Muß bei der Beantragung der Erwerbsminderungsrente die Schwerbehinderung berücksichtigt werden?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Gekoo14641,

Sie schreiben:

Muß bei der Beantragung der Erwerbsminderungsrente die Schwerbehinderung berücksichtigt werden? Mein Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde abgelehnt. Aber meine Schwerbehinderung von 60 GdB wurde nicht mit berechnet. Ist das richtig?<

Leider ist es so, daß eine Schwerbehinderung als solche, keinen direkten Einfluß auf die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente hat!

Es gibt mittlerweile Urteile, wo selbst eine Schwerbehinderung von 80 % die Ablehnung einer Erwerbsminderungsrente nicht verhindern konnte!

Mein Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde abgelehnt.<

Daß ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente erst einmal abgelehnt wird, ist durchaus an der Tagesordnung!

Mit dieser Praxis erreicht die Rentenversicherung, daß schon einmal die Spreu vom Weizen getrennt wird!

Man könnte diese Vorgehensweise auch als "Verwaltungs-Trick" bezeichnen.

Ein abgelehnter Antrag ist noch keine verlorene Schlacht, denn es gibt ja das 4-wöchige Widerrufsrecht!

Und ab hier geht es dann spätestens zur Sache!

Zunächst einmal sollte ein Widerspruch grundsätzlich von einem versierten und kompetenten Rechtsbeistand für Sozialrecht aufgesetzt und bearbeitet werden, denn der Teufel steckt im Detail!

Allerdings kann der beste Rechtsbeistand keine Wunder vollbringen, wenn der Antragssteller seine Hausaufgaben nicht vorher gemacht hat!

Was sind das für Hausaufgaben, die der Antragssteller unbedingt machen muß?

Es müßen einwandfrei und glasklar formulierte, ärztliche-, fachärztliche Atteste, -Gutachten, -Entlassungsberichte und eine plausible, belegbare und nachvollziehbare Krankengeschichte mit dem Rentenantrag eingereicht werden, spätestens mit dem Widerspruchsschreiben!

Aus diesen Dokumenten muß unwiderlegbar hervorgehen, daß Ihre Restleistungsfähigkeit auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag innerhalb einer 5-Tage-Woche, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Des weiteren muß eine längere, ununterbrochene Zeit der Arbeitsunfähigleit (mindestens 6 Monate) nachgewiesen werden.

Denn wer nicht arbeitsunfähig ist, der ist auch nicht Erwerbsgemindert!

Wer diesen Nachweis nicht erbringt oder nicht erbringen kann, der hat schlechte Karten!

Außerdem geht zuerst einmal "REHA vor Rente!"

In der Reha stellt der Rentenversicherungsträger den Antragssteller auf den medizinischen Prüfstand seitens hauseigener Mediziner und testet intensiv die noch vorhandene Restleistungsfähigkeit!

Siehe auch unter dem folgenden Link die aktuelle Ausgabe der Borschüre der deutschen Rentenverischerung "Netz für all Fälle" Ausgabe März 2012:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/30430/publicationFile/16891/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Wenn weitere Fragen auftreten, melden Sie sich bitte!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Leider ist es so, daß eine Schwerbehinderung als solche, keinen direkten Einfluß auf die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente hat!

Es gibt mittlerweile Urteile, wo selbst eine Schwerbehinderung von 80 % die Ablehnung einer Erwerbsminderungsrente nicht verhindern konnte!<

Wieso Leider? Es gibt genügen Menschen mit Behinderung die vollschichtig Arbeiten arbeiten können und wollen. Es gibt nun mal aus guten Grund alleine wegen einer Behinderung keine Rente. Wer Erwerbsunfähig ist soll gerne die ihm zustehenden Rente bekommen.

Ich z.b.habe volle Erwerbserminderungsrente schon lange u.auf Dauer.Und einen Schwerbehindertenausweis 60GdB.Ohne Merkzeichen.

Stimmt es das man eben mit beiden,eine Wertmarke bekommen kann .?

@Wackermadl

Schwerbehinderung hat in der Regel auf die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente keinen Einfluß!

Siehe hierzu unter folgendem Link der DRV:

https://www.behindertenbeauftragter.de/DE/Themen/Soziales/Renten/Erwerbsminderungsrente/Erwerbsminderungsrente.html

Stimmt es das man eben mit beiden,eine Wertmarke bekommen kann .?

Antwort:

https://www.myhandicap.de/recht-behinderung/schwerbehindertenausweis/merkzeichen/freifahrt/

Auszug:

Schwerbehinderte Menschen mit Merkzeichen G, aG, H, Bl oder Gl können beim Versorgungsamt eine Wertmarke beantragen und damit Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr in Anspruch nehmen.

Käuflich zu erwerbende Wertmarke

Eine Wertmarke, die für ein Jahr gültig ist, kostet 80 Euro, der Preis für eine Halbjahreskarte beträgt 40 Euro. Die Wertmarke gilt ab dem Kalendermonat, der auf ihr eingetragen ist.

Eine Wertmarke gegen Gebühr erhalten auf Antrag:

  • Schwerbehinderte Menschen mit Merkzeichen G (Personen, bei denen die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich eingeschränkt ist)
  • Schwerbehinderte Menschen mit Merkzeichen aG (Personen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung)
  • Schwerbehinderte Menschen mit Merkzeichen Gl (gehörlose Personen)

Kostenlose Wertmarke

Folgende freifahrtberechtigte Personen erhalten eine für ein Jahr gültige Wertmarke auf Antrag unentgeltlich:

  • Schwerbehinderte Menschen mit Merkzeichen Bl (blinde Personen)
  • Schwerbehinderte Menschen mit Merkzeichen H (hilflose Personen)
  • Personen, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) erhalten
  • Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt bzw. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII (Sozialhilfe) oder entsprechende Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz erhalten
  • Personen, die Leistungen nach dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) oder den §§ 27a oder 27d BVG erhalten
  • Schwerkriegsbeschädigte und Personen mit Merkzeichen VB oder EB , die mindestens seit dem 01.10.1979 wegen ihrer Schädigungsfolgen die Freifahrtberechtigung haben

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Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Die Schwerbehinderung hat mit der Rentenberechnung nichts zu tun. Beispiel: Jemand im Rollstuhl ist 100 % behindert, aber geht trotzdem volltags arbeiten, bekommt also garkeine Rente. Bei der rente ist die Frage zu beantworten: Bist du noch in der Lage mehr als 3 Stzunden (für volle) oder mehr als 6 Stunden (für teilweise) einer Erwerbstätigkeit (und zwar irgendeiner!!!) nachzugehen? Trotzdem solltest du auf jeden Fall Widerspruch einlegen und erklären, welches deiner leiden nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurde. Mfg

Ja das ist korrekt, der GdB hat nichts mit der Erwerbsfähigkeit zu tun. Ich habe eine GdB von 80 bin in meine Beruf aber voll Erwerbsfähig.

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