Multi Invest Vergleichsvereinbarung.

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Ihr habt bereits einmal über einen Anwalt Widerspruch gegen die Forderung eingelegt. Mehr müsst Ihr jetzt nicht tun.

Auch wiederholte Mahnungen ändern nichts daran, dass Ihr die Forderung bereits korrekt streitig gestellt hattet.

Das gilt auch für Mahnungen von Inkassobüros und Anwälten. Solange die nicht wirklich vor Gericht klagen und auch noch den Prozess gewinnen, können sie Euch überhaupt gar nichts. Die können nur viel böses Papier produzieren. Papier - außergerichtlich - ist aber sehr geduldig.

Wahrscheinlich sind die gar nicht an einer gerichtlichen Klärung interessiert, denn sonst hätten sie auf Euren Anwaltsbrief hin wahrscheinlich schon Klage eingereicht. Also wissen die selbst, dass sie keine Chance haben.

Falls die Gegenseite es mit dem Mahnbescheid probiert (gelber Brief vom Gericht): dann ist Widerspruch wichtig. Innerhalb von 14 Tagen auf dem beigefügten Formular ankreuzen: "Ich widerspreche der Forderung insgesamt", dann unterschreiben und ans Gericht zurückschicken. Aber wahrscheinlich wird dieser MB auch nicht kommen, denn die Abzocker müssen mit den Gerichtskosten für den MB in Vorleistung gehen und kriegen das wegen Eurem Widerspruch dann auch nicht erstattet. Nach korrektem Widerspruch gegen den MB kann auch kein Gerichtsvollzieher kommen. Wenn die dann trotzdem noch was wollen, bleibt ihnen nur der Klageweg. Aber den wollen sie ja gar nicht gehen.

Andere Möglichkeiten haben sie nicht.

Aussitzen. Einen Anwalt braucht Ihr erst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Gegenseite Euch verklagt.

Vielen Dank für die Super Antwort. Also der erste Brief den wir vor einem halben Jahr bekommen, war ein Mahnbescheid und bei diesem wurde Widerspruch eingelegt vom Anwalt. Er hat davor noch nie eine Mahnung bekommen oder sonstiges. Und heute kam eben erst die Vergleichsvereinbarung.

@tanja94

Der Widerspruch gegen den Mahnbescheid ist eine eindeutige Willensbekundung hinsichtlich der Streitigstellung. Mehr ist auch jetzt nicht erforderlich.

Und es war im übrigen auch genau die richtige Maßnahme. Allerdings hättet Ihr das damals auch selbst ohne Anwalt machen können, für den Widerspruch gegen den MB braucht man keinen Anwalt, den braucht man erst bei Klage.

Auf keinen Fall sollte man natürlich so eine windige Vergleichsvereinbarung unterschreiben. Diese Vereinbarungen enthalten meist auch noch ein "Forderungsanerkenntnis", aus dem man später kaum noch wieder herauskommt. Man erkennt der Gegenseite damit völlig grundlos einen Anspruch an, den die vorher gar nicht hatte. Außerdem wird auch noch der Ablauf der Verjährung gehemmt.

Das Verhalten der Gegenseite, bei widersprochenem MB später mit Vergleichsangebot anzukommen, ist der beste Beweis dafür, dass die Gegenseite nicht an der gerichtlichen Geltendmachnung interessiert ist. Denn ansonsten wäre es überall das übliche Vorgehen, dass nach widersprochenem MB bei einem wirklich existierenden Anspruch sofort "Überleitung ins streitige Verfahren" beantragt würde, d.h. üblichweise hätte Euch die Gegenseite nach widersprochenem MB sofort verklagt.

Dass sie eine ganze Zeit untätig geblieben sind und jetzt mit einem windigen Vergleichsangebot herumzappeln, zeigt die Unseriosität der Sache und auch, dass man sich da ganz entspannt zurücklehnen kann. Mit Aussitzen kann da auf keinen Fall etwas falsch gemacht werden.

Ggf. sollte man aber über eine Beschwerde bei der Wettbewerbszentrale nachdenken. Denen allen Schriftverkehr in Kopie aushändigen.

https://www.wettbewerbszentrale.de/de/beschwerdestelle/hinweise/

@Goofy62

Hi ich bin neu hier und hab ähnliche Probleme. Siehe meine veröffentlichte Frage:

Was kann ich tun? -> aktueller Mahnbescheid von MULTI INVEST - Sparvertrag Max Heinrich Sutor oHG

Keine Ahnung was ich angesichts des Mahnbescheides der Multi Invest tun soll...?

Gruß, Markus

Auf keinen Fall eine Vergleichsvereinbarung unterzeichnen. Das hätte zur Folge, dass man etwaige frühere Zahlungen, die man an Multi-Invest geleistet hat, nicht mehr zurückfordern kann. Es gibt inzwischen nämlich einige Urteile, mit denen Multi-Invest bei sogenannten Wertsicherungssparplänen zur Rückzahlung sämtlicher Einzahlungen verurteilt wurde. Das lässt sich auch dann erreichen, wenn Multi-Invest einen Mahnbescheid beantragt hat.

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