Mit 36 bei einem Bürojob noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

4 Antworten

Man liest überall, das man eine BU in jungen Jahren abschleißen soll. Naja, jung? Das ist vorbei bei mir.

36 ist jetzt nicht das Mega-Alter, da geht schon noch was mit sinnvollen Beiträgen.

Mein Knie/Rücken. Mein Knie würde bei der Versicherung sicher unter Vorerkrankung laufen so das sie es wahrscheinlich ausschließen. Zudem können die mir theoretisch beide Beine amputieren und ich könnte immer noch in meinem Job arbeiten. Am Rücken hatte ich letztes Jahr muskuläre Probleme. D.h. falls am Rücken noch was kommt wäre es sehr schwer das nicht unter Vorerkrankung zu sehen.

Du musst nur 50% berufsunfähig sein um die Leistung auszulösen. Das wäre schon der fall, wenn du in deinem Beruf nur noch Teilzeit arbeiten könntest.

Beide waren also nicht berufsunfähig.

Worauf stützt du diese Aussage? Berufsunfähigkeit muss kein Dauerzustand sein. Es reicht die Prognose 6 Monate außerstande.

Und gibt es einen Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit?

Ja die gibt.

  • Berufsunfähig im Sinne der privaten BUV ist i.d.R. jemand der für die Dauer von mind. 6 Monaten am Stück unfähig ist seinen Beruf zu mind. 50% auszuüben wie zuvor. Dies wird zurückgeführt auf Unfall, Krankheit oder mehr als altersbedingten Kräfteverfall. In dem Fall zahlt der Versicherer die BU-Rente.
  • Arbeitsunfähigkeit ist ein Begriff aus der Krankenversicherung und dem Arbeitsrecht. Es ist ein vorübergehender zustand von maximal 78 Wochen Dauer in denen Lohnfortzahlung und Krankengeld bezogen werden können.
  • Erwerbsunfähigkeit ist ein alter Begriff der gesetzlichen Rentenversicherung. Wurde ersetzt durch den Begriff der Erwerbsminderung. Dieser beschreibt das Restleistungsvermögen am allgemeinen Arbeitsmarkt. Davon abhängig ist die Höhe der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Einkommen und Qualifikation spielen keine Rolle nur ob und wie lange am Tag noch gearbeitet werden kann.

Eine BUV gehört nicht zu den Standard-Versicherungen. Du bist pflichtversichert in der RV, die zahlt, wenn du keine Beitragslücken hattest, ebenso eine Frührente.

Ich finde es übertrieben, was man in unserem Land alles für Versicherungen aufgeschwatzt bekommt. In anderen Ländern gibt es noch nicht mal eine Sozialversicherung. Dort muss man dann auch sehen, wie man klarkommt, mit Hilfe der Familie.

Normal nutzen die Anbieter von zusätzlichen Versicherungen nur unsere vielen Ängste aus, und wir meinen dann, dass wir uns mit Zahlungen gegen das Leben versichern könnten.

Und 3. "Stress? Burn Out? Mit steigender Erfahrung hat sich das erledigt?" Die Fälle von Berufsunfähigleit wegen psychischer Erkrankung treten hauptsächlich in einem Alter auf, dass Sie noch lange nicht erreicht haben!

da es sicher Jobs und Lebenssituationen gibt in denen die Versicherung sinnvoll und wichtig ist.

Für JEDEN, der seinen Lebensunterhalt mit einem Gehalt verdient und damit seine Rechnungen bezahlen muss, ist eine BU sinnvoll. Da 90% der BU-Fälle aus Krankheiten bestehen, die Dich grundsätzlich treffen können...

  • man sollte am besten eine BU in jungen Jahren abschließen. Wer das verpennt, sollte das immer noch tun, muss aber mehr Geld in die Hand nehmen.
  • wenn das Knie vorgeschädigt ist, kann es zum Ausschluss kommen, versichert bleiben aber immer noch tausend andere Gründe, BU zu werden...
  • die Frage ist tatsächlich, ob Du mit zwei amputierten Beinen tatsächlich noch exakt so wie vorher arbeiten kannst / darfst / willst oder ob die Einschränkungen doch zu schwer sind
  • muskuläre Probleme sind relativ, muss im Vorfeld geklärt und beleuchtet werden
  • Stress und Burn out erledigen sich nicht mit steigender Erfahrung oder wieso gibt es genügend BOs 40/50+ ?
  • BU heißt in Deinem Fall: du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu 50% nicht mehr so machen, wie du ihn vorher solltest
  • wie lange war der Kollege krank ? Welche Einkommenseinbußen hatte er ? Was wäre gewesen, wenn er sich nicht mehr erholt hätte ?
  • der Kollege hätte mit Herzschrittmacher auch weitere Probleme bekommen können, die ihn nicht mehr arbeitsfähig machen
  • Kunden kommen nie auf plausible Szenarien. Das liegt auch daran, dass man sich immer als unverwundbar und unsterblich ansieht. Als Berater habe ich schon einige straucheln sehen, die nicht mehr ausgestanden sind
  • für den Einkommensverlust bei gesundheitlichen Problemen gibt es keine wirkliche Alternative zur BU. Nur schlechtere und abgespeckte Alterativen wie EU, Grundfähigkeiten oder Unfall
  • Arbeitsunfähigkeit ist vorübergehend (Krankschreibung), Berufsunfähigkeit ist auf den Beruf und die Tätigkeit gemünzt, Erwerbsunfähigkeit ist die Fähigkeit zu jeglicher Arbeit allgemein

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