Minusstunden bei zu geringen Wochendstunden?

4 Antworten

Ich sehe das anders als in den bisherigen Beiträgen zu lesen ist.

  1. Vereinbart sind 40 Wochenstunden die auch bezahlt werden
  2. Minusstunden auf dem Zeitkonto sollen mit Vertretungen (anderer Mitarbeiter?) ausgeglichen werden.
  3. Der MA hat keine Möglichkeit die geforderten 40 Stunden zu arbeiten weil der AG ihm diese nicht gibt.
  4. Aufgelaufene Minusstunden kann der MA nicht ausgleichen da es nichts zu vertreten gibt und damit keine zusätzlichen Stunden gearbeitet werden kann.

Hier ist m.E. der § 615 BGB gefragt. Der AG befindet sich in Annahmeverzug und muss den AN so bezahlen als hätte er gearbeitet. Hier dürfen keine Minusstunden entstehen, es muss weder vor- noch nachgearbeitet werden und mit Urlaub verrechnen geht überhaupt nicht.

Das ist das Betriebsrisiko des AG. Wenn dieser mit dem AN einen Vertrag über eine bestimmte Stundenzahl abschließt aber nicht genug Arbeit für den MA hat, damit dieser die geforderten Stunden erreichen kann, ist das das Betriebsrisiko des AG und nicht des AN. Warum sollte dieser ausbaden müssen, wenn der AG zum einen nicht rechnen kann und dann auch noch den AN dafür "bestrafen" will.

Wenn sich Umstände im Betrieb ändern, soll der AG mit dem AN eine andere Vereinbarung treffen (Änderungsvertrag) und zwar bevor es zu so vielen Minusstunden kommt. Wo kämen wir denn hin, wenn die AG sich alles so zurechtlegen könnten wie sie es gerne hätten.

Vielen Dank für diese Antwort. Sie bestätigt mich in meiner Annahme und hilft mir wirklich weiter. Es ist zwar eindeutig wie die Rechtslage sich gestaltet, aber leider haben noch viel zu viele Menschen Angst davor, sich auch für ihre eigenen Rechte einzusetzen.

@Hasron

aber leider haben noch viel zu viele Menschen Angst davor, sich auch für ihre eigenen Rechte einzusetzen.

Da stimme ich Dir zu. Viele AG spekulieren ja auch darauf, dass sich AN nicht wehren und dann ist "Recht haben" und "Recht bekommen" eben zweierlei.

die 40-Std. Woche war wohl mal vorgesehen, hat sich aber aus irgendwelchen Kriterien geändert. Der Chef kann nicht einfach die 40 Std. ansetzen. Nachweisbar über einen längeren Zeitraum sind nur noch die 33 Std. angefallen, damit sind auch nur die tatsächlich gearbeiteten Std. als Rechnungsgrundlage genommen werden müssen.. 

Und wieso meinst du, dass der Betrieb plötzlich einseitig vom Vertrag abweichen darf?

Wenn die Stunden so vereinbart waren ja. Aber der Vertrag ist ja an sich schon Mist, wenn die Arbeitszeit nicht mit den Bedingungen vereinbar sind. Da hätte der AN voher schon mal intervenieren sollen.

Na, es ging bei Vertragsabschluss ja auch darum, dass diese Zeiten sich mit Krankheits-und Urlaubsvertretung decken sollten. Hier liegt aber die Crux, die Beschäftigte arbeitet alleine im Geschäft. 

@Hasron

Warum sollte der AN intervenieren? Es wäre ja gearbeitet worden wenn denn Arbeit da gewesen wäre.

Diese Berechnung stellt man vor der Vertragsunterzeichnung an! Und ja, er darf Minusstunden verrechnen!

Ist er denn nicht aber auch verpflichtet die 40Std. möglich zu machen? Die Chance diese zu arbeiten besteht ja gar nicht, alleine schon wegen der Öffnungszeiten. 

@Hasron

Arbeitszeit ist nicht immer Öffnungszeitenzeit. Es fallen ja auch Arbeiten an, die geleistet werden müssen/ können, wenn das Geschäft geschlossen ist...  

@Ufea2000

Dies ist vom AG nicht gewünscht. Weitere Zeit vorher zu arbeiten ist nicht möglich. Die Alarmanlage des Geschäftes ist vom AN nur in engen Zeiträumen, angelehnt an die Öffnungszeiten, steuerbar. Im Zeitraum nach und vor der Arbeitszeit ist ein Arbeiten in den Geschäftsräumen somit nicht möglich ohne stillen Alarm auszulösen. 
Es geht mir darum, dass hier tatsächlich keine 40Std. leistbar sind. Egal wie es gewendet und gedreht wird. Es geht nicht darum, dass man nicht arbeiten will bzw. wollte. Es geht darum, dass es nicht möglich gemacht wird. DIes ist einer Gründe für die Kündigung - Unterforderung. 

@Hasron

"Unterforderung" bei 33 statt 40 Stunden - naja! -- Du kannst es jetzt drehen und wenden, wie du willst. Der Vertrag ist auf 40 Stunden und der entsprechenden Entgeldzahlung ausgestellt und unterschrieben. Durch die Minusstunden hast du zu viel Lohnzahlung erhalten und dies muss nun verrechnet werden. Hast du dir eigentlich auch schon die Gedanken gemacht, als du immer schön das Geld für 40 Stunden erhalten hast, aber nur 33 Stunden gearbeitet hast?

@Ufea2000

Also, erst einmal geht es nicht um mich. Wenn du mich dumm anmachen willst, tu das. Ich bin Krankenpfleger - der letzte der sich hier irgendwie Gedanken darum machen muss was seinen Arbeitseinsatz angeht bin ich selbst, Schätzelein. 

Dann gibt es aber den Anspruch eines AN auf Arbeitszeit. Lies mal §615 BGB. 
Oder als Beispiel zum von mir geschilderten Fall:
http://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/arbeitszeit/negatives-arbeitszeitkonto-der-arbeitnehmer-muss-nicht-zahlen/

So, ich selber versuche hier nur weitere Belege zu dieser Theorie zu finden. Es geht nicht immer darum das Menschen faul sind, sondern auch ab und zu darum, dass andere Menschen ihr gegenüber über den Tisch ziehen wollen. Gerade das Thema Arbeitszeit ist da ein ganz tolles. Und da habe ich schon etwas erfahrung - wer in nem 3-Schicht-System arbeitet und mal ne Nachtwache im Krankenhaus gemacht hat weiß, wie das mit der Pausenproblematik und den bezahlten Stunden so ist. 
Und dauerhaft 33Std / Woche kann Leute nerven. Zumal wenn man Ansprüche an sich und die Arbeit hat. Gibt Leute die sind selbst bei 40Std/Woche unterfordert. Kenne da ein paar lebende Exemplare auf Arbeit. Kannste dir nicht vorstellen? Dein Problem. 

@Hasron

Zum einen bin ich nicht dein "Schätzelein", zum anderen bin ich die letzte, dich sich hier von dir voll machen lassen muss. Wenn du ein Problem mit der Wahrheit hast, dann stelle hier keine Fragen! Wir sind nicht dafür da, dir alles gut zu reden.

@Hasron

was bekommt er gezahlt, 40 oder die 33 Std.?? danach richtet sich das alles

Fragesteller ist nicht der AN


@peterobm

Ein Arbeitszeitkonto wird angelegt, wenn für den vereinbarten Stundensatz gezahlt wird, aber es Monate gibt, wo mehr oder weniger Stunden gearbeitet werden. Diese "landen" dann auf dem Arbeitszeitkonto, um regelmäßig zum Ausgleich genutzt werden zu können.

@Ufea2000

Es gibt keine unregelmäßige Arbeitszeit. Ich habe im Startbeitrag formuliert, das es pro Woche maximal 33 Std. Arbeit gibt. Das ändert sich nicht. Das ist 12 Monate im Jahr so, die gesamten 52 Wochen, außer es kommen Feiertage, dann werden es noch weniger. 

Deine Annahme ist also absoluter Mist, denn sie entbehrt jeglicher Grundlage. 
Das Arbeitszeitkonto wird geführt, ja. Aber auf einer Basis, auf der es der AN nicht möglich ist, überhaupt außerhalb des Minus zu laufen UND, das ist das Schlimmste, ohne die Chance dieses Konto dann auszugleichen. 

Du kannst hier nun Behauptungen aufstellen wie du willst, rein rechtlich ist das jedoch nicht legitim. Ich suche hier nicht nach der Antwort auf die Frage an sich, sondern auf eine Bestätigung meiner Annahme. Diese habe ich nun ja auch bekommen. 

Du bist hier nur unterwegs und erzählst Quatsch und dazu unterstellst du zeitweise auch noch, man wäre faul oder aber solle sich doch freuen wenn man nur 33Std. arbeiten musste. Nein, das ist die gute Dame nicht, denn die arbeitet gerne. 

Die Wahrheit ist im übrigen, dass der AG eine Pflicht hat, der er nicht nachkommt. Der AN hingegen erfüllt seine Pflicht. Er verschuldet den Stundenausfall nicht selbst und ist machtlos gegen die Planung des AG. Somit ist deine Annahme absolut hinfällig und hat nichts mit Wahrheit, sondern mir Unwissenheit zu tun. 
Wenn du nicht weißt wovon du schreibst, warum tust du es hier überhaupt?

@Hasron

Ich habe peterobm den Sinn eines Arbeitszeitkontos erklärt! Zum anderen bestätigst du gerade selber, dass du keine Frage beantwortet haben wolltest, sondern nach Bestätigung gesucht hast! - Und eines kann ich dir noch sagen, ich habe selber ein Unternehmen geführt und jahrelang mit Arbeitszeitkonten gearbeitet, die jeder Prüfung Stand gehalten haben!

@Ufea2000

"...Der Vertrag ist auf 40 Stunden und der entsprechenden Entgeldzahlung ausgestellt und unterschrieben."

Eben, und daher muss der Betrieb auch 40 Stunden anbieten und nicht nur 33. Wenn der Arbeitnehmer nur "zufällig" durch das Einspringen bei Vertretungen auf seine 40 Stunden kommen kann, ist das nicht seine Schuld. Er stand zur Arbeit bereit und hat seine vertragliche Pflicht erfüllt. Der Betrieb muss seine Pflicht auch erfüllen und zahlen. Siehe Antwort von Hexle2.

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