Minijob 450 € überschritten, was macht Jobcenter bei Alg II?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich nehme mal an das du so oder so jeden Monat dein Einkommen mit einer Einkommensbescheinigung und Kontoauszug nachweisen musst,da passiert nichts,außer das es dann bei mehr Einkommen ggf.einen höheren anrechenbaren Betrag gibt,den dir das Jobcenter dann auf den Leistungsanspruch anrechnet !

Es kommt also nicht nur darauf an was du an Bruttoeinkommen verdient hast,sondern auch was du auf dein Konto bekommst,denn nur davon darf dann das Jobcenter dein anrechenbares Einkommen abziehen und diesen Betrag dann vom Leistungsanspruch abziehen.

Wenn du also sonst 450 € Brutto = Netto verdient und aufs Konto bekommen hast und jetzt angenommen 500 €,dann liegt dein Freibetrag nicht bei 170 € sondern bei 180 € und das anrechenbare Erwerbseinkommen nicht bei 280 € sondern bei 320 €.

Danke dir! Was wäre wenn das abgezogene Geld höher ist als die eigentlichen Leistungen?(337 Euro) 

@Fifania

Dann müsste der Bescheid teilweise aufgehoben werden,also für den Monat in dem du mehr anrechenbares Einkommen als Leistungsanspruch hattest und das müsste dann zurück gezahlt werden !

Der übersteigende Betrag würde dann im Folgemonat nach der Anrechnung vom Einkommen zum Vermögen und das darf dann bis zum sogenannten Schonvermögen nicht auf den Leistungsanspruch angerechnet werden.

Es würde dann im Monat nach der Anrechnung ganz normal wieder Leistungen geben bzw.eine Aufstockung zum anrechenbarem Einkommen.

So wäre es wenn man eine versicherungspflichtige Beschäftigung hätte,also zumindest seine Sozialabgaben inkl.seines KK - Beitrags vom Bruttoeinkommen abgezogen bekommen würde.

Das ist bei einem 450 € Job ja aber nicht der Fall,deshalb müsste dann auch der KK - Beitrag den das Jobcenter ja für dich zahlt bei der Berechnung berücksichtigt werden.

@isomatte

Ok super. Habe sonst immer ( Vor Minijob) 337 Euro bekommen und in diesem Monat 512 verdient. Müsste doch eigentlich noch im Rahmen sein. Viel müsste ich wenn dann ja nicht zurückzahlen oder?

@Fifania

Das kann man so nicht korrekt beantworten !

Es müsste klar sein was du an Brutto verdient hast,denn danach werden ja deine Freibeträge berechnet,wenn das Brutto höher war als deine 512 € die du aufs Konto bekommen hast,dann fällt dein Freibetrag ja höher aus und dementsprechend würde das anrechenbare Erwerbseinkommen geringer ausfallen.

Dann müsste man wissen wie alt du bist,wie viele Personen außer dir noch im Haushalt leben,wie hoch die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) ist und warum du vor deinem Minijob nur 337 € bekommen hast.

Denn wenn du nur 337 € bekommen hast,dann müsstest du entweder noch anderes Einkommen wie z.B. eigenes Kindergeld gehabt haben oder es wurde übersteigendes Einkommen der Eltern oder des Partners auf deinen Leistungsanspruch angerechnet.

Der Regelsatz für den Lebensunterhalt von 14 - 17 Jahre würde ja schon derzeit 311 € betragen und von 18 - 24 wären es derzeit 327€ pro Monat und dann käme auf jeden Fall noch der KDU - Kopfanteil dazu,also die Warmmiete geteilt durch die Personen im Haushalt.

Du siehst also,dass bei 337 € was du vorher bekommen hast max.26 € für deinen KDU - Kopfanteil bleiben würden und das ist definitiv zu wenig,deshalb musst du entweder noch anderes Einkommen gehabt haben bzw.haben oder übersteigendes Einkommen der Eltern / Partners wird auf deinen Leistungsanspruch angerechnet.

