Müssen sich Radfahrer eigentlich bedanken, wenn Fußgänger ihnen auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen nach dem Klingeln Platz machen?

Das Ergebnis basiert auf 5 Abstimmungen

Ja. 60%
Nein. 40%

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein musst du nicht

Ja.

Da wirst du zwar kein Gesetz zu finden aber an engen stellen kann man sich schon bedanken ansonsten kann man auch mal drauf verzichten weil die Mühe nicht so groß war 

Sinnvoll wär's, denn wegklingeln dürfen sie Fußgänger dort nicht! => Im Gegenteil: Sie müssen auf diese Rücksicht nehmen, notfalls anhalten, oder auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen.

Du verwechselst gemeinsame Fuß- und Radwege mit Fußwegen inkl. "Radfahrer frei"-Zeichen.

Nein das tue ich nicht! => In letztem Fall dürfte der Radfahrende sogar dauerhaft nur in Schrittgeschwindigkeit fahren. Bei Zeichen 240 gilt: "Erforderlichenfalls muss der Fahrverkehr die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr anpassen." => Also: Nix mit wegklingeln!!! => Quelle: http://www.sicherestrassen.de/VKZKatalog/Kat240.htm

@Skeletor

Das "nicht wegklingeln" bezieht sich lediglich auf das Radfahrer frei-Zeichen.

Mann, Mann, dich möchte ich nicht im Straßenverkehr erleben.

@Skeletor

Wenn Du schon die StVO zitierst, musst Du sie auch soweit komplett zitieren, dass Dein Zitat nicht einen anderen Sinn bekommt. Zu Zeichen 240 heißt es:

"3. Ist durch Zusatzzeichen die Benutzung eines gemeinsamen Geh- und Radwegs für eine andere Verkehrsart erlaubt, muss diese auf den Fußgänger- und Radverkehr Rücksicht nehmen. Erforderlichenfalls muss der Fahrverkehr die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr anpassen."

Der von Dir zitierte Satz bezieht sich also nur auf eine durch Zusatzzeichen erlaubte andere Verkehrsart (z. B. Mofas innerorts), nicht auf die sowieso zugelassenen Fahrräder!

Auch in den anderen von Dir genannten Quellen wird die geforderte besondere Rücksichtnahme nur im Zusammenhang mit den Zusatzschild "Radfahrer frei" zum Zeichen 239 (Gehweg) erwähnt (schau noch mal genau nach).

So gerne ich es auch hätte, dass Deine Meinung richtig wäre, die Gesetzeslage sieht leider anders aus ...

@claushilbig

Genau mein Wort! Danke!

Du meinst, du würdest gerne von mir weggeklingelt werden? - ...und auf was stehst du sonst noch so?😜

Danke für den Hinweis. Ich werde das versuchen zu klären. Möglicherweise liege ich da tatsächlich falsch...

Niemand "muss" sich bedanken, nicht einmal für die größten Geschenke.

Es ist ein Akt der Höflichkeit, sich zu bedanken. Gesetzlich festgeschrieben ist es nicht.

Muss man nicht, wäre aber sicher nett - schließlich tun die Fußgänger Dir einen Gefallen, denn sie sind nicht dazu verpflichtet, Dir Platz zu machen ...

Selbstverständlich sind die Fußgänger dazu verpflichtet. Wenn Sie es nicht täten, wäre es Nötigung. Kenne selber zwei Fälle, in denen Fußgänger aufgrund dessen verurteilt worden sind. Manchmal könnte ich ob der Ignoranz/Dummheit einiger Fußgänger einfach nur den Kopf schütteln. Mann, Mann, Mann ...

@Spinnengift

Hm, eine echte Verpflichtung der Fußgänger, auf einem gemeinsamen Rad- und Gehweg den Radfahrer Platz zu machen, kann ich mir schwer vorstellen, das widerspricht m. E. dem Grundsatz der Gleichberechtigung.

Es gibt ja auch auf der Straße keine Verpflichtung, dass langsame Fahrzeuge den schnelleren Platz machen müssen.

Man kann m. E. allenfalls aus StVO §1(2) argumentieren:

"Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."

Wenn der Fußgänger nicht an die Seite geht, behindert er den Radfahrer, was nach diesem Paragrafen unzulässig ist - andererseits kann man Klingeln des Radfahrers durchaus als Belästigung des Fußgängers sehen ...

@claushilbig

Ich hoffe inständig, dass du nur herumtrollen willst, insbesondere im letzten Satz. Hoffentlich hast du keinen Führerschein; denn ich will dich nicht im Verkehr ertragen müssen. Mehr will ich dazu nicht schreiben ...

@Spinnengift

Ich besitze nicht nur einen Führerschein, sondern bin sogar Berufskraftfahrer - und gerade den letzten Satz meine ich durchaus ernst...

Schließlich sagt die StVO zu Warnzeichen (und hierzu gehören auch Fahrradklingeln) in §16(1):

"Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben,

  1. wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Absatz 5) oder
  2. wer sich oder Andere gefährdet sieht."

Das "Wegklingeln" von Fußgängern erfüllt m. E. (zumindest innerhalb geschlossener Ortschaften) keine dieser Bedingungen und ist daher überhaupt nicht zulässig!


Es geht mir insgesamt ziemlich auf den Senkel, das Auto- und Radfahrer sich ständig so benehmen, als ob sie mehr Rechte als Fußgänger hätten - das ist aber nicht der Fall!
@claushilbig

Gib deinen Führerschein bitte ab!

Dein Kommentar ist der dümmste, den ich hinsichtlich Verkehrsrecht jemals gelesen habe. Was glaubst du denn, weshalb Fahrradklingeln Pflicht sind? Etwa um außerhalb geschlossener Ortschaften zu überholen? Kopfschüttel

@Spinnengift

Klingeln sind Pflicht für den Fall 2, also zur Warnung vor Gefahren.

Zum Ausgangspunkt unserer Diskussion bin ich gerne lernfähig, wenn Du mir einen rechtlich relevanten Beleg nennst für eine harte Pflicht der Fußgänger, Platz zu machen, die über das freundliche "Bitte bitte" von §1(2) hinausgeht.


Dankeschön übrigens für Dein "Danke" für meine Bestätigung Deiner Meinung in den Kommentaren zu Skeletors Beitrag ;-)
@claushilbig

Bist du eine gespaltene Persönlichkeit?

@Spinnengift

Nein, überhaupt nicht: Skeletor meinte, Fußgänger hätten Vorrechte - das ist nicht der Fall, und darum habe ich ihm widersprochen.

Du vertrittst hier die Meinung, Radfahrer hätten Vorrechte - das ist m. E. aber ebenfalls nicht der Fall, und daher widerspreche ich auch Dir.

Meiner Meinung nach sind zu Fuß Gehende (so heißt das ja jetzt offiziell) und Radfahrende hier gleichberechtigt.


Ich übertrage die Situation mal "eine Etage höher", auf die Straße als "gemeinsamer Fahrweg für Fahrräder und Kraftfahrzeuge": Wenn ich mit meinem Bus auf einer schmalen Straße unterwegs bin und vor mir ein Fahrrad fährt, hat dieses dann die Verpflichtung, mir Platz zu machen? Nein! Ich habe - trotz 190 PS unter der Heckklappe und 100 Fahrgästen an Bord - gemütlich hinter dem Fahrrad her zu zuckeln, bis ich gefahrlos und mit ausreichendem Sicherheitsabstand überholen kann. Und wenn ich dadurch an der nächsten Haltestelle Verspätung habe, dann ist das eben so ... Sollte ich gar Hupen oder auch nur ziemlich dicht auffahren, so hätte eine Anzeige gegen mich wegen Nötigung gute Chancen auf Erfolg. - Warum sollte das auf einem gemeinsamen Fuß- und Radweg grundsätzlich anders sein?
Übrigens: Wenn ich denn tatsächlich falsch liege - was ja durchaus möglich ist, ich bin auch nur ein Mensch, nicht mit der Gnade der Unfehlbarkeit gesegnet und kenne die StVO auch nicht Wort für Wort auswendig - frage ich mich, zu welchem eklatanten und gemeingefährllichen Fehlverhalten mich das verleiten könnte, dass ich besser den Führerschein abgeben sollte? Mir fällt bei aller Phantasie (und davon habe ich m. E. ausreichend) rein gar nichts ein, was überhaupt irgendeine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnte - ganz abgesehen davon, dass mir die diskutierte Situation auch ohne Führerschein passieren kann ;-).

Wenn Dich aber allein die Tatsache, dass ich mich für ein faires, gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ausspreche, dazu veranlasst, mir die Rückgabe meines Führerscheins nahezulegen, stelle ich mir die Frage, welches Verhältnis Du so im allgemeinen insbesondere zu schwächeren Verkehrsteilnehmern pflegst, und ob ich Dich gerne "im Verkehr ertragen" würde ...

@claushilbig

Um der Diskussion mal etwas die Schärfe zu nehmen: vielleicht reden wir ja auch einfach aneinander vorbei, weil wir unterschiedliche Auffassungen davon haben, was "Platzmachen" und "verpflichtet" heißt.

Ich würde unter "zum Platzmachen verpflichtet" verstehen, dass z. B. auf einem 1,5m breiten Weg die junge Mutti ihren Kinderwagen gefälligst in den Graben zu schieben hat, damit der Radler mit Volldampf durchsausen kann - das ist aber sicherlich nicht gegeben.

Wenn Du aber darunter versteht, dass z. B. eine Wandergruppe ihre 4m breite Formation etwas schmaler machen muss, damit eine Spur von etwa 1m für den Radler frei wird, dann kann ich dem zustimmen.


Damit ein Fußgänger in einer solchen Situation wegen Nötigung verurteilt wird, muss er m. E. aber schon mehr machen als nur nicht zur Seite gehen, sondern mehr oder weniger aktiv und beabsichtigt vorhandenen Platz blockieren ...

@claushilbig

Doch, mir sind mehrere Fälle bekannt, da ich aus einer Kleinstadt komme, wo viele Leute, hauptsächlich Rentner und Hauptschüler, nicht wussten (bzw. so taten, als wüssten sie nicht), dass es gemeinsame Fuß- und Radwege gibt und dass Fußgänger auf denen Radfahrern Platz machen müssen. Es wurde sogar so schlimm, dass sich der Bürgermeister, allerdings erst nachdem er selbst betroffen war, einschreiten musste, und die Polizei an den diesbezüglichen Brennpunkten patrouillieren ließ. Erst nachdem massenhaft gegen die Täter Anzeigen und Punkte (!) verteilt wurden, nahm der Spuk ein Ende. Und ja, daher weiß ich, dass es Nötigung ist, einem Radfahrer auf einem gemeinsamen Fuß- und Radweg keinen Platz zu machen.

@Spinnengift

Hm, da muss ich sagen, dass überrascht mich - zumindest in dieser Härte.

Aber es ist sicherlich immer auch eine Frage der Situation: Wenn der Fußgänger sich selber in Gefahr begeben müsste, um Platz zu schaffen, so kann - nach meinem Rechtsverständnis - auf keinen Fall eine Verpflichtung dazu bestehen, oder auch nur, wenn es eine "unbillige Härte" für ihn bedeuten würde. Bei Gefahr für die eigene Sicherheit wäre man ja nicht einmal verpflichtet, Einsatzfahrzeugen (Polizei, Rettungswagen etc.) Platz zu machen (wobei man da im Ernstfall schon ziemlich gut argumentieren muss...).

Wenn man allerdings nicht ausweicht, obwohl dies gefahrlos und ohne großen Aufwand möglich ist, oder gar im (angeblichen)Unwissen den Weg mehr oder weniger bewusst blockiert, dann erfüllt das sicherlich den Tatbestand der Nötigung ...

Der Wortlaut der Anzeigen bzw. der Urteile und Begründungen würde mich mal interessieren ...

@claushilbig

Hi, ich melde mich hier noch einmal nach langer Zeit. Ich habe jetzt nämlich endlich eine Quelle für die allgemeinhin bekannte Weisheit, dass Fußgänger Radfahrern auf entsprechenden Wegen Platz zu machen haben, gefunden:

http://www.haufe.de/recht/weitere-rechtsgebiete/allg-zivilrecht/fussgaenger-gehen-auf-dem-gemeinsamen-rad-und-gehweg-vor_208_171092.html

Das Urteil selber ist zwar eine Schweinerei, da diese Rechtsbeugung offengelegt hat, dass Radfahrer in Deutschland politisch verfolgt werden, aber am Schluss des Artikels findet sich folgender Hinweis:

Radfahrer habe auf kombinierten Geh- und Radwegen keinen Vorrang, Fußgänger müssen sie aber vorbeifahren lassen.

Schönen Tag noch!

@Spinnengift

Ich will jetzt nicht die Diskussion erneut lostreten, aber dennoch eine kurze Antwort:

"Vorbeifahren lassen" ist etwas anderes als "Platz machen"! "Vorbeifahren lassen" bedeutet eben nur, dass der Überholvorgang nicht behindert werden darf, so wie man als Autofahrer auch nicht Gas geben darf, wenn man überholt wird - was übrigens scheinbar viele Autofahrer auch nicht wissen ;-). Es bedeutet aber nicht, dass um jeden Preis Platz geschaffen werden muss - Als Autofahrer muss ich ja auch nicht rechts ranfahren und abbremsen, wenn mich jemand überholen möchte.

Noch mal ein Beispiel: Wir haben hier in meiner Gemeinde einen gemeinsamen Fuß- und Radweg, der hat auf der einen Seite einen Zaun und auf der anderen eine Böschung hinunter zu einem Bach, auf der das Gras meist etwa 1/2 Meter hoch steht. Dieser Weg ist an seiner breitesten Stelle  ca. 1,20m breit, an seiner schmalsten sogar nur ca. 0,80m. Bist Du ernsthaft der Meinung, dort müssten ggf. Fußgänger in die Böschung steigen und einen Absturz in den Bach riskieren oder zumindest (bei Regenwetter) nasse Hosenbeine und Hundeschei**e an der Schuhen in Kauf zu nehmen? Anders wäre es dort nämlich nicht möglich, einem Radfahrer Platz zu machen...


Übrigens sehr geschickt, sich aus einer ganzen Seite Text den einen Halbsatz herauszusuchen, der Deine Meinung (die übrigens, wie Du den anderen Antworten hier entnehmen kannst, eindeutig keine "

allgemeinhin bekannte

Weisheit" ist) stützt, aber die Aussagen, dass "Radfahrer jede Gefährdung vermeiden" und "die Belange der Fußgänger auf solchen Wegen besonders ... berücksichtigen und ... gegebenenfalls Schrittgeschwindigkeit" fahren müssen, zu unterschlagen ... ;-)

@claushilbig

PS: Meine Meinung zu Worten wie "Schweinerei", "Rechtsbeugung" oder "politisch verfolgt" erspare ich uns jetzt mal lieber ...

@claushilbig

Wie wäre es mit rechts gehen und links überholen klappt auf der straße ja auch 

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