Mit was für Kosten müsste man Rechnen wenn man einen Leasingvertrag 3 Monate nachdem erst gemacht worden ist frühzeitig auflösen möcht?

7 Antworten

Also grundsätzlich ist man an der Vertrag gebunden. Dieser beinhaltet somit die Zahlung aller Raten. Vertraglich gesehen war es das erstmal. Wenn man also alle Raten der vereinbarten Laufzeit sofort bezahlt, kann man das Auto auch nach 3 Monaten zurück geben ;)

Alternativ kann man ein Ablöseangebot anfordern und das Fahrzeug damit sofort kaufen. Dies kann mit Zustimmung des Leasingnehmers auch ein Dritter sein (z.B. ein Autohaus).

In der Praxis wird es also auf eine solche Ablöse hinaus laufen, da jemand das Fahrzeug kaufen muss. Es sei denn, der Restwert des Fahrzeuges ist für den Leasinggeber so interessant, dass er das Fahrzeug unbedingt haben und selbst verwerten will. Ansonsten will kein Leasinggeber das Fahrzeug wirklich haben.

So oder so ist davon auszugehen, dass eine Ablösung nach drei Monaten eine teure Angelegenheit für den Leasingnehmer wird (und das ist auch gut und richtig so).

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Zunächst einmal muss sich die Leasinggesellschaft mit einer vorzeitigen Ablösung einverstanden erklären.

Sollte es sich um einen gewerblichen Finanzierungsleasingvertrag und in dem Fall um einen Teil- oder Vollamortisationsvertrag handeln, muss zudem die Mindestlaufzeit von 40 % der Abschreibungszeit des Leasingobjekts beachtet werden, sonst hat der Leasingnehmer steuerliche Nachteile, d.h. die Leasingraten etc. werden nicht als Betriebskosten anerkannt, es sei denn das Leasingobjekt hat einen (wirtschaftlichen) Totalschaden erlitten und ist daher für den Leasingnehmer nicht mehr nutzbar (die Mindestlaufzeit von 40 % der Abschreibungszeit gilt auch für kündbare Leasingvertäge ohne feste Laufzeit).

Nähere Informationen zu den Mindestaufzeiten bei gewerblichen Finanzierungsleasingverträgen gibt es hier

https://tefisltd.de/die-verschiedenen-leasingvertragsarten-teil-1/

und hier

https://tefisltd.de/die-verschiedenen-leasingvertragsarten-teil-2/

Sofern eine vorzeitige Leasingablösung möglich sein sollte, ist vom Leasingnehmer alles an die Leasinggesellschaft zu zahlen, was bis zum regulären Leasingende zu zahlen wäre, also sämtliche Leasingraten und ggf. der Restwert, allerdings abgezinst, d.h. abzüglich Refinanzierungskosten.

Es kann jedoch sein, dass die refinanzierende Bank (Leasinggesellschaften haben i.d.R. kaum eigene Geldmittel und refinanzieren ihre Leasingverträge meistens über Banken) eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet, in dem Fall könnte eine vorzeitige Ablösung sogar teurer werden als die reguläre Bezahlung bis zum ursprünglich festgelegten Leasingvertragsende.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Normalerweise steht das im Vertrag drin. Es gibt heutzutage schon flexiblere Verträge, aber ich denke bei den meisten bist du an die Laufzeit gebunden

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Vermutlich gibt es in den Verträgen ähnliche Regelungen wie bei der vorzeitigen Kündigung von Krediten: Man muss eine sogenannte "Vorfälligkeitsentschädigung" zahlen also den entgangenen Gewinn.

Das hätte ich auch so gesagt, quasi das Geld was noch bis Vertragsende zum zahlen gewesen wäre

@ElFrido

So ist es, allerdings abgezinst und ggf. zuzüglich Vorfälligkeitsentschädigung. Siehe hierzu meine separate Antwort.

Kannst du nicht auflösen. Du kannst aber den angefangenen Leasingvertrag weitergeben, wenn du jemanden findest, der ihn haben möchte und die Leasinggesellschaft zustimmt. Die Zustimmung lassen die sich bezahlen. Das Auto ist dann auch nicht mehr 1. sodern 2. Hand.

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