Muss der Staat beim einkaufen Umsatzsteuer zahlen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, wenn der Staat einkauft, dann zahlt er genau den Preis, den die Ware kostet und zwar inkl. Umsatzsteuer.

Wenn der "Staat" seine Dienstwagen tankt, dann zahlt er auch Mineralölsteuer.

Problem ist, den "Staat" gibt es nicht und gerade die Umsatzsteuer ist eine Gemeinschaftssteuer. Von der Umsatzsteuer erhält der Bund derzeit 51,4%, die Bundesländer 46,6% und die Gemeinden 2,0%.

Würde der Bund die Zelte ohne Umsatzsteuer einkaufen, würde er Land und Gemeinden um ihren Anteil prellen.

Beste Erklärung bis jetzt! Danke!

auch wenn sich meiner Logik noch nicht so ganz erschließt warum die gemeinden "nur" 2% bekommen, wo sie es meiner Meinung nach am nötigsten hätten mehr Gelder in den Kassen zu haben.

@RicWalker

Nach dem Grundgesetz steht den Gemeinden die kommunale Selbstverwaltung zu. Das heißt, dass sie (relativ) unabhängig von Land und Bund sich selbst verwalten dürfen. Damit sie sich selbst finanzieren können, müssen sie Kosten und Gebühren für ihre Tätigkeiten erheben. Sie haben das Recht kommunale Abgaben einzuführen (z.B. Hundesteuer, etc.) und haben das Recht den Hebesatz auf die Grundsteuer und die Gewerbesteuer zu bestimmen, welche ihnen voll zustehen, für welche den Großteil der Verwaltungsarbeit aber das Land übernimmt.

Sie sind aber letztlich auch Teil der öffentlichen Verwaltung und haben Aufgaben zu erfüllen, die Ihnen vom Bund und Land "aufgedrückt" werden. Deshalb erhalten Sie Anteile an der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer. der Anteil an der veranlagten Einkommensteuer beträgt 15%. ebenso der Anteil an der erhobenen Lohnsteuer. Aus welchen Gründen auch immer beträgt der Anteil an der Kapitalertragsteuer aber nur 12%.

auf Waren sind nun mal mit 19% Mwst behaftet, die werden auch bezahlt. Selbst eine Kommune zahlt diese.

Da vermag ich diese Pauschalaussage zu wiedersprechen. Manche Artikel (Zeitschriften, Lebensmittel und Hilfsmittel des Täglichen bedarfs (z.B. Windeln, klopapier)) werden nur mit 7% umsatzsteuer belastet um die "untertanen" wenigstens ein stückchen weit zu entlasten (sowie die Industrie die für Rohstoffe wie Erze auch nur 7% berappen muss)

Aber Egal ob nun 19, oder 7%:

Es wäre unsinnig wenn der Staat die Umsatzsteuer zahlen müsste.

Ist das nun pauschal so oder nicht? das ist hier die große frage!

@RicWalker

Egal ob 19 oder 7; vollkommen LATTE. Bezahlt werden muss.

@RicWalker

Ich weiß, Du bist Science- Fiction Autor.

Und möglicherweise beträgt in Deiner Zukunftswelt der Steuersatz auf Windeln und Klopapier 7%.

Aber in meiner realen Welt sind diese beiden Artikel nicht in der Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz enthalten.

Diese Anlage enthält nämlich alle Gegenstände, die dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen,

Und Erze zum Steuersatz von 7%?

Wohl auch nur in Deiner Schönen Neuen Welt.

@Helmuthk

Finde ich ja schon Fast beleidigend wie du auf dem SF autoren rumreitest...

schon klar dass die 7% recht unübersichtlich ist auf was und auf was nicht. Die liste hätte ich gerne. Hast du da nen link?

@RicWalker

Ich habe das Gesetz ud daher keinen speziellen Link.

Aber gehe mal auf die Seite des Bundesfinanzministeriums.

Dort findest Du bestimmt "Gesetze" und auch das Umsatzsteuergesetz.

Und die Anlage 2 ist eine Anlage zum Umsatzsteuergesetz.

Da wirst Du dann Finden, dass Wasser 7 % Umsatzsteuer kostet - ausgenommen Trinkwasser, also Mineralwasser. Das kostet 19 %.

Logisch- oder?

@Helmuthk

Was ist bei Steuern schon logisch ^^

Hab heute in der Weiterbildung mal gefragt und da eine Volle liste bekommen. da waren schon sehr seltsame sachen drinnen... Kein Wunder warum jeder nach einer Reform schreit.

Wenn ich da was zu sagen hätte würden Windeln definitiv bei 7% landen ^^

WAS DIE KOSTEN!!! Jede Familie mit Babys werden dem Politiker der das durchsetzt abknutschen. Weil die 12% spürt man deutlich im Geldbeutel.

Vollkommen Latte ist es nicht, aus den Gründen die der Fragesteller auch schon erläutert hat. Beantworten kann ich die Frage leider nicht, aber interessant ist es allemal.

Faktisch ist es wohl eher ein umlaufender Posten aber gezahlt wenn / vorfinanziert wird es in jedem Fall.

Wieso "umlaufender Posten"?

Bis auf die Werke der Gemeinden (Wasserwerke, Elektrizitätswerke) ist die Umsatzsteuer bei den Behörden ein Kostenfaktor.

Das sehe ich ebenso jedoch landet faktisch die Umsatzsteuer letztlich wieder beim Staat so gesehen ist es doch umlaufend oder wie sehen Sie das?

@fabiansiegler

Wenn eine Gemeindeverwaltung Büromaterial usw. kauft, zahlt sie im Rahmen des Kaufpreises 19 % Umsatzsteuer.

Der Verkäufer dieser Gegenstände erklärt im Rahmen seiner Umsatzsteuervoranmeldung und später in der Jahreserklärung unter anderem auch diesen Umsatz an die Gemeindeverwaltung.

Nach Abzug der Vorsteuer führt er die Differenz an sein zuständiges Finanzamt ab.

Von der gesamten Umsätze aller Unternehmer, also von der gesamten kassierten Umsatzsteuer, erhält unsere oben genannte Gemeindeverwaltung 2 %.

Das gilt unabhängig davon, ob und wie viel Umsatzsteuer die Gemeinde bezahlt hat.

Wo ist da bitte - auf die Gemeinde bezogen - der "umlaufende" Vorgang?

Wie ich bereits geantwortet hatte, gibt es "den Staat" nämlich nicht.

@Helmuthk

Umlaufend ist es ja nicht mal für ein Unternehmen, z. B. nen Tischler der Holzlatten einkauft und nen Stuhl draus macht. die Differenz aus Vorsteuer und Umsatzsteuer ist "futsch". Da läuft also nix durch.

"Den Staat" gibt es nicht.

Es gibt den Bund, die Länder, die Gemeinden und möglicherweise die Landkreise.

Und jede dieser Institutionen ist Kunde wie Du und ich.

Und jeder Kunde muss beim Einkauf oder bei der Inanspruchnahme einer Leistung Umsatzsteuer bezahlen, auch wenn er sie als Vorsteuer nicht abziehen kann.

Wozu gibt es den Steuerzahler _?_

Na für Staatseinnahmen, damit Brücken und Straßen gebaut, teure Flughafen die niemand braucht in die landschaft gesetzt werden, und Merkel ihren nächsten wahlkampf finanzieren kann ^^

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