monatlich den Warenbestand buchen mit SKR 03

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Grundsätzlich ist es immer schlecht, wenn man ein Buchungsverhalten ändert. Ergebnisse wie bei Dir sind dann normal, es fehlt die Vergleichbarkeit. Das würde mich echt ärgern, kommt aber vor.

Ich habe offen gestanden noch nie gehört, dass jemand auf die Idee gekommen ist den Warenbestand monatlich zu buchen. Es scheint auch ohne Grundlage gewesen zu sein. Grundlage bedeutet für mich eine monatliche Inventur. Denn sonst wäre da ja so eine enorme Bewegung im Bestand gar nicht möglich gewesen. UND was ich noch schlimmer finde (leider ist Deine Formulierung da unsauber) könnte bei dieser Buchungsweise ein "negatives Warenlager" entstehen.

Klassisch schulisch habe ich mal gelernt, dass das Konto Bestand Waren nur drei Buchungen kennt. Einbuchung des Anfangsbestandes unter dem Datum 1.1., am 31.12. die Anpassung an die Inventur und Abschluss.

Übrigens trage ich lieber die EB-Werte erst dann vor, wenn die Bilanz steht und nicht irgendwelche (ich nenne es mal Schätzwerte). Das sieht ja nach Manipulation aus. Sollte ich prüfen, würde ich da alles auf den Kopf stellen.

Die Korrektur des Warenbestandes um mtl. 30.000 bis Mitte des Jahres ist der Hammer. Schließlich soll die Buchhaltung auch für Inhaber Sicherheit bringen. Wie soll das denn der Fall sein, wenn ich da einen Warenbestand im Vermögen habe der nichts mit der Realität zu tun hat. Außerdem hat der Dir ja den Warenaufschlag vollkommen versaut.

Also ob das richtig ist, meine Meinung kannst Du Dir denken - Ich würde den Berater dazu interviewen, zwar darf er keinen Fehler zugeben, aber wenn da nicht was deutlich wird, wäre dieses einer der seltenen Fälle wo ich aus inhaltlichen Gründen wechseln würde.

Dein Denkfehler ist der, dass Du versuchst korrektes Buchungsverhalten und unerlaubtes Buchungsverhalten zu kombinieren. Das kann nicht funktionieren.

Hoffe konnte Dir etwas Licht in den Nebel bringen, ist aber anhand einer solchen Beschreibung schwierig zu verstehen was da immer gemeint ist. Hängt aber nicht an Dir, sondern an mir. Und ich habe mit so unterschiedlich informierten Unternehmerinnen und Unternehmern in meinem Leben schon zu tun gehabt... Da kommen erst halbe Gutachten zu Themen, man redet drüber und stellt sich selber fragen... Also, wenn noch Nachfragen sind: Einfach machen. Viel Spaß und Erfolg!

Guten Morgen Gullup, herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Folgendes noch kurz zur Aufklärung. Den EB-Wert, den ich zum 01.01.0213 als Bestand eingebucht habe, ist kein Schätzwert, sondern der tatsächliche Inventurbestand zum 31.12.2012. Die Bilanz ist natürlich noch nicht erstellt, aber ich habe den Wert schon rein genommen, da ich diese "komischen" monatlichen Warenbestandsbuchungen nicht mache. Und da wir einen Saisonbetrieb haben, ist am Anfang des Jahres das Betriebsergebnis lt. BWA immer negativ, deshalb für die Bänker auch eine Summen- und Saldenliste woraus der Warenbestand ersichtlich ist und die sehen, ok das Ergebnis ist negativ, aber es ist ein Warenbestand vorhanden. Das müsste doch soweit auch okay sein, oder ? Der Steuerberater hat im letzten Jahr gebucht und sehr viel falsch gebucht, vor allem im Debitoren und Kreditorenbereich, jetzt buchen wir selber und der Steuerberater macht den Abschluss. Daher werde ich wohl immer mal wieder Fragen stellen und bin wirklich über so tolle Antworten echt dankbar. Viele Grüße, clohny

@clohny

Nix zu danken, dafür sind wir ja hier ;-)

Ok, was feststeht - wie die Inventur und die daraus folgende Bewertung - immer rein damit. Das verstehe ich.

