Anspruch auf eine Nachmieterstellung besteht im übrigen nur bei befristeten Zeitmietverträgen oder Mietverträgen mit einem ordentlichen Kündigungsverzicht bis max. 4 Jahren und dann auch nur, wenn diese Mietverträge eine Nachmieterklausel enthalten.

Bei einem unbefristeten Mietvertrag mit der gesetzlichen Kündigungsfrist von 3 Mon. geht die Rechtssprechung jedoch eindeutig dahin, daß die Einhaltung der Kündigungsfrist den Mieter nicht unangemessen benachteiligt und diesbezüglich keine gewisse Härte vorliegt.

http://anwalt-im-netz.de/mietrecht/nachmieter.html

Selbstverständlich kann der Vermieter Deinen vorgeschlagenen Nachmieter akzeptieren und mit Dir einen Mietaufhebungsvertrag schließen, juristisch dazu zwingen kannst Du ihn nicht.

Nun habe ich bereits einen Nachmieter für meine Wohnung gefunden, der diese auch zum sofort übernehmen würde.

Und was sagt der Vermieter zu diesem Nachmieter?

Grundsätzlich hast Du keinen Anspruch darauf, einen Nachmieter zu stellen, sofern keine echte Nachmieterklausel im Vertrag vereinbart wurde.

Wenn der Vermieter dem Nachmieter zustimmt, dann sollte hier eine entsprechende Vereinbarung mit dem Vermieter geschlossen werden, wonach Du eher aus dem Mietverhältnis entlassen wirst.

 wenn er keinen triftigen Grund dafür hat

Ein triftiger Grund könnte auch einfach sein, dass der Vermieter seinen Mieter selbst suchen will. Nachmieter kann der Vermieter ganz einfach grundlos ablehnen.

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