Mitgliedsbeitrag von 600€ im Steuerhilfeverein?!

3 Antworten

Halte ich für deutlich zu hoch. Der Lohnsteuerhilfeverein e.V. beginnt bei 80 Euro Jahresbeitrag und steigert sich auf 100 Euro bis zu einer Bemessungsgrundlage von 27 Tsd. Euro. Damit ist ja nicht der Bruttoverdienst gemeint.

http://www.lohnsteuerhilfeverein.de/de/beratung.aspx

Für jemanden, der Beträge ab 150 Tsd. im Jahr verdient, ist dann wohl eher ein Steuerberater angemessen. Der kostet dann eben die von dir genannte Summe, oder auch ein bischen mehr. Dafür bekommst du aber auch meines Erachtens eine deutlich ausgefuchstere Steuererklärung, als beim LBU.

"Richtige" Lohnsteuerhilfevereine sind Spezialisten auf Ihrem Gebiet des Steuerrechts und stehen "dem" Steuerberater in nichts nach, sind (meines Erachtens) diesem aber sicherlich oftmals einen Schritt voraus.

Warum? Das Steuerrecht ist breit gefächert. Ein Steuerberater muss sich in allen Sparten des Steuerrechts (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Umwandlungssteuer, usw.) auf dem Laufenden halten, während sich Lohnsteuerhilfevereine ganz auf die Einkommensteuer - und selbst da können Sie einen Großteil ausblenden - konzentrieren können.

Problem bei Lohnsteuerhilfevereinen:
Es gibt solche und solche. Ein Lohnsteuerhilfeverein ist mit einem Fußballverein gleichzusetzen. Es gibt welche, die in der Champions League mitspielen, aber das sind eben nicht die der Bezirksliga.

Woran erkennt man gute Lohnsteuerhilfeverein und (noch wichtiger) gute Berater?

Wie groß ist der Verein? Was für eine Struktur hat der Verein? Wie groß ist die Beratungsstelle? Ist sie zvl-zertifiziert? Welche Qualifikationen hat der Berater? Steuerfachangestellter, Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter, Studium, ehemaliger Finanzbeamter oder gar Steuerberater? Nimmt der Berater sich die nötige Zeit? Fragt er die Lebensverhältnisse und Sachlage des Steuerpflichtigen ab oder tippt der einfach nur die irgendwie zusammengesuchten und gerade vorgelegten Unterlagen in sein Programm ein?

Es gibt Vereine, die ein paar hundert Tausend Mitglieder haben, das ist gut! Dann kommt man aber in eine Beratungsstelle, die gerade mal 50 Mitglieder hat, weil der "Berater" das nebenberuflich abends macht und womöglich noch am Küchentisch berät. Wieviel Zeit steckt der dann in seine Fortbildung, um steuerlich auf dem Laufenden zu bleiben?!

Letzter Grundsatz: Auch wenn jeder eine Abscheu dafür hat zuviel bezahlen zu müssen, die habe ich nämlich auch, es gilt die Devise: Was nichts kostet ist nichts wert! Leute die um den Wert Ihrer Leistung wissen, verschleudern Ihre (Lebens-)Zeit nicht für 5 Mack pro Steuererklärung. ;-)

Ich habe bisher noch nicht von so hohen Beträgen gehört, aber wenn dein Brutto wirklich sehr hoch ist, dann wird die Summe schon berechtigt sein.

Das ist je nach Verein individuell geregelt.

Das ist jedoch extrem hoch - 350 € bei über 100.000 € Bruttoarbeitslohn wird selten überschritten... Die meisten haben aber einen wesentlich niedrigeren Höchstbeitragssatz. Suche Dir einen anderen Verein - es gibt genügend davon...

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