Mit der Rechnung in Verzug?

3 Antworten

Wenn du Geld online überweist, wird es immer sofort belastet. Das hat keine Aussagekraft, wann es beim Empfänger eingeht.

Weiterhin kann an der Aussage der Bank etwas nicht stimmen.

1) Buchungsstag ist nie nach dem Wertstellungstag. Entweder taggleich oder früher. Wenn also der Buchungstag der 07.02.19 war, kann der Wertstellungstag frühestens dieser Tag gewesen sein. Ergo: Du bist zu spät dran und der Gläubiger hat Recht.

2) Sofern es nicht die selbe Bank war (und damit meine ich wirklich die exakt identische Bank. Nicht Sparkasse Hamburg zu Sparkasse München, das sind verschiedene Institute!) kann deine Bank gar nicht wissen, wann das Geld bei der Empfängerbank gutgeschrieben wurde. Die Commerzbank kann nur sehen, wann das Geld ihr Haus verlassen hat, aber nicht, wann es z.B. Bei der Berliner Volksbank angekommen ist.

Du kannst es darauf ankommen lassen und die Diskussion mit dem Gläubiger eröffnen. Doch so, wie du es beschrieben hast, hat der Gläubiger Recht. Und wenn ein Gläubiger auch noch auf Verzugszinsen besteht und diese extra anmahnt bzw. Um Nachzahlung dieser bittet, dann gehört diese Partei zu den ganz peniblen. Dann würde ich persönlich nicht das Risiko eingehen, dass du wegen ein paar Euro Verzugskosten nun auch noch Mahnkosten on top bekommst.

Doch, ich habe die schriftliche Bestätigung der Empfängerbank dass das Geld am 6.02 Wert gestellt wurde aber erst am 7.02 gebucht wurde. Die Zahlung ist wahrscheinlich erst spät abends eingegangen.

@Marco2004665

Wie hast du denn die Empfangsbestätigung bekommen? War es eine Blitzüberweisung oder ein normaler Auftrag per Online-Banking?

@Sael2019

Dass sich meine Bank drum gekümmert. Es war eine Eilüberweisung.

@Marco2004665

*Da hat sich

@Marco2004665

Ich kann keine Rechtsberatung leisten, und die Entscheidung, wie du weiter vorgehst, ist deine. Also: Es zählt das Valutadatum, also der Werstellungstag. Wenn du schwarz auf weiß vorliegen hast, dass das Geld beim Empfängerkonto noch fristgerecht wertgestellt wurde, setze einen Brief an den Gläubiger auf und füge die Beweise bei. Dann ist er erstmal in der Pflicht dir das Gegenteil zu beweisen. Setze dem Gläubiger dafür eine Frist. Beweist er es dir, kannst du immer noch auf die Bank zugehen, die dir das anderweitig bestätigt hat und von dieser Klärung verlangen. Mache dir aber keine Illusion: Die Bank wird jetzt nicht für dich irgendwelche Kosten übernehmen und der Gläubiger würde dennoch weiterhin auf seine Verzugszinsen / Gebühren bestehen. Wenn du also nicht gerade vor Gericht ziehen oder noch extra zur Verbraucherschutzzentrale laufen willst, wirst du dann trotzdem zahlen müssen.

Beweist er dir NICHT das Gegenteil bzw. Die (realistisch!) gesetzte Frist verstreicht, ohne, dass sich der Gläubiger erneut rührt, kannst du den Fall gedanklich zu den Akten legen. Fordere aber sicherheitshalber nach Verstreichung der Frist schriftlich (per E-Mail z.B.) an, dass dir bestätigt wird, dass es so ist. Nicht, dass die dir die offenen Verzugsgebühren trotzdem „versehentlich“ in die Schufa einmelden. Ich betone das, weil die meisten Leute erst merken, dass mit der Schufa etwas nicht stimmt, wenn sie akut einen guten Schufascore benötigen (Handyvertrag, Autokauf etc.) und sich dann in so einer Situation um die Bereinigung der Schufa zu kümmern - selbst, wenn du im Recht bist - ist enorm nervenaufreibend.