Wenn du 512 € verdient und aufs Konto bekommen hättest,dann läge dein Freibetrag bei 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 412 € stünden dir nochmal 20 % Freibetrag = 82,40 € zu,gesamt dann 182,40 €.

Von den 512 € blieben dann nach Abzug der 182,40 € Freibetrag noch 329,60 € anrechenbares Erwerbseinkommen und das müsste dann für den Monat des Zuflusses zurück gezahlt werden,wenn es noch nicht berücksichtigt wurde.

Hättest du aber jetzt angenommen 600 € Brutto verdient läge dein Freibetrag bei 200 € und dann würden nach Abzug der 200 € von deinen 512 € die du aufs Konto bekommen hast nur noch 312 € anrechenbares Erwerbseinkommen bleiben.

Würden deine Eltern z.B. noch Kindergeld von derzeit min.192 € pro Monat für dich bekommen und du min.18 Jahre alt sein,dann hätte dir das Jobcenter vor deinem Minijob 30 € Versicherungspauschale ( theoretisch ) abgezogen,es blieben dann nur noch 162 € anrechenbares Einkommen.

So würde sich dann auch erklären lassen warum du vorher nur 337€ bekommen hast,denn dann lag dein Leistungsanspruch ( Bedarf ) mit den anrechenbaren 162 € Kindergeld bei 499 € pro Monat,abzüglich des Regelsatzes von 327 € blieben dann immerhin 172 € für den KDU - Kopfanteil.

@isomatte

Ich bekomme vom Vater 250 Euro Unterhalt und 192 Euro Kindergeld und 337 Euro bekam ich vor meinem Minijob vom Jobcenter. Also im Monat hatte ich 779. Ich bin 22 Jahre alt. Die 512 Euro waren Brutto= Netto. Wie meinst du Das mit den 327 Euro zurückzahlen? Das wäre echt sehr krass, wenn das so viel wäre..


@Fifania

Dann wohnst du also alleine in einer Wohnung,denn sonst hättest du nicht einen so hohen Bedarf !

Die Rückzahlung in der Höhe würde natürlich nur dann gefordert,wenn das Jobcenter dir im Monat des Zuflusses ( Zuflussprinzip ) schon deine 337 € gezahlt hätte und dein Einkommen in diesem Monat noch nicht berücksichtigt wurde.

Denn dann hättest du ja in einem Monat doppelt Geld erhalten,einmal dein ALG - 2 und dein Erwerbseinkommen,deshalb würde dann das anrechenbare Einkommen zurück gefordert.

Wenn du also weiterhin diese 250 € Unterhalt + 192 € Kindergeld bekommst,dann hast du da schon einmal 442 € anrechenbares Einkommen,weil durch dein Erwerbseinkommen jetzt keine 30 € Versicherungspauchale mehr berücksichtigt werden.

Demnach liegt dein Bedarf nicht bei 779 €,sondern nur bei 749 € pro Monat,du hattest nur durch diese 30 € dann insgesamt 779 €,aber diese fallen ja mit deinem Erwerbseinkommen jetzt weg.

Von den 749 € geht dann dein derzeit geltender Regelsatz für den Lebensunterhalt von 409 € ab,demnach sollte deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) dann bei 340 € pro Monat liegen.

Bei 512 € Brutto = Netto hast du also 182,40 € an Freibeträgen und 329,60 € anrechenbares Erwerbseinkommen und zu diesen 329,60€ käme dein sonstiges Einkommen von 442 €.

Somit würde dein gesamtes anrechenbares Einkommen bei 771,60€ liegen und dein Bedarf aber nur bei 749 €,somit würdest du mit ca.22,60 € über deinem monatlichen Bedarf liegen.

Du würdest also normalerweise für den Monat wo du 512 € verdient hast aus dem Leistungsbezug fallen,weil du ja deinen Bedarf mit den ca. 22,60 € übersteigen würdest,wenn du aber aus dem Leistungsanspruch fallen würdest,dann muss aber für diesen Monat noch der KK - Beitrag berücksichtigt werden,den das Jobcenter ja auch für dich zahlt.

