Muss der Arbeitgeber Nachtzuschlag bezahlen auch wenn es nicht im vertrag steht?

1 Antwort

Mhm, selbst wenn du recht hättest, wie sinnvoll ist es gegen den AG vorzugehen (vor allem gerichtlich oder mit Anwalt)?

Aber ich denke das hängt davon ab welcher Tarifvertrag zugrunde liegt und bei was für einem Unternehmen du angestellt bist. Wenn es ein kleiner privater Pächter ist wirst du keine Chance haben. Als Tipp könnte ich Dir geben: Erkundige dich doch mal ob es so etwas wie eine "Öffentliche Rechtsauskunft" über die Stadt in eurer Nähe gibt. Dort kann man so etwas (für Hartz-IV Empfänger kostenlos für alle anderen seeehr günstig) in Erfahrung bringen. Da beraten dich Anwälte ehrenamtlich und können zumindest mal eine vernünftige Einschätzung geben,

ok danke das richte ich mwin cousin aus

Wie bereits erwähnt - nein, ist es nicht!

In Deutschland berechtigt Arbeit, die  zwischen 23 und 6 Uhr ausgeübt wird, zum Erhalt der Nachtschichtzulage.  Einzige Ausnahme stellen hier Bäckereien und Konditoreien dar ... Der Arbeitgeber darf selbst entscheiden, ob er seinen Nachtarbeitern einen Nachtzuschlag zahlt, freie Tage einräumt oder beide Ausgleichsmöglichkeiten miteinanderkombiniert. ... Generell betragen die Zuschläge bei Nachtarbeit  25 Prozent des Bruttostundenlohns. Wird die Arbeit zwischen 0 Uhr und 4 Uhr geleistet, erhöht sich der Nachtzuschlag sogar auf 40 Prozent, sofern die Nachtarbeit schon vor 0 Uhr begonnen wurde. ... Es gibt Ausnahmen, in denen die Höhe der Zulage anders berechnet wird. [im Artikel aufgeführt] ...  Ob Kraftfahrer, Pflege oder Gastronomie: Der Nachtzuschlag ist für alle gleich. ... Mit einem Urteil vom September 2017 entschied das Bundesarbeitsgericht, dass  als untere Basis für Nachtzuschläge der  Mindestlohn gilt.

mehr dazu in diesem informativen, gut verständlichen Artikel https://www.arbeitsrechte.de/nachtzuschlag/

Wende Dich an die Gewerkschaft (tritt ihr ansonsten bei) https://www.verdi.de/service

oder das Bürgertelefon des BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) https://www.bmas.de/DE/Service/Buergertelefon/buergertelefon.html

Wie lange kann man den richtigen Nachtzuschlag als Night Auditor nachfordern?

Seit knapp 2 Jahren arbeite ich nun als Night Auditor eines Hotels.

Bei einem Bruttogehalt von 2000,- € zahlt mein Arbeitgeber einen steuerfreien Nachtzuschlag von 200,- €.

Nach meiner Recherche müsste der Nachtzuschlag 25-30 % betragen, was dann 500-600,- € wären!?

Stimmt das so?

Und: Wie lange kann man den fehlenden Nachtzuschlag nachfordern?

Kann man die eventuelle Nachforderung auch während eines befristeten Arbeitsverhältnis durchsetzen, ohne seinen Job zu gefährden?

Auf Eure Antworten freue ich mich.

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Hier noch ein Auszug aus dem Arbeitsvertrag bzgl. der Ausschlussfrist:

Ausschlussfristen

Alle beiderseitigen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis und solche, die mit dem Arbeitsverhältnis in Verbindung stehen, verfallen, wenn sie nicht innerhalb von drei Monaten nach Fälligkeit gegenüber der anderen Vertragspartei in Textform gemäß § 126 b BGB geltend gemacht werden. Dies gilt nicht für Ansprüche, die aus der Verletzung des Lebens, des Körpers und der Gesundheit sowie aus vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzungen resultieren und nicht für Vergütungsansprüche des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns für jede geleistete Arbeitsstunde bzw. für die entsprechenden Lohnersatzansprüche wegen Krankheit, Urlaub etc.

Lehnt die Gegenseite den Anspruch in Textform gemäß § 126 b BGB ab oder erklärt sie sich nicht innerhalb von drei Monaten nach der Geltendmachung des Anspruchs, so verfällt dieser, wenn er nicht innerhalb von drei Monaten nach der Ablehnung oder dem Fristablauf gerichtlich geltend gemacht wird.

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Kann man so die gesetzliche Pflicht zur Nachzahlung von 3 Jahrn aushebeln?

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