Diese "komischen" Bestandsveränderungen vom Steuerberater finde ich auch wirklich eigentümlich. Habe den Eindruck, dass da ein Azubi oder eine andere nicht so gut ausgebildete Person gebucht hat und der Berater nicht auf die Summen- und Saldenliste geguckt hat.

Das mit dem Saisonbetrieb habe ich schon fast vermutet. Das blöde für die Bank ist allerdings gerade in einem solchen Fall, dass die Buchführung falsche Vergleichszahlen zum Vorjahr bringt. Da wir noch nicht so weit im Jahr sind, da würde ich folgendes machen:

Ich würde die Salden lt. Summen und Salden vom Vorjahr einbuchen. Allerdings ohne diese Bestandsbuchung. Dann kann man leichter ohne nachrechnen sehen wie es sich zum Vorjahr verhält.

Insbesondere wenn irgendwann mal "härtere" Gespräche geführt werden, dann können die auf so einem Jahr begründet sein. Weil da einfach Erträge möglich waren und warum dann "jetzt nicht mehr".

Der Warenbestand ist auf alle Fälle ein guter Hinweis auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Und man kann mit den Aufschlagsätzen entsprechend kalkulieren welcher Umsatz machbar ist. Und das die neuen Umsätze nicht sofort für den Wareneinsatz benötigt werden, sondern da ist eine Vorsorge getroffen. Ich finde das ordentlich. Ob das Bänker immer so verstehen, ich möchte keine Generalschelte betreiben, aber bei manchen habe ich da Zweifel gehabt. Zudem kommt das bekloppte und automatisierte Score-Verfahren dazu. Vielleicht sollte man diesen Fehler im Rahmen der Übergabe den Abschlusses mit der Bank besprechen.

Wenn auch noch die Debitoren UND Kreditoren verkehrt waren und die Bestände: Was zum Geier ist da los gewesen? Wurden die Fehler wenigstens selbst offen gelegt oder hast Du das aufgrund Deiner Kenntnisse festgestellt? Denn da ist für mich der wirklich entscheidende Knackpunkt: Das Vertrauensverhältnis. Was ist mit Ansparrücklagen, Abschreibungen oder Rückstellungen? Hat man den korrekten Eigenverbrauch berücksichtigt usw.

Ich hoffe Du bist weit genug weg, nicht das jemand denkt weil mein Gewerbe auch über laufende Kontierung geht ich will hier einen Auftrag. Ganz bestimmt nicht und bin auch so gut wie voll. Trotzdem wird mir da wirklich Angst und Bange wenn ich das höre. Und ich gehöre nicht zu denen, die hinter Fehler nach Korrektur keinen Haken dran machen.

Fragen sind kein Problem. Kannst Du auch direkter haben, brauchst Dich nur zu melden. Soweit ich kann und dann noch darf, bitte schön.

Schönes Restwochenende!

@Dirk-D. Hansmann

Guten Abend, ich kann mich wieder "nur" bedanken für Deinen hilfreichen Kommentar. Das hat mir jetzt echt Klarheit gebracht. Die ganzen Fehler bei den Debitoren hab ich nach und nach festgestellt,. Wirklich unglaublich "Div. A" "B" usw. Ständig Fehler beim Buchen, Konten wurden nicht durch das Steuerbüro abgestimmt, richtig schlimm. Na ja, jetzt buche ich ja selber. Ich arbeite noch nicht so lange in dem Unternehmen, hab aber langjährige Erfahrung aus dem Steuerbüro. Hab jetzt schön für jeden Kunden und Lieferanten Konten angelegt und muss jetzt nur die OPOS Salden alle entsprechend auf den neuen Kontenrahmen umbuchen. Ganzjährig wurden die Gehaltsverrechnungskonten nicht abgestimmt. Schlimme Dinge .... AfA wird nur jährlich gebucht, obwohl das mit Datev ja quasi monatlich automatisch geht. Ist ne Herausforderung für mich. Dir auch ein schönes Restwochenende. Gruß clohny

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