Was hast du denn für den Monat des Zuflusses deiner 512 € auf dem Konto an ALG - 2 vom Jobcenter bekommen ?

@isomatte

Vielen Dank für deine Antwort! Ich habe eine eigene Wohnung und habe in diesem Monat 27 Euro vom Jobcenter bekommen (ALG II). Ich bekomme erst Mitte des Monats mein Geld und vom Jobcenter anfang des Monats 27 Euro weil die von 450 Euro ausgehen. Wie viel muss ich nun genau nachzahlen?

@Fifania

Ich gehe jetzt mal davon aus dass das Jobcenter schon die 30 € Versicherungspauschale berücksichtigt hat,also dein Unterhalt + Kindergeld voll angerechnet wurden und du vom Jobcenter für September 27 € an ALG - 2 bekommen hast !

So würden dann auch die 27 € ALG - 2 stimmen,wenn das Jobcenter von monatlich 450 € Brutto = Netto ausgegangen ist,dann läge nämlich dein anrechenbares Erwerbseinkommen bei 280 € pro Monat.

Vor Minijob 337 € Bedarf,minus diese 30 € Versicherungspauschale nach Antritt der Beschäftigung = 307 € Bedarf,minus 280 € anrechenbares Erwerbseinkommen = 27 € monatlicher Bedarf.

Also hat das Jobcenter dann schon 280 € an anrechenbarem Erwerbseinkommen angenommen,du hast aber durch deine 512 € Brutto = Netto 329,60 €.

329,60 € - 280 € = 49,60 € an Überzahlung und diese solltest du dann ans Jobcenter zurück zahlen müssen,da kommt dann aber eine schriftliche Aufforderung mit Bankverbindung,bei einem höheren Betrag kann man dann auch schriftlich eine Ratenzahlung beantragen.

@isomatte

Vielen Dank! Du hast mir sehr geholfen. Dann behalte ich 50 Euro davon. Ich habe im Monat August 280 Euro verdient und ebenfalls 27 Euro erhalten vom Jobcenter. Wie viel bekomme ich im Mosnt August noch vom Jobcenter? Habe noch keine Nachzahlung erhalten.

@Fifania

Bei 280 € Brutto = Netto stünden dir 100 € Grundfreibetrag zu und auf die übersteigenden 180 € nochmal 20 % Freibetrag,also kommen 36 € dazu !

Der gesamte Freibetrag liegt dann bei 136 € und das anrechenbare Einkommen bei 144 €,dass Jobcenter ist aber von 450 € Brutto = Netto ausgegangen und somit von 280 € anrechenbarem Erwerbseinkommen.

280 € - 144 € = 136 € an Nachzahlung vom Jobcenter für den August.

@isomatte

Okay Danke dir! Hast mir sehr geholfen

@Fifania

Bitte schön !

@isomatte

Aber vom Jobcenter bin ich jetzt nicht weg oder? Ich kann nächsten Monat ganz normal weitermachen mit dem einreichen der Nachweise oder?

@Fifania

Nein,dazu ist dein Einkommen noch zu gering,du müsstest dann schon eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen,damit du dann selber deinen KK - Beitrag zahlst,dann könnte man dich ggf.auf Wohngeld verweisen,wenn das in betracht kommen würde !

Wenn du also z.B. durch eine Ausbildung nicht vom Wohngeld ausgeschlossen wärst,wenn es sich um deine Erstausbildung handeln würde,denn dann hättest du zumindest dem Grunde nach Anspruch auf BAB - oder Bafög - und wärst vom Wohngeld ausgeschlossen.

Kannst und musst also deine Nachweise weiterhin einreichen,sollte sich etwas ändern,wirst du schriftlich vom Jobcenter angeschrieben,aber das wird wohl erst einmal nicht passieren,solange du keine Ausbildung beginnst oder sich dein Einkommen erhöht.

Danke dir für deinen Stern !

