Monatliche Rente aus privater Rentenversicherung oder Einmalzahlung bei gleichzeitigem Bezug von ALG II?

4 Antworten

"Jetzt kann sie wählen ob sie sich aus der Rentenversicherung monatlich 143,-- € oder einmalig rd. 34.000,-- € auszahlen lässt."

Die erste Frage ist, ob man sich das wirklich aussuchen kann, wenn man ALG II beansprucht. SGB II § 2 Grundsatz des Forderns:

"(1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte und die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen müssen alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen."

Wählt man die Auszahlung, ist die Hilfebedürftigkeit sofort beendet. Denn die Auszahlung könnte als Einkommen gelten, nicht als Vermögen. Nämlich dann, wenn ein Versicherungsfall eintritt, für den Versicherungsprämien bezahlt wurden, und keine Einlagen in einen Vermögensfond.

Es gibt aber auch kombinierte Anlage- Schrägstrich - Versicherungs-Formen, wie die Kapital-Lebensversicherung. Diese gelten als Vermögensform. Dafür gelten die üblichen Freibeträge nach SGB II § 12.

Für Einkommen gelten hingegen die Regeln in §§ 11 ff. Solche einmalige Einkommen werden auf sechs Monate aufgeteilt und so lange als Einkommen angerechnet auf den Bedarf an ALG II - und danach der Rest als Vermögen: Hier kommen dann wieder bzw. erst die üblichen Freibeträge nach SGB II § 12 zum Zuge, also im siebten Monat nach Zufluss des einmaligen Einkommens.

Freibeträge gibt es in diesen 6 Monaten 30,- pro Monat plus nötige Ausgaben. Der Freibetrag von 100,- je Monat plus 20 % vom Rest fällt flach, da es sich nicht um Erwerbs-Einkommen handelt (wie etwa Gehalt oder Gewinn als Unternehmer). Selbes gilt für eine monatliche Rente.

Gruß aus Berlin, Gerd

Das Schonvermögen ist als Altersvorsorge gedacht,lässt sie sich das nun auszahlen wird das als verwertbares Einkommen angesehen,sie müsste von dem Geld ihren Lebensunterhalt bestreiten.Die monatlichen 143 Euro dürfte sie behalten,das ist im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze.

Seit wann ist eine Rente ein Erwerbs-Einkommen? Die Freibeträge für Renten, Zinserträge und Lottogewinne usw. betragen 30,- im Monat (Pauschale für private Versicherungen), falls man sonst kein Einkommen hat.

Gruß aus Berlin, Gerd

@GerdausBerlin

Habe mit keinem Wort von Erwerbs Einkommen geschrieben,sondern von verwertbaren Einkommen,Du musst schon richtig lesen bevor Du etwas kritisierst!!Und dabei handelt es sich wenn der volle Betrag ausgezahlt wird um verwertbares Einkommen!

@andie61

Du hast geschrieben: "Die monatlichen 143 Euro dürfte sie behalten,das ist im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze."

Das ist falsch! Denn diesen Rahmen gibt es nur für Erwerbs-Einkommen - nicht aber für Renten-Einkommen!

Einfach mal einen Blick ins Gesetz werfen: SGB II § 11b.

Gruß aus Berlin, Gerd

Ich würde vermutlich die monatliche Zahlung wählen.

Soweit ich das verstehe würde ja die Zahlung als Einkommen gewertet, egal welche Variante, und mit der monatlichen Zahlung hätte sie knapp 20 Jahre was. Irgendwann (vermutlich in 5 Jahren oder so) wird sie ja normale Rente bekommen und die 143€ würden ihre Rente aufstocken. So war es ja auch sicherlich mal geplant.

Würde sie jetzt 34000€ ausgezahlt bekommen und wir gehen davon aus, dass sie 1000€ im Monat zum Leben braucht, hat sie in weniger als 3 Jahren alles verbraucht (Kaputte Geräte und wichtige Anschaffungen nicht eingezählt) und müsste dann bis zur Rente nochmal ALG II beantragen....

Ich bin mir aber leider nicht 100% sicher in wie weit man da als ALG II Empfänger wählen kann... oder ob man vielleicht auch einfach sagen kann man will erst in 5 Jahren ausgezahlt bekommen...

Hat sie diese bestehende Versicherung denn ordnungsgemäß beim Hartz IV-Antrag angegeben? 

Kriege ich wegen einer Lebensversicherung, die eigentlich meiner Mutter gehört, kein Hartz IV / ALG II?

Liebe Helfer,ich habe eine ganz dringende Frage.Und zwar bin ich seit dem 01.12.16 arbeitslos, da mir mein Vorgesetzter aus betrieblichen Gründen gekündigt hat.Daher habe ich ALG II beantragen müssen (bin frisch aus der Uni raus und habe noch kein ganzes Jahr gearbeitet).

Das Jobcenter fragt nun nach einer Abbuchung einer Lebensversicherung auf meinem Kontoauszug, die eigentlich meiner Mutter gehört, die ich aber abbezahle, da sie diese vor ihrem Ex-Mann schützen wollte 

(Ich bin auf dem Papier leider Versicherungsnehmer und kann diese somit kündigen, meine Mutter ist nur die versicherte Person)

Der aktuelle Rückkaufswert liegt bei 6700€ (Ablauf wäre im April nächsten Jahres, dann läge der Rückkaufswert bei c.a. 8000€)

Kann es sein, dass ich somit kein Geld vom Arbeitsamt bekomme?Das Geld gehört nicht mir, sondern meiner Mutter, sodass ich da von ihrer Seite aus nicht zugreifen darf und will, da sie sowieso eher wenig Geld hat.

Hier habe ich einen Rechner für das Schonvermögen gefunden:http://www.brutto-netto-rechner.info/schonvermoegen.php

Dieser besagt, dass ich einen anrechnungsfreien Grundfreibetrag von 3750€ und einen Freibetrag für Renten-, Lebensversicherung von 18.750€. In Klammern steht aber "(Auszahlung ab 60)".

Was bedeutet das für mich? Läge ich somit unter den 18.750€ und würde somit trotzdem Geld bekommen, oder gilt das nur für Lebensversicherung die erst ab 60 ausgezahlt werden?Denn die Lebensversicherung ist anscheinend mit einer Frist von einem Monat kündbar.

Bitte bitte helft mir! Vielen Dank im Voraus

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