Muss ein Mieter die komplette Schließanlage austauschen bei Schlüsselverlust?

5 Antworten

Mieter hat keine Hausratversicherung.

Schön, aber irrelevant in dem Fall, da es um Fremdschlüssel geht, ist das eine Haftpflichtsache.

Der Mieter ist nur zum Ersatz verpflichtet, wenn ihm schuldhaftes, ergo mind. fahrlässiges Verhalten zur Last zu legen ist.

Hat der Mieter auch keine private Haftpflichtversicherung mit Einschluss Schlüsselverlust hat er nun leider jetzt persönliches Pech.

Mieter ist bereit die Kosten für 3 neue Schlüssel zu tragen.

Wozu der Mieter bereit ist, ist belanglos.

Es kann durchaus, auch im Rahmen der Schadensminderungspflicht des Gläubigers, angemessen sein die komplette Schließanlage zu tauschen. Das lässt sich hier aber nicht abschließend bewerten.

Mieter sollte sich nicht auf einen Prozess einlassen, den er wahrscheinlich verlieren dürfte.

Die Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Man muss hier die genaueren Umstände anschauen.

Wenn der Schlüssel gestohlen wurde, dann besteht tatsächlich ein konkretes Einbruchsrisiko, was den Austausch der Schließanlage rechtfertigen würde.

Aber du sagst, dass der Schlüssel schon vor längerer Zeit gestohlen wurde. Durch diese Zeit reduziert sich das Risiko etwas. Aber diese Risiko muss man neu abschätzen und bewerten.

Es genügt nicht, wenn sich die Hausverwaltung auf ein abstraktes Risiko beruft. Ein Gericht würde sich anschauen, wie konkret das Risiko ist. Verstehst du dadurch vielleicht, warum sich die Frage so nicht beantworten lässt.

Kann hier keiner korrekt beantworten.

"Sachlage: Dem Mieter wurden Schlüssel geklaut."

Wann? Wenn das Jahre her ist, ist das Risiko minimal - der Zylinder der Wohnung muss auf jeden Fall gewechselt werden.

"Bei Auszug fehlen 3 Schlüssel."

Können mit dem Zylinder ersetzt werden.

"Hausverwaltung sagt, die gesamte Schließanlage müsste auf Mieterkosten ausgetauscht werden. "

Kann eigentlich nur verlangt werden, wenn es

  • Im Mietvertrag steht
  • Die Anlage einen aktuellen rechtlichen und technischen Kopierschutz hat
  • ALLE Schlüssel der Anlage noch vorhanden sind - sonst wäre das Risiko schon vorher da gewesen und man sucht nur einen Zahler für die Anlage.
  • Ein begründeter Verdacht besteht, dass damit jemand unberechtigtes sich Zugang zum Haus bzw. den entsprechenden Gemeinschaftsräumen verschafft.

"Mieter hat keine Hausratversicherung. "

Ist auch Sache der Privathaftpflicht.

"Die vordere Haustür steht fast immer offen."

Irrelevant in diesem Zusammenhang.

"Mieter ist bereit die Kosten für 3 neue Schlüssel zu tragen."

Irrelevant zu was der Mieter "bereit" ist

Das die Gesamtanlage ausgetauscht wird ist unwarscheinlich...siehe oben...jedoch mind. der Wohnungszylinder und je nach Gesamtsituation die von dem Schlüssel zu sperrenden Aussentüren. --> wenn möglich und wirtschaftlich.

Möglicherweise ist der Mieter Schadensersatzpflichtig. Wenn zu vermuten ist, daß der "Dieb" nachvollziehen kann, zu welchem Haus die Schlüssel passen, kann ein Austausch der gesamten Schließanlage angemessen sein.

Der Mieter muss den Diebstahl zum Einen anzeigen und außerdem seine Haftpflichtversicherung informieren.

Normalerweise hat ein Mieter keinen Hauptschlüssel und die Dinge im Hausflur sind eh nicht versicherbar. Da genügt es eine neue Ersatzschliessung für die WHG zu bestellen. Will der Vermieter auch den Hausgang gesichert haben, braucht man notfalls noch den/die Zentralzylinder.

Kann bei kleinen, alten Anlagen aber teuerer sein, als eine neue. Mit Schliessplan zum Händler und Angebot einholen, was billiger ist.

Ist die neue billiger u. die Anlage uralt, würde ich nur den Zeitwert ersetzen. Schliesslich bekommt er eine nagelneue Anlage, die weniger Ersatzbedarf verursacht. Außerdem kann man verlangen, daß er nachweist, daß zuvor nicht schon andere Schlüssel verlorengingen. Die sind alle registriert, kann man abgleichen, ob die alle noch da sind. Macht man das im MFH, fehlen meist noch andere Schlüssel. Dann müssen die anderen mitzahlen.

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