Mündliche Zusage zu Vertragsverlängerung verpflichtend?

4 Antworten

Ein befristeter Arbeitsvertrag kann nur schriftlich geschlossen (oder verlaengert) werden, ein unbefristeter hingegen auch muendlich.

Ein muendlich geschlossener (unbefristeter) Vertrag kann aber im Streitfall oft nicht bewiesen werden. "Wir wuerden Sie ganz gern noch ein weiteres Jahr beschaftigen" ist erst dann ein unbefristeter Vertrag, wenn die Weiterbeschaeftigung auch tatsaechlich erfolgt.

Mündlich ist zwar bindend, aber man brauch Zeugen.

Schriftlich ist besser- man kann formlos alles schriftlich festhalten und unterschreiben lassen...

Eine muendliche Vereinbarung ueber eine Anschlussbefristung ist unwirksam.

@DerCaveman

https://www.kluge-recht.de/arbeitsrecht-ratgeber/lohn-gehalt-anspruchsgrundlagen.html

Unter vertragliche Vereinbarung:

Eine vertragliche Vereinbarung muss im Arbeitsrecht nicht schriftlich getroffen werden, damit sie rechtliche Wirkung entfaltet. Eine mündliche Vereinbarung genügt völlig. Auch mündliche Abreden sind für Arbeitnehmer und Arbeitgeber grundsätzlich bindend und können notfalls vor dem Arbeitsgericht durchgesetzt werden. Problematisch bei mündlichen Vereinbarungen ist nur, dass man im Streitfall unter Umständen Schwierigkeiten haben kann, die Vereinbarung zu beweisen. Denn derjenige, der sich auf eine vertragliche Vereinbarung beruft, muss grundsätzlich beweisen, dass es diese Vereinbarung gegeben hat. Dies fällt in der Regel leichter, wenn die Vereinbarung schriftlich niedergelegt worden ist.

@pushido

Das sagt TzBfG § 14 Abs. 4: "(4) Die Befristung eines Arbeitsvertrages bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform."

@DerCaveman

Das ist hier was anderes... Hier geht es zu befristung und nicht entfristung...

In dem Fall was du gerade geschildert hast, geht es darum dass dem Arbeitgeber "einen Nachteil" im Arbeitsverhältnis mitgeteilt wird. Das muss schriftlich erfolgen.

Die zusage für Entfristung, bzw. gelahterhöhung oder was auch immer ist auch Mündlich bindend und geltend!

@pushido

Laut Fragestellung soll hier aber gerade keine Entfristung erfolgen sondern eine Verlaengerung des befristeten Arbeitsvertrages um 1 weiteres Jahr. Also eine erneute Befristung. Und das geht nun mal nicht muendlich sondern es muss schriftlich gemacht werden.

Entfristung ginge muendlich ("Machen wir dann halt unbefristet weiter"), befristete Verlaengerung aber nur schriftlich.

Steht aber auch so in dem von dir verlinkten Text. Ziemlich weit unten unter "Muendliche Befristung des Arbeitsvertrages ist unwirksam"

@DerCaveman

Wenn es tatsächtlich so wäre, dann sehe ich es ein. Aber ich habe das Sachverhalt anders verstanden. Und zwar befindet sich die Person in 1 Jahr Probezeit laut Vertrag. Nach Ablauf der Probezeit ist das Verhältnis vorbei! Ohne weitere schriftliche Kommunikation... Finito. Die Person ist raus aus der Firma. Es sei den, man hat einen neuen Vertrag, auch wenn befristet, für 1 weiteres Jahr.

4 Monate vor dem Ablauf des Vertrages, sollte ein Gespräch statt finden, damit man sagen könnte ob die Person bleibt oder nicht (dazu ist der Chef nicht verpflichtet). Irgendwann sagt er (mündlich) - "ja, wir werden Sie übernehmen". Das ist bindend, sobald es Zeugen gibt, bzw. man es beweisen kann.

Was Sie meinen ist was anderes. Hierbei geht es darum ob das Vertrag auf ein weiteres Jahr verlängert wird und nicht ob man eine neue Befristung bekannt nennen will.

Es kann sein (natürlich) dass ich mich täusche, und alles was ich schreibe (und poche auf Richtigkeit) falsch ist- in diesem Fall entschuldige ich mich im Vorfeld, jedoch hier bin ich mir sehr sicher, dass ich im Recht bin...

Alte Regel: Wer schreibt, der bleibt!

Solche Zusagen sollte man sich IMMER schriftlich geben lassen. Mündliche Zusagen haben keine Verbindlichkeit.

KeinArbeitgeber versichert eine nochmalige Verlängerung oder Übernahme nach dem 01.09.2019. Da bekommt man auch nichts schriftliches. Ansonsten kann er gleich einen unbefristeten Vertrag machen.

Das macht kein Arbeitgeber.

Natürlich macht das ein anständiger Arbeitgeber, dem AN rechtzeitig entweder einen neuen Arbeitsvertrag oder zumindest eine schriftliche Zuge zukommen zu lassen.

Ansonsten muss er eben damit rechnen, dass der AN nach Vertragsende nicht mehr für ihn arbeitet.

@clemensw

Ich meine: kein Arbeitgeber sagt direkt zu, dass es eine Vertragsverlängerung gibt. Besonders nicht wenn es um den 01.09.2019 geht. Lese einfach nochmal die hypothetische Frage

Es gibt auch Arbeitsverträge in denen steht das der AN sich spätestens 3 Monate vor Ablauf des befristeten Vertrages sich selbstständig arbeitssuchend melden muss. Wenn das drin stehen sollte, ist es nur eine nette Dienstleistung des AG dich daran zu erinnern. Das hat nichts mit anständig zu tun.

@verreisterNutzer

In der Frage ging es ja auch um einen Termin der 4Monate vor Ende des jetzigen Arbeitsvertrag ist.....

@Maximilian112

Genau, 4 Monate vor Ablauf des Vertrages. Nicht um jetzt sofort

@verreisterNutzer
Ich meine: kein Arbeitgeber sagt direkt zu, dass es eine Vertragsverlängerung gibt. Besonders nicht wenn es um den 01.09.2019 geht.

Was soll daran so unwahrscheinlich sein, dass ein Arbeitgeber 4 Monate vor dem Vertragende verbindlich erklärt, ob der Vertrag verlängert oder sogar entfristet wird??

Er hat sich dann 8 Monate lang ein Bild von Arbeitnehmerin machen und wird entscheiden können, ob er auf ihre weitere Mitarbeit Wert legt oder nicht!

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