Minusstunden durch Urlaub, Krank oder Feiertage?

9 Antworten

Dein Chef rechnet sehr zu seinem Vorteil und legt auch das Lohnfortzahlungsgesetz falsch aus.

Korrekt wird so gerechnet:

173 Std x 12 Monate = 2076 Stunden Jahresarbeitszeit

2076 : 52,179* Wochen = 39,78 Wochenarbeitszeit

39,786 : 5 = 7,957 durchschnittliche Tagesarbeitszeit also 8 Stunden.

Die Wochenenden werden also überhaupt nicht in den Rechengang mit einbezogen. Das ist auch korrekt. Wer am Wochenende krank wird hat Pech gehabt. Auch der ersatzfreie Montag wäre davon betroffen.

Stunden werden nur an den 5 Werktagen gezählt. Feiertage sind zusätzlich frei werden aber wie Arbeitstage gewertet (Lohnfortzahlungsgesetz.)

§ 2 Entgeltzahlung an Feiertagen

(1) Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.

(2) Die Arbeitszeit, die an einem gesetzlichen Feiertag gleichzeitig infolge von Kurzarbeit ausfällt und für die an anderen Tagen als an gesetzlichen Feiertagen Kurzarbeitergeld geleistet wird, gilt als infolge eines gesetzlichen Feiertages nach Absatz 1 ausgefallen.

(3) Arbeitnehmer, die am letzten Arbeitstag vor oder am ersten Arbeitstag nach Feiertagen unentschuldigt der Arbeit fernbleiben, haben keinen Anspruch auf Bezahlung für diese Feiertage.

Am besten, ihr lasst euch von der Gewerkschaft beraten.

Auch bei Krankheit können keine Minusstunden entstehen, das hätte bei Euch ja die Folge, das Ihr Krankheitstage nacharbeiten müsstet = absoluter arbeitsrechtlicher Verstoß!!

  • 3 x 365 + 1 x 366 (Schaltjahr) : 4 = 52,179

Nein, dass ist rechtlich nicht korrekt. Das Entgeltfortzahlungsgesetz regelt eindeutig, dass bei Urlaub, Krank und Feiertag der Durchschnitt der letzten 3 Monate zu Grunde zu legen ist. Es geht also nicht um einen fiktiven Durchschnitt aufgrund der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit, sondern um den Durchschnitt, der in den letzten 3 Monaten tatsächlich gearbeitet wurde. Wenn du idR 8 Std. arbeitest, darf durch Urlaub, Krank oder Feiertag kein Nachteil entstehen. Minusstunden sind ein Nachteil und dürfen durch die genannten "Ausfallzeiten" definitiv nicht entstehen!

Das finde ich schon sehr seltsam, wie Dein Chef das rechnet. Ein Urlaubstag sollte eigentlich auch 8 Stunden haben, eben wie ein normaler Arbeitstag. Feiertage sind wie Sonntage zu behandeln, müssen auch mit 8 Stunden berechnet werden.

Solltet Ihr einen Betriebsrat haben, so wende Dich an diesen oder frag mal bei der Gewerkschaft nach.

Dabei ist es auch nicht relevant ob ihr einen Betriebsrat oder Tarifgebunden seid. Gesetze gelten für alle AN und AG`s :-)

Das ist schon sehr seltsam. Eigentlich kann so etwas nicht sein. Du solltest dich mal beim Arbeitsrecht schlau machen. Oder habt ihr einen Betriebsrat=? Das klingt sehr merkwürdig.

Nein , einen Betriebsrat haben wir leider nicht.

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