@isomatte

Habe eben Post vom JC bekommen. Ich bekomme Nachzahlungen in Höhe von 24 Euro vom Februar bis Juli bekommen, da sich meine Miete erhöht hat. Ich bekomme dadurch statt 27 Euro nun 51 Euro pro Monat. Mit welchen Betrag muss ich bei meiner Nachzahlung nun rechnen, habe ja im September 512 Euro verdient. bleibt es bei knapp 50 Euro?

@Fifania

Warum bekommst du dann nur von Februar - Juli diese 24 € nachgezahlt,hast du ab August schon eine höhere KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) erhalten ?

Deine KDU - Nachzahlung hat mit einer evtl.Rückforderung von zu unrecht bezogenen Leistungen nichts zu tun,dass wird separat gezahlt,berechnet und zurück gefordert.

Du bekommst dann deine Nachzahlung der KDU -  von 24 € x 6 Monate = 144 €.

Dann musst du deine Nachzahlung für den August wegen deinem geringeren Einkommen von nur 280 € bekommen,weil das Jobcenter ja von 450 € ausgegangen ist,also müssten dann nochmal diese schon genannten 136 € an Nachzahlung kommen.

Und da die Nachzahlung der 24 € nur bis Juli ging,müssten für August / September ja auch noch einmal eine Nachzahlung kommen,wenn du da nicht schon die erhöhte KDU - bekommen hast.

Deine Rückforderung aus den 512 € für den September von ca.50 € würden dann bestehen bleiben,solltest du ab August mehr für die KDU - bekommen haben,wenn nicht,dann würde das Jobcenter das zumindest für den Monat September verrechnen,dann läge die Rückforderung nur noch bei ca.26 € und für den August müsstest du vom Jobcenter noch 24 € für die KDU - bekommen.

Oder sie verrechnen den August auch und dann blieben nur etwa 2€ an Rückzahlung übrig,aber das wird das Jobcenter wahrscheinlich nicht machen,die gehen ihren vorgeschriebenen Weg,müssen also den Fachlichen Weisungen folgen.

@isomatte

Danke dir. Ich habe die Nachzahlung bekommen. 144 Euro von Feb- Juli. Das Jobcenter fordert aufgrund der erhöhten Miete noch die Betriebskostenabrechnug von 2015. Das Problem ist, ich habe sie verschlampt. Weißt du ob man die vom Vermieter nochmal bekommt, also auf Anfrage?

@Fifania

Das ist sicher möglich,die werden das im System bzw.ihren Unterlagen haben,kann natürlich sein das sie das bezahlt bekommen möchten !

@isomatte

Okay Das ist gut. Ich hoffe nicht, dass die dafür Geld nehmen. Wie viel Wäre das ungefähr?

@Fifania

Wenn sie überhaupt etwas möchten,dann wird das sicher ein Betrag unterhalb von 10 € sein !

du reichst einfach deine gehaltsbescheinigung ein und deinen kontoauszug dazu und wartest bis das jc fertig ist mit rechnen. überzahlungen werden zurückgefordert. also gib das zuviel gezahlte deines arbeitgebers nicht sofort aus.

Du hast doch hoffentlich dem Jobcenter mitgeteilt, dass Du diesen Job hast.

Du musst ja jeden Monat Deine Abrechnung dem Jobcenter vorlegen und dementsprechend wird dann Dein ALG 2 berechnet. Du darfst ja nicht die ganzen 450 Euro behalten.

Ja habe ich. Ne das weiß ich. Es geht mir nur um die 512 Euro. Habe vor dem Minijob 337 Euro vom Jobcenter bekommen 

@Fifania

Dann wirst Du wahrscheinlich beim nächsten Mal etwas weniger bekommen, da Du ja 112 Euro mehr verdient hast.

Du musst die Änderung anzeigen - Gehaltsbescheinung vorlegen - dann wird angerechnet

wenn Du den gesamten Minijob bisher nicht mitegeteilt hast, wird auch angerechnet und eine Strafanzeige erstattet ....

Hab ich natürlich gemeldet:)

@Fifania

na dann - die Änderung anzeigen und alles ist ok ... es gibt allerdings eine Anrechnung

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