Minusstunden von Überstunden abziehen?

2 Antworten

Darf mein Arbeitgeber mir diese unfreiwilligen "Minusstunden" von den Überstunden abziehen ?

Nein - wenn es keine Regelung im Arbeitsvertrag oder in Zusammenhang mit dem Arbeitszeitkonto gibt, die einen entsprechenden Zeitausgleich von  Phasen mit Mehr- und Minderarbeit zum Inhalt hat.

Du hast ja selbst schon richtig auf das Bürgerliche Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" (dort besonders Satz 1) hingewiesen.

Wenn also die Vergütung einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden vereinbart ist, dann bist Du für diese 40 Stunden zu bezahlen. Du bist dabei auch nicht angehalten, den Arbeitgeber jedesmal darauf hinzuweisen, dass Du arbeiten willst (also Deine Arbeitskraft anzubieten), denn grundsätzlich reicht diese Zeitvereinbarung. Es gehört zu den arbeitsvertraglichen Hauptpflichten des Arbeitgebers, den Arbeitnehmer für die vereinbarte Arbeitszeit auch mit Arbeit zu versorgen; tut er oder kann er das nicht - wobei es nicht auf ein "Verschulden" ankommt -, dann gerät er eben in diesen Annahmeverzug.

In einem solchen Fall wie bei Dir (Zeiten mit mehr, Zeiten mit weniger Arbeit) liegt es also am Arbeitgeber, sich mit dem Arbeitnehmer über einen Umgang mit schwankendem Arbeitsanfall vertraglich zu verständigen, der einen "Annahmeverzug" verhindert.

Ja, wenn du in Jahresarbeitszeit angestellt bist sicher. Du kannst nicht über 100% Lohn erhalten wenn du nicht über 100% pro Jahr gearbeitet hast.

Mein Gedanke ist nur: Im Vertag ist nicht direkt von der Jahresarbeitszeit, sondern nur von der Wochenarbeitszeit die Rede. Überstunden werden uns ja laut Vertrag vergütet. Laut §615 BGB dürfen "Minusstunden" die durch nichtbeschäftigung durch den Arbeitgeber entstanden sind, nicht von der Vergütung abgezogen werden. Aber genau das passiert doch sobald uns die Minusstunden von den Überstunden abgezogen werden oder nicht ?

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