Müssen Kleinunternehmer bei der Steuererklärung für Arbeitnehmer noch irgendwelche Dokumente an das Finanzamt schicken?

4 Antworten

Wie einige hier schon schrieben: Auf jeden Fall zusätzlich zur Anlage N noch die Anlage G sowie die Anlage EÜR. Beachte bitte, dass die Unterlagen zwingend elektronisch einzureichen sind. Das geht kostenlos über www.elster.de

Da Du Unternehmer im Sinne des UStG bist, ist nach dem Gesetz eine Umsatzsteuerjahreserklärung einzureichen. Solange Du die Grenzen der Kleinunternehmerregelung nicht überschreitest, trägst Du nur in die entsprechenden Zeilen Deinen Umsatz ein.

Das Finanzamt fordert Dich übrigens nicht auf, Deine Steuererklärung abzugeben. Dies musst Du selbständig tun.

Auch Dir danke, kegus, für die Infos! :)

Hallo derNB,

an das Finanzamt musst du nur deine Steuererklärung schicken.

Seit 2018 gibt es bei der Abgabe der Steuererklärung nicht mehr die Belegvorlagepflicht.

Diese Vorlagepflicht wurde ersetzt durch eine Belegvorhaltepflicht.

Das Finanzamt wird gegebenenfalls auf dich zu kommen, wenn Belege benötigt werden.

In Zweifelsfällen prüft das Finanzamt deine Umsätze.

Eine weitere gängige Methode ist die "Kontrollmitteilung". Das bedeutet, dass das Finanzamt bei Steuerprüfungen bestimmte (insbesondere Kleinunternehmerrechnungen) gegencheckt. Das passiert nicht heute oder morgen, dass kann auch in 2-3 Jahren auf dich zu kommen.

Nicht nur deshalb musst du alle Unterlagen aufbewahren.

Gruß

Ana

Auch sehr wissenswert! Danke liebe Ana!

Du muss neben Deiner Einkommensteuererklärung mit der Anlage N (für die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) auch die Anlage G bzw. Anlage EÜR (Einnahme-Überschussrechnung) abgeben. Darin erkennt das Finanzamt Deinen Umsatz. Von der Bilanz bist du als Kleinunternehmer befreit. Das Finanzamt kann Dich aber bei Bedarf dazu auffordern zusätzlich eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung einzureichen.

Danke, das ist sehr aufschlussreich für mich!

Das Finanzamt fordert nicht auf Bedarf eine Umsatzsteuererklärung an. Es richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften.

Umsatzprüfung? Erst mal gar nicht, später vielleicht und nur manchmal über Ausgangsrechnungen, Quittungen, Kontoauszüge oder Gegenprüfungen bei Kunden.

Du füllst für Deine nebenberuflich-gewerbliche Tätigkeit als Kleinunternehmer ganz normal zusätzlich zu den üblichen Anlagen der Lohnsteuererklärung noch die "Anlage G" (für Einkünfte aus selbständiger gewerblicher oder freiberuflicher Tätigkeit) aus.

Unterlagen musst Du n i c h t mit einreichen.

Es genügt eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung (alle Einnahmen und alle absetzbaren Kosten im Zusammenhang mit der gewerblichen Tätigkeit*), die Du zwar ebenfalls nicjt mit einreichst, deren Summen an Einnahmen und Ausgaben sowie den daraus resultierenden Gewinn/Verlust Du aber in die G einträgst.

* Tipps von mir für die Kostenaufstellung neben jenen Kosten, die sich aus Belegen ergeben:

- Fahrt-km für die selbständige Tätigkeit gelten mit 0,30 €/ g e f a h r e n e m (!) Km

- Telefon, Handy, PC, ... (30% privat,) 70% geschäftlich

- alle Lampen, Möbel, Pflanzen, Teppiche, ... für Dein Arbeitszimmer bzw. Arbeitsbereich nicht vergessen (100%)

- Arbeitszimmer ==> Miete, Betriebskosten, Hausratversicherung, ... anteilig nach qm

Die Einnahme-Überschuss-Rechnung sowie die aufgeklebten und abgehefteten Belege hebst Du für den unwahrscheinlichen Fall einer FiAmtsprüfung mindestens 10 Jahre lang auf.

