Muss ich die erhöhte Miete bezahlen?

4 Antworten

Auch bei vereinbarter Bruttomiete sind die Abstandszeiten zu berücksichtige. Das heißt, vom Wirksamwerden der letzten Mieterhöhung bis zum Erhalt des neuerlichen Mieterhöhungsverlangens muss mindestens ein Zeitraum von 12 Monaten liegen. Wenn nicht, ist das MEV unwirksam. Wenn du also beispielsweise ab 1. Juli 2014 eine Mieterhöhung zahlen musstest, dürfte das jetzige Mieterhöhungsverlangen erst frühestens am 1. Juli 2015 bei dir eintreffen. Kommt es eher, ist es unwirksam. Der Erhöhungsbetrag ist für sich gesehen in Ordnung. Nun kommt es auf die Einhaltung der Abstandsfrist an.

Ich mietete eine 3-Zimmer-Wohnung in Essen, die Miete des Vertrags ist All-inklusive ( inkl. Nebenkosten, Betriebskosten, Heizung... nur ohne Strom). Im letzten Jahr 2014 war die Miete schon mal 30 euro erhöht ( wegen erhöhter Betriebskosten ( Der Vermieter sagte so))

Es handelt sich um eine Pauschalmiete, die nur erhöht werden darf, wenn vertraglich vereinbart, was der Vermieter so sagt ist nicht relevant.

Gibt es so eine Vereinbarung so muss die Erhöhung nachweislich begründet werden.

Frühestens 1 Jahr nach der letzten Mieterhöhung darf eine Miete erhöht werden.

MfG

Johnny

es wird ja nicht die Miete erhöht sondern die Nebenkosten werden angepasst. das ist ein Unterschied. und rechtens, wenn der Versorger die Preise erhöht hat. das wird dann natürlich auf den Mieter umgewälzt.

Du übersiehst, dass hier keine Vorauszahlungen geleistet werden sondern vielmehr eine Bruttomiete vereinbart ist und bezahlt wird.

@albatros

und du übersiehst, dass die NK schon mal erhöht wurden. also kann es keine Pauschal-Festpreis-Miete sein.

@Glueckwunsch49

es ist eine Pauschal-Festpreis-Miete, ich stimmte die erhöhte Miete im 2014 zu, weil ich seit nur 1 Jahr in Deutschland war, ich hatte gar keine Ahnung darüber. Der Vermieter zeigte mir keinen Nachweis von veränderte Betriebskosten, und lag nur einen Mitteilung-Brief vor meiner Tür. Und ich glaube es nicht, dass die monatliche Betriebskosten wirklich so viel wie der Vermieter gesagt erhöht werden.

Bei einer Pauschalmiete darf der Vermieter diese erhöhen wenn diese Möglichkeit im Vertrag vereinbart ist.

Also als erstes in den Vertrag schauen.

Ist die Möglichkeit vereinbart muß der Vermieter allerdings die gestiegenen Kosten nachweisen. Einfach sagen die Kosten sind gestiegen reicht nicht.

Nachweisen bedeutet er muß Dir genau vorlegen um wie viel die Kosten gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Also eine Art Nebenkostenabrechnung erstellen.

Zwischen den Mieterhöhungen muß die Miete mindestens 12 Monate unverändert bleiben.

Bei einer Pauschalmiete darf der Vermieter diese erhöhen wenn diese Möglichkeit im Vertrag vereinbart ist.

Ich bin hier anderer Meinung. Hier liegt ein Mietvertrag mit einer vereinbarten Bruttowarmmietemiete vor. Ein solcher Vertrag kann wie jeder andere gemäß den gesetzlichen Vorschriften erhöht werden. Worauf du dich beziehst, gilt für eine vereinbarte Pauschale für Betriebskosten. Eine solche ist aber nicht vereinbart. Der in der Miete integrierten Festbetrag auf die Betriebskosten kann nur über eine allgemeine ( zustimmungsbedürftige) Mieterhöhung nach § 558 BGB erhöht werden. Das gilt für MV, die nach dem 1.9.2001 abgeschlossen wurden. Mit der Zahlung der Bruttomiete sind alle umlagefähigen Betriebskosten abgegolten. Es gibt keine Abrechnung der Betriebskosten

Es ist allerdings zu beachten, dass der BGH 2006 (VIII ZR 221/05) geurteilt hat, dass bis dato integrierte Heiz- und Wassererwärmungskosten herausgerechnet werden und getrennt nach Verbrauch abgerechnet werden müssen. Um den Betrag dieser Kosten ist die Bruttomiete entsprechend zu kürzen.

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