Müssen die Einnahmen aus PKW Verkauf beim Amt angegeben werden?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bei meinem ersten Antrag musste ich auch den Wert des Autos angeben.

Dann wurde der Wert bereits bei der Überprüfung deines bei der Antragstellung "mitgebrachten" Vermögens berücksichtigt. Der Verkauf des Autos stellt dann jetzt lediglich eine Vermögensumwandlung dar (von Sachwert in Bar-Wert) und ist kein "Zufluss-Einkommen", das angerechnet werden dürfte. (Außer, du hättest den Wagen für mehr Geld verkauft als er wert war - der Gewinn wäre dann ggf. zu berücksichtigen).

Hier in der Stadt werden meine Leistungen geringer berechnet als im Landkreis, wofür mir jedes Verständnis fehlt.Nur ohne Nebenjob konnte ich jetzt den Wagen nicht mehr halten und war froh, ihn verkaufen zu können.

Falls du bisher einen Nebenjob hattest, für den dir ein Freibetrag für Erwerbseinkommen gewährt wurde, und dieser Nebenjob jetzt aber weggefallen ist, dann wird entsprechend auch kein Freibetrag mehr berücksichtigt. Ansonsten: Wenn sich an deinen Einkommensverhältnissen und persönl. Verhältnissen nichts geändert hat, können eigentlich nur die zugrunde gelegten angemessenen Unterkunftskosten variieren. Die sind von Kommune zu Kommune (teils sehr) unterschiedlich und nicht bundesweit "einheitlich".

Was kann ich nun tun, um die Sozialleistungen weiterhin zu beziehen?

Frühzeitig (!) und nachweislich deinen Weiterbewilligungsantrag einreichen und alle dafür erforderlichen Unterlagen vorlegen oder sie möglichst zeitnah nachreichen; wenn nötig die Bewilligung auf "vorläufiger Basis" beantragen -> http://hartz.info/index.php?topic=10.0

Wenn du vorher das Auto als Vermögen angegeben hast, ist das nur ein Tausch der Vermögensart. Du musst das nur deklarieren. Und der Verkauf sollte nachvollziehbar sein.

Also das Geld aus dem verkauf deines Autos wird als Einkommen gerechnet.Erst wenn dieses Geld verbraucht ist steht dir wahrscheinlich erst wieder was zu.

SGB II § 11b Absetzbeträge: "(1) Vom Einkommen abzusetzen sind ... 5. die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben ..."

Ausgegeben wurde hier ... was wohl?

Ein Auto!

Der Zeitwert des Autos wäre also vom Einkommen durch den Verkauf des Autos abzuziehen. Plus evtl. Anzeigen-Kosten und Abmeldekosten und Überführungskosten usw.

Gruß aus Berlin, Gerd

Hätte ich diese Einnahme vorher melden und begründen müssen?

JA!

Auch wenn es sich um eine Vermögensumwandlung handelt - im Grundsatz gilt im SGB II-Recht die Faustformel, was Vermögen war, bleibt Vermögen -, ändert sich die Qualität des Vermögens.

Während das Auto als Vermögenswert besonders privilegiert ist, fällt diese Privilegierung durch den Verkauf weg (Ausnahme: zeitnaher Neukauf; sparen ist hingegen nicht); das heißt, der Verkauserlös ist nun dem verwertbaren Vermögen zuzuschlagen, was dazu führen kann, dass Freibeträge überschritten werden. Es handelt sich also um eine signifikante Änderung in deinen Vermögensverhältnissen und damit ist es mitteilungspflichtig.

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