muss ich das inkassounternehmen bezahlen?

4 Antworten

Das Versandunternehmen hat eine Pflicht zur Schadensminderung. Inkassogebühren zu einem so frühen Zeitpunkt sind nicht angezeigt. Wenn die Hauptforderung bezahlt ist weitere Gebühren einmalig schriftlich zurückweisen (Einschreiben mit Rückschein) abwarten und Nichts tun. Sollte der unwahrscheinliche Fall eines gerichtlichen Mahnbescheides eintreten unbedingt Widerspruch ankreuzen und zurückschicken. Spätestens dann dürfte nichts mehr kommen.

Tatsächlich kann man zeitnah reagieren, sobald der Kunde in Verzug ist. Man muss dazu keine 2-3 Monate abwarten. Der Knackpunkt dürfte hier aber wohl sein, dass es keine Mahnung o.ä. gab, also auch kein Verzug.

@mepeisen

Eine zeitnahe Reaktion ist möglich, es bleibt jedoch der Verweis zur Schadensminderungspflicht!

Wenn Du belegen kannst, dass Du die Hauptforderung an den Glaeubiger vor der Forderung des Inkasso-Unternehmens beglichen hast, dann kannst Du die Forderung der Inkasso-Unternehmens negieren. Ist die Zahlung erst danach erfolgt, dann musst Du leider die zusaetzlichen Inkassogebuehren zahlen.

Es besteht eine Pflicht zur Schadensminderung!

Müssen tut man das keinesfalls. Nach Ansicht vieler Gerichte verstoßen Inkassokosten gegen die Schadensminderungspflicht. Gibt da tausende Urteile. Zudem gibt es in Kürze eine Pauschale für Inkasso-Mahnungen und das wird niemandem in der Brache "Inkasso" gefallen. Die gehen bereits auf die Barrikaden, was ihnen aber nichts nützt. Das Gesetz sprich von Aufwand für 100 gleichartige Schreiben, was ja in der Regel nur wenig übers Briefporto hinausgeht. Die zeit der Kostentreiberei durch Inkassos wird sehr schnell vorbei sein.

Die Frage stellt sich ob du überhaupt im Zahlungsverzug warst. Eine Mahnung ist dann obsolet, wenn durch Vertrag oder Rechnung ein konkretes Zahlungsziel (zahlbar bis 24.10.2013) festgelegt wurde. Damit wärst du dann am 25.10. auch ohne Mahnung in Verzug. Aber müßig darüber zu diskutieren.

Wenn kein Zahlungsverzug wirksam eingetreten ist, können auch neben der Hauptforderung keinerlei Kosten geltend gemacht werden.

Selbst im Falle des Verzugs wären lediglich die Zinsen (5% über Basis wenn du Privatperson bist, 8% wenn du als Unternehmer i.S.d. HGB gehandelt hättest), sowie maximal 2,50 € pro Mahnbrief zu erstatten.

Guten Morgen malincka,

was Ursusmaritimus schreibt ("Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen ... und dann soll alles erledigt sein?" solltest du mit Vorsicht behandeln!

Erstens steigt dann die Gesamtforderung, denn der Mahnbescheid verursacht erneut Kosten, zweitens sehen die Chancen schlecht aus, wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Solche Vorgänge werden im "Ruck-Zuck-Verfahren" durch die Gerichte behandelt.

In der Tat hat der Händler eine Verpflichtung, die Kosten zu minimieren. Und fünf Wochen ist schon eine sehr kurze Zeit.

Ich hatte auch mal was bestellt und vergessen, den Kaufbetrag zu überweisen. Ich erhielt weder eine erste noch eine zweite/letzte Mahnung.

Erst nach geraumer Zeit erhielt ich ein Schreiben von der SWI (Südwest-Deutsche Inkasso) in Baden-Baden.

Ich teilte der SWI mit, dass ich bemerkt hätte, dass ich nicht bezahlt hätte, aber nie Mahnungen erhalten hätte und sagte zu, die Hauptforderung vergleichsweise sofort zu begleichen, jedoch die Gebühren für das "Inkasso" - was ja gar kein Inkasso war - würde ich nicht bezahlen.

Das ist jetzt gute 20 Jahre her - habe nie mehr was gehört!

Du solltest mal an Domnowski schreiben, dass du keine Mahnungen erhalten hättest, auch auf die Einhaltung von Fristen hinweisen (ich weiß zwar grad nicht, ob Gläubiger Mahnungen verschicken müssen und wenn ja, welche Fristen gelten dann [Abstand 14 Tage?]) und mitteilen, dass du die Hauptforderung bereits beglichen hast und weitere Forderungen ablehnst!

Das Ganze per Einschreiben mit Rückschein schicken und dann mal abwarten, was kommt (wenn überhaupt was kommt).

Ich wünsch' dir viel Glück!

Liebe Grüße

ichausstuggi

Da ist leider etwas Falsches enthalten. Ein Verweis auf irgendein "Ruck-Zuck-Verfahren" ist unsinnig.

Man sollte schauen, dass man die durchsetzbaren Verzugsschäden bezahlt: Zinsen (5% über Basiszins), Briefporto (allerhöchstens 2,50€ für einen Brief, keine Fantasie-Strafgebühren). Etwaige Lastschriftrückläufer (3€, alles drüber würde ich einen Nachweis verlangen.

Wenn die Hauptforderung bezahlt ist, bleiben nunmehr nur noch die Inkassokosten übrig. Es ist OK, wenn du auf Gefahren vor Gericht hinweist. Aber dazu müsste es erst einmal zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Die Gerichte sind tendenziell der Meinung, dass Inkassokosten gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen. Das Risiko, bei Klage zu verlieren, geht kaum einer ein, daher landet so etwas selten bis nie vor Gericht, also die Klage wegen nur noch den Inkassogebühren. Zudem müsste die Gegenseite (also der Gläubiger) nachweisen, dass ihm ein Schaden entstand. Heutzutage bieten viele Inkassobüros aber Kostenneutralität an, das heißt, das Inkasso stellt gar keine Rechnung aus. Wo kein Schaden ist kann dann aber auch kein Schadensersatz eingeklagt werden. Ein Teufelskreis, den man sich als Schuldner gut zunutze machen kann.

Dein Tip mit dem Schreiben ans Inkasso ist völlig OK. Ich würde es so formulieren "Hallo. Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Es gab im Übrigen keine Mahnung und daher kein Verzug. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem Mahnbescheid werde ich widersprechen."

Fertig. Auf die weiteren Bettelbriefe dann nicht mehr reagieren.

Was möchtest Du wissen?