Das könnte in der Praxis alles so funktionieren. Gerade aber auch, wenn der Gläubiger die Forderung bereits an ein Inkassobüro abgetreten oder verkauft hat, arbeiten die gerne mit ganz harten Bandagen. Also selbst, wenn du im Recht wärst, ist fraglich, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt.

Abseits dessen steht auch die Frage im Raum, um welchen Betrag du dich hier ggf. streiten möchtest. Wie viel verlangt denn der Gläubiger noch? Und steht das in einer Relation zum Aufwand, denn du nach den hier beschriebenen Szenarien betreiben müsstest?!

Nochmal: KEINE Rechtsberatung. Sofern es hier nicht um hunderte von Euros geht, würde ich prinzipiell sagen, spar dir den Stress und zahle. Sofern es tatsächlich um hunderte Euros geht, nimm dir einen Anwalt oder gehe zur Verbraucherschutzzentrale.

@Sael2019

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.Es handelt sich um Kosten von ca. 20,-€. Es ging mir hier nicht hauptsächlich um den Betrag sondern um's Prinzip! :)

Bitte die wörtliche Formulierung der Fristsetzung auf der Rechnung hier einstellen. Rückfragen:

  1. Handelt es sich um B2B Geschäft oder B2C?
  2. Was war vertraglich vereinbart bezüglich Fälligkeit?
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Für den Rechnungsemfänger zählt beim Buchen der Buchungstag

Aber wegen einem Tag ? Die Verzugsrechnung und Zinsen würde ich gern sehen, fast schon peinlich, oder ging es um paar Millionen ? Abwarten, da kommt nichts.

Nein,aber es kamen ja noch Mahnkosten etc dazu. Dem Empfänger stand das Geld ja bereits am 06.02 zur Verfügung.Warum zählt jetzt der 07.02?

BWL: Wann gerät der Schuldner hier in Verzug (mehrere Fragen/Beispiele zum Thema)?

Hi, ich weiß leider nicht, wie genau ich die Frage formulieren kann, aber ich meine das so:

  1. Wenn auf einer Rechnung kein Zahlungsziel angegeben ist, dann gerät der Schuldner nach 30 Tagen automatisch in Verzug -> es bedarf keiner Mahnung. Liege ich hier richtig?

  2. Der Gläubiger könnte z. B. nicht paar Tage später die Mahnung schicken und den Schuldner in Verzug setzen, weil die 30 Tage nicht abgelaufen sind, oder?

  3. Wenn auf einer Rechnung ein Zahlungsziel von 14 Tagen angegeben ist, gerät der Schuldner nach Ablauf des Zahlungsziels nur durch eine Mahnung in Verzug? Also z.B. die 14 Tage sind vorbei und ein Tag später kriegt der Schuldner die Mahnung. Ist er dann im Verzug?

  4. (siehe Fall 3) Wann bedarf es keiner Mahnung? -> wenn nach den 14 Tagen, der Rest der 30-Tage-Regelung (also 16 Tage) abgelaufen sind oder müssen nach den 14 Tagen erst komplett nochmal 30 Tage gewartet werden?

  5. Wenn auf der Rechnung ein Zahlungsziel von 60 Tagen angegeben ist, wann gerät er hier in Verzug? Nach 60 + 30 Tagen = 90 Tage ohne Mahnung? Wenn die 60 Tage um sind und der Gläubiger sendet dem Schuldner eine Mahnung direkt ein Tag später nach den 60 Tagen, dann wird der Schuldner ja durch die Mahnung in Verzug gesetzt oder?

  6. (siehe Fall 5) Kann der Schuldner vom Gläubiger eine Mahnung schon nach 30 Tagen bekommen? Wäre das rechtens?

Ich hoffe, ich konnte alles verständlich erklären. Falls Fragen sind, bitte fragen.

Vielen Dank schonmal!!!

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