Klingt vielleicht kompliziert, geht aber einfach und recht fix alles :))

Danke für die Antwort, Widdermaedchen. Also muss ich doch die Anlage G mitschicken! Ich habe alerdings in 2017 keinen Cent Umsatz gemacht, vermutlich muss ich dan in der Anlage irgendwo 0 angeben?! 2018. sieht es jetzt schon anders aus, aber das kommt ja erst 2019 :)

Den Teil habe ich nicht ganz verstanden muss ich zugeben:

Es genügt eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung (alle Einnahmen und alle absetzbaren Kosten im Zusammenhang mit der gewerblichen Tätigkeit*), die Du zwar ebenfalls nicjt mit einreichst, deren Summen an Einnahmen und Ausgaben sowie den daraus resultierenden Gewinn/Verlust Du aber in die G einträgst.

Soweit ich weiss kann ich als Kleinunternehmer (mit der Kleinunternehmerregelung bis 17.500 € / Jahr) nichts absetzten, habe ich Recht?

@derNB

Nun ja - wenn Du keinen Umsatz machtest, dann hättest Du doch trotzdem Kosten im Zusammenhang mit der gewerblicchen Tätigkeit wie die Telefonpauschale von 70% etc., und Du kauftest Dir doch sicher mal Blumen für Deine Arbeitsecke, Druckerpapier usw..

Daraus kann sich in der EÜ-Rechnung also durchaus ein Verlust ergeben. So, wie Dir in guten Jahren die Gewinne Deinem steuerpflichtigen Bruttolohn aus Arbeitnehmertätigkeit hinzugerechnet werden, werden Dir in einem solchen sich durch fehlende Umsätze ergebenden Verlustjahr die Verluste vom steuerpflichtigen Bruttolohn aus Arbeitnehmertätigkeit abgezogen, so dass mit einer zusätzlichen Steuererstattung zu rechnen ist :))

Zu der Kleinunternehmerregelung:

Das ist eine völlig andere Geschichte, denn hierbei geht es ja um die gesetzliche Mehrwertsteuer (umgamüngssprachlich auch Umsatzsteuer genannt). Das hiese, wenn Du umsatzsteierpflichtig wärest, mpsstest Du auf all Deine Verkaufspreise noch die MWSt. draufrechnen, vom Kunden kassieren und an das FiAmt abführen. Im Gegenzug würdestt Du dann jegliche MWSt., die Du bei Deinen fpr das Geschäft getätigten Einkäufen zahltest, vom FiAmt zurückerstattet bekommen. Das alles hat aber nichts mit der Einkommenssteuer zu tun!

@derNB

"Soweit ich weiss kann ich als Kleinunternehmer (mit der Kleinunternehmerregelung bis 17.500 € / Jahr) nichts absetzten, habe ich Recht? "

Trenne Ertragsteuer von Umsatzsteuer. Du kannst zwar keine Vorsteuer geltend machen (USt), aber natürlich kannst Du Betriebsausgaben absetzen.

ähm, nope ....

Anlage G ist für Gewerbetreibende, Freiberufller nutzen die Anlage S

Anlage EÜR ist ab dem Kalenderjahr 2017 VERPFLICHTEND

@wurzlsepp668

Ich habe gerade meine 2016-er hinter mich gebracht :))

@wurzlsepp668

also muss ich zwingend als Kleinunternehmer Anlage G und EÜR ausfüllen?

@derNB

Ja, aber das ist wirklich nicht aufwändig und m.E. sogar unkomplizierter als die Anlage N. Mühsam ist nur das Zusammenstellen der ganzen Qittungen und Zusammenrechnen der relevanten Beträge aus den Kontoauszügen, aber das musst Du ja so oder so machen.

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