Muss ich bei Auszug streichen obwohl die Wohnung unrenoviert bezogen wurde und ich bei Einzug fast alles neu gestrichen habe?

5 Antworten

Sämtliche Beschädigungen, die Du (oder die Kinder) verursacht hast, musst Du grundsätzlich beseitigen, da diese nichts mit Schönheitsreparaturen zu tun haben.

Wurde die Wohnung unrenoviert übergeben und Du hast hierfür keinen angemessenen finanziellen Ausgleich erhalten, kann der Vermieter nicht verlangen, dass Du die Wohnung renovierst, bzw. in einem besseren Zustand übergibst, als Du erhalten hast.

Die vertragliche Klausel dürfte in deinem Fall unwirksam sein. 

Bei diesem Vertrag wird man wohl in den sauren Apfel beißen müssen. Da hift auch nicht, dass die Wohnung bei Einzug eine Baracke war. Dann müsste man festlegen, dass die Wohnung im gleichen Zustand wie bei Einzug zu verlassen ist.

Ich hatte den Fall auch mal und mich mit meinem Anwalt besprochen. Der konnte nur indirekt helfen. Er gab mir den Tipp, alles zwar fachgerecht aber in billigster Ausführung zu erledigen. Also miese Tapete, Kalk-Leim-Farben, blanker Holzboden/Terrazo ohne Beläge usw.

Mit dem Ansinnen habe ich mich an den Nachmieter gewandt und ihn somit klar gemacht, dass er sich mit meiner "Renovierung" nur mehr Ärger und Kosten einhandelt. Er hat dann beim Vermieter darauf bestanden, dass er die Wohnung wie besichtigt übernimmt

Hallo wir sind vor 3,5 Jahren in eine unrenovierte Wohnung gezogen.
Ich habe jetzt schon so viel über Schönheitsreparaturen gelesen das ich
mir jetzt nicht sicher bin ob ich was renovieren muss oder nicht weil es
eben unrenoviert war.

"Unrenoviert" meint für dich genau was? Hierüber herrscht tatsächlich oft Unkenntnis, wie man bsplsw. an abatros' Kommentar erkennt: Es meint n. h. M. einen "nicht bezugsgeeigneten bzw. nicht bezugsfertigen Zustand der Mieträume", etwa abblätternde Anstriche an Türen/Fenstern/Heizkörpern, rissige, beschädigte, verblasste Tapeten, Wandanstriche mit erkennbaren Nachdunkelungen/Gebrauchsspuren/Beschädigungen/Ablagerungen.

Es meint nicht, dass jeder VM verpflichtet wäre, ausschliesslich frisch renovierte Wohnungen zu vermieten, deren Zustand allenfalls geringe oder vertrgsgemäße Abnutzung aufweist, die noch garkeine Fälligkeit von Schönheitsreparaturen erforderlich macht. Dagegen würde sich der vertraglich verpflichtetet M auch erfolgversprechend wehren dürfen :-O

Im Einzelnen:
War die Wohnung nur nicht frisch renoviert angemietet worden, weil  etwa vor kanpp 2 Jahren renoviert wurde und wurde die Dekoration des Vormieters in der Küche klaglos übernommen, greift die vertraglich auf euch wirksam umgelegte Renovierungspflicht aller Räume, wenn eine Renovierung durch Abnutzung der Mieträume im Zeitpunkt der Rückgabe nunmehr fällig ist.

Der nicht dem Geschmack der Mehrheit von Mietinteressenten entsprechende dicke rote Streifen sowie die "Wandmalereien" der Kids wäre als Mangel in jedem Fall derart zu beseitigen, dass die ganze betroffene Wand in einer hellen, neutralen Farbgebung deckend und ansatzlos überstrichen zu übergeben wäre. Das hättet ihr schon bei eurem Einzug so verlangen können.

Wäre sie hingegen renovierungsbedüftig übergeben worden und dieser Zustand nachweislich (Übernahmeprotokpoll), ohne dass ein Ausgleich in Form vom Materialstellung, Mieterlass oder Minikaution gewährt wurde, darf der VM die Räume in keinem besseren als den vermieteten Zustand zurück beanspruchen; die Renovierungsklausel wäre in dem Fall unagemessen benachteiligend unwirksam getroffen.

Nach 3,5 Jahren eigener plus Nutzung des Vormieters gehe ich allerdings von einer Fälligkeit aus, die euch zu Renovierung verpflichtet, allenfalls ohne Bad und Flur. Und Küche und Kinderzimmer müsst ihr in jedem Fall beheben

Vereinbart einfach rechtzeitig vor Übergabe einen Besichtigungstermin mit eurerm VM und haltet gemeinsam schriftlich fest, welche Schönheitsreparaturen auszuführen wären.

Und erledigt genau das, um einen Kautionseinbehalt oder Inrechnungstellung einer Ersatzvornahme durch einen Fachbetrieb zu vermeiden.

G imager761


Unrenovierte Übergabe an dich als Mieter hat zur Folge, dass die Wohnung gleichfalls unrenoviert zurück gegeben werden darf. Der Vermieter hat keinen Anspruch darauf, dass ihm die Wohnung in einem besseren Zustand zurückgegeben wird als er sie dem Mieter übergab. Die Wohnung ist deshalb lediglich besenrein zurückzugeben. Anders lautende Klauseln sind  unwirksam.

Schäden an der Mietsache die über normale Abnutzung hinausgehen, sind vom Mieter zu ersetzen bzw. zu beseitigen. Du bräuchtest als lediglich im Konderzimmer renovieren und auch nur die betroffenen Wände bzw. die Decke.

Die Wohnung ist deshalb lediglich besenrein zurückzugeben. Anders lautende Klauseln sind  unwirksam.

Das verkennt die Sach- und Rechtslage nun völlig, wonach nicht frisch renovierte Anmietung in gepflegtem, vertragsgemäßem Nutzungszustand eben nicht "unrenoviert" bedeutet ebenso wie ein ggf. gewährter Ausgleich durch Mieterlass, der dieser tollkühnen Behauptung nun völlig entgegensteht.

Sorry, aber warum unterschreibst du so einen  Mietvertrag?

Das geht weit über "Schönheitsreparaturen"  hinaus!

Es gab mal bestimmte Fristen, wann, was gemacht werden muß?

Versuch mal, ob du im Internet was darüber findest?

Ansonsten mal bei einer Verbraucher Zentrale nachfragen, einem Mieter Schutz Bund, oder einem Anwalt für Miet Recht!

Nur weil man etwas unterschrieben hat, bedeutet das noch lange nicht, dass alle Klauseln gültig sind.

@DarthMario72

Möglich, aber ich würde den von Anfang an nicht unterschreiben!

auch wenn manche nicht gültig sind , gibt es Ärger mit dem Vermieter, könnte ich mir vorstellen?

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