Meine Rechtsschutzversicherung hat mir wegen zwei Streitfällen gekündigt. Kann meine Frau trotzdem eine Rechtschutzversicherung für die Familie abschließen?

5 Antworten

War Deine Rechtsschutzversicherung auch für die Familie ?

Beim neuen Antrag wird gefragt wer die Vorversicherung gekündigt hat, und wenn das der Versicherer war, nimmt Dich schon mal kaum jemand (hängt ein bisschen davon ab was für Schäden und wie hoch). Dabei ist es egal wer von Euch der VN war oder wird. Du würdest ja dann zukünftig auch wieder  versicherte Person sein.

Wenn Deine gekündigte Versicherung nur für Dich war, kann Deine Frau eine Rechtsschutzversicherung abschließen, aber nur für sich selbst (und ggf. Kinder), nicht für die Familie.

Der Vertrag ist erst mal hinfällig auf Grund der Schadensquote. Dazu ist der Versicherer berechtigt, genauso wie auch Ihr nach einem Schadensfall ein Sonderkündigungsrecht genießt. Es wird sich so leicht kein Risikoträger finden, der Euch (als Familie gesehen) zu normalen Bedingungen aufnimmt. 1. will die Vorschäden auf jeden Fall angegeben werden müssen.
2. weil auch die Frage, wer die Kündigung ausgesprochen hat, wahrheitsgemäß beantwortet werden muss. Somit seit Ihr zunächst mal ein unerwünschtes Risiko bei jeder Versicherungsgesellschaft. Neue Verträge lassen sich wahrscheinlich nur mit hoher Selbstbeteiligung realisieren. Ich würde mal von 500 Euro SB ausgehen, damit dürftet Ihr dann wieder versicherbar sein.

Nun die Lösung:
Bei den meisten Versicherern lässt sich nach einem sehr freundlichen Gespräch mit einem Underwriter der entsprechenden Sparte, die Kündigung umwandeln in eine von Euch ausgesprochenen Kündigung. Damit sind die Vorschäden zwar nicht vom Tisch, aber die Kündigung durch den Risikoträger. Das vereinfacht die Übertragung auf ein anderes Unternehmen um ein vielfaches und Ihr könntet ohne erschwerte Bedingungen einen neuen Vertrag bekommen.

Für die Zukunft:
Die Vertragskündigung hat Euch normalerweise nicht aus dem Nichts erreicht. Eigentlich, so kenne ich es zumindest von meinen Vertragspartnern, wird dem Kunden die eigene Kündigung nahegelegt. Wer darauf nicht reagiert, der ist selbst schuld.

Ja. Das kann Ihre Ehefrau.

Ich halte es mit einem Teil der Rspr. (LG Kiel, LG MünchenII,LG Düsseldorf u.a.), dass der Vertrag des Ehemannes nicht als Vorversicherung anzusehen ist. Das bedeutet natürlich auch, dass der Vertrag als Neuvertrag ohne Vorversicherung behandelt werden muss.

Manche der Kritiker dieser Rechtsmeinung berufen sich darauf, dass das VVG n.F. dem Antragssteller eine Auskunftspflicht zu rechtserheblichen Umständen auferlegt. Aber das hat der BGH auf die Laienebene und der Fragestellung im Antrag relativiert. Wird also nur nach einer Vorversicherung gefragt, kann das auch mit "Nein" beantwortet werden.

Die Meinung, dass ein wegen 2 Streitfällen gekündigter Vertrag schwer unterzubringen sei, kann ich nicht teilen. Viele Versicherer machen aus einem Rechtsschutzfall gerne 2 oder auch drei. Das ist garnicht mal so selten. Mein Büro hat noch nie Schwierigkeiten gehabt, bei einer solchen Kündigung den Vertrag anderweitig unterzubringen.

Kann sie, allerdings wird diese Versicherung, die Dich grad verabschiedet hat, wohl nicht mehr scharf auf Dich sein (kein Kommentar dazu,dass Versicherungen am liebsten Kunden haben, die die Versicherung nicht nutzen)

Ja, das kann sie. Allerdings MUSS sie zwingend die Fragen nach Vorschäden wahrheitsgemäß beantworten - und das wird bei vielen Versicherern ein KO-Kriterium sein.

Besser wäre es, mit dem bisherigen Versicherer über eine Vertragsfortführung zu veränderten Konditionen zu verhandeln! 2 Schäden dürften dort kein Hinderungsgrund